Lass dir von jemandem fünf Bücher empfehlen, und du bekommst selten eine Literaturliste. Du bekommst einen Blick in einen Kopf. Der Kopf in diesem Fall gehört einem Mann, der mit nichts anfing, mehr als einmal auf die Nase fiel und am Ende Squashcourts baute, die heute in aller Welt stehen. anzeige
Horst Babinsky hat für Book of Finance seine fünf prägendsten Bücher zusammengestellt, und die Auswahl trägt eine klare Handschrift. Keine Renditeratgeber, keine Vermögensformeln. Stattdessen Menschen, die an einem Punkt standen, an dem die meisten aufgegeben hätten. Eine Gleitschirmpilotin, die nach dem Absturz wieder gehen wollte. Ein verarmter Amerikaner, der Millionen beibrachte, wie man mit Menschen umgeht.
Diese fünf Titel handeln im Kern vom selben, vom Umgang mit dem Hinfallen. Und weil das früher oder später jeden einholt, lohnt der Blick auf die Auswahl, auch wenn sie in ganz andere Regale gehört als die Bücher, über die ich sonst schreibe.

Der Mann, der Squash neu erfand
Horst Babinsky ist kein Finanzmann, und er gibt auch nicht vor, einer zu sein. Er ist Erfinder. Mitte der Siebziger baute er einen Squashcourt, wie es ihn in Deutschland noch nicht gab, stellte ihn 1977 ins Aktuelle Sportstudio des ZDF und löste damit einen landesweiten Squash-Boom aus. Was folgte, ist Handwerksgeschichte: über 9.000 Courts in rund achtzig Ländern, vierzig internationale Patente und schließlich der ASB GlassFloor, ein Sportboden ganz aus Glas, der inzwischen in Sporthallen und Arenen liegt, vom NBA All-Star Game bis zur Basketball-Bundesliga. Darin sieht Babinsky die nächste Revolution nach dem Squash, diesmal für die gesamte Sportbodenbranche.
Der Weg dahin war alles andere als gerade. Als Kind wurde Babinsky im Krieg aus dem Sudetenland vertrieben, verlor alles und fing in Bayern bei null an. Zwischen den Erfolgen liegen Fehlschläge, Schuldenberge und reichlich Widerstand von Fachleuten, die seine Ideen für undenkbar hielten. 2016 übergab er die Firma an seinen Sohn Christof. Was bleibt, ist unterm Strich die Biografie eines Machers, der sich durch Rückschläge offenbar nicht beirren ließ.
Genau davon handelt sein aktuelles Buch. Alles Wissen ist in Dir ist die Autobiografie eines Erfinders, erzählt als Mutmacher. Babinsky vertraut dabei stark auf Intuition und Bauchgefühl, und wer nüchterner tickt, wird an mancher Stelle innerlich die Augenbraue heben. Das Interessante darunter bleibt trotzdem stehen: eine echte unternehmerische Bilanz und die Hartnäckigkeit, die dahintersteckt.
Alles Wissen ist in Dir*, Kiener Verlag, München, 2024
Auf gut dreihundert Seiten erzählt Horst Babinsky sein Leben, von der Vertreibung als Kind über seine Erfindungen bis zum GlassFloor, entlang der vier Stationen Hinfallen, Verlieren, Aufstehen, Gewinnen. Das Geleitwort steuert der Redner Hermann Scherer bei. Das Buch richtet sich an alle, die unternehmerische Lebensgeschichten mögen und Motivation für eigene Durststrecken suchen.
Die fünf Bücher von Horst Babinsky
Vom Himmel gefallen von Natalie Auburger*
Natalie Auburger verliert hoch über den Bergen Kolumbiens die Kontrolle über ihren Gleitschirm, stürzt ab und überlebt querschnittgelähmt. In ihrem autobiografischen Buch beschreibt sie, was sie ihren Heilungsweg nennt, und macht keinen Hehl daraus, dass für sie ihr Deal mit Gott und ein eiserner Wille den Ausschlag gaben. Ob man diese Deutung teilt oder nicht, die Willenskraft in dieser Geschichte ist ohnehin schwer zu übersehen.
„Dieses wunderbare Buch zeigt ganz deutlich, wie unsere Zukunft bestimmt werden kann. Natalie Auburger hatte den festen Willen, einen Weg zu gehen, den andere vor Verzweiflung niemals angedacht hätten. Für ihre Umwelt war klar: querschnittgelähmt. Für Natalie war klar: Ich werde wieder gehen, ich werde ganz sicher wieder gesund sein. Natalie hat meine Bewunderung, meine Hochachtung vor dieser ihr eigenen geistigen Kraft, vor dieser inneren Beständigkeit und vor diesen eisernen, festen und unerschütterlichen Gedanken für sich selbst. Ihr Deal mit Gott ging auf, es war gar nicht anders möglich. Nach dem Lesen dieses Buches wirst du dich wundern, warum du jemals an deinen Erfolgen zweifeln konntest.„
Horst Babinsky
Wie man Freunde gewinnt von Dale Carnegie*
Der Klassiker aus den 1930er Jahren, bis heute in immer neuen Auflagen. Dale Carnegie zerlegt den Umgang mit Menschen in klare Regeln, vom Zuhören über das Überzeugen bis zum Ändern fremder Standpunkte, jede Idee unterlegt mit Anekdoten, von Abraham Lincoln bis zu Verkäufern und Ehepaaren aus dem Alltag. Jedes Kapitel schließt mit einer Regel zum Mitnehmen, was es schlichtweg zum Nachschlagewerk macht.
„Ein absoluter Klassiker. Ich lernte dieses Buch schon in meiner Lehrzeit kennen, und es hat meine gesamte Einstellung zu den Menschen geprägt. Auch Dale Carnegie hatte es in seiner Jugend nicht leicht. Unglück und Not waren an der Tagesordnung, jährliche Naturkatastrophen vernichteten alle Einnahmen. Er hatte kein Geld für ein Studium und für ein besseres Leben, er arbeitete Tag und Nacht. Er lebte von einer Niederlage zur anderen, am Boden liegend raffte er sich auf und gewann, gewann nicht nur einen, sondern gleich sämtliche Rednerwettbewerbe in seinem Seminar. Danach wollte er mehr, doch hart und voller Entbehrungen war sein Weg zum Erfolg. Er schaffte es, er schaffte mehr und mehr und wurde rund um die Welt einer der erfolgreichsten Coaches für die Entfaltung ungenutzter Fähigkeiten aller Menschen. Bis heute.„
Horst Babinsky
Dieses Buch habe ich selbst gelesen und rezensiert, und ich teile Horsts Begeisterung. Carnegies Kernpunkt ist unbequem und wahr: Im Umgang mit anderen haben wir es mit Menschen voller Gefühl und Eitelkeit zu tun, kaum je mit rein rationalen Wesen. Wer das begreift, kommt weiter, ob in der Chefetage oder am Gartenzaun. Meine ausführliche Besprechung liest du hier: https://bookoffinance.de/wie-man-freunde-gewinnt/
3 Tickets um die Welt von Petra Babinsky*
Hinter diesem Buch steht Horsts Frau Petra Babinsky, und es erzählt die eigene Familiengeschichte: zehn Monate, zwanzig Länder, mit der achtjährigen Tochter Mona einmal um die Welt. Ein Reisebericht über das, was passiert, wenn eine Familie ihr geordnetes Leben für ein Schuljahr beiseitelegt.
„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ Dieses Zitat von Augustinus Aurelius passt hervorragend zum Buch. Es ist die Geschichte einer Familie, die eine mutige Entscheidung trifft und mit einer schulpflichtigen Tochter auf Weltreise geht. In zehn Monaten bereisten sie zwanzig Länder rund um die Welt. Es war eine Zeit, in der für die Familie grundsätzlich alles möglich war, ein „Geht nicht“ gab es nicht. Die Reise veränderte die Familie, ihre Sicht auf die Welt wurde eine andere. Sie wurde offener und toleranter gegenüber fremden Kulturen. Ein Buch, das den Blick auf eine harmonische und wertvolle Welt öffnet.„
Horst Babinsky
Leben ist Meer von Susanne Hoheit*
Susanne Hoheit ist Markenstrategin und leidenschaftliche Surferin, und genau daraus baut sie ihr Buch. Das Surfen wird zum Bild fürs Leben und fürs eigene berufliche Profil: die Welle, die man sich nicht bestellen kann, aber reiten lernt. Weniger Masterplan, mehr Kompass, gedacht für alle, die als Selbständige sichtbar werden wollen, ohne sich zu verbiegen.
„In den letzten Tagen war ich am Meer und habe viel über „Leben ist Meer“ nachgedacht. Über Möglichkeiten, Ähnlichkeiten und auch die Gefahren der Wellen, im Leben, im Business und in allem, was uns täglich herausfordert. In diesem Buch erkennt der Leser: Es hat alles mit dir selbst zu tun, mit deiner Sichtweise, deinen Werten, deiner Klarheit und deinem inneren Selbstvertrauen. Die Wellen stehen als Symbol für unser Leben, für private und berufliche Entscheidungen, für Risiken und Chancen und vor allem für Erlebnisse, die wir niemals vergessen. Es zeigt, wie wichtig der richtige Augenblick ist, der Mut für den Anfang und danach die Lebensfreude, die Leichtigkeit des Seins und die Kraft, erfolgreich zu handeln. Privat wie beruflich. Dieses Buch zeigt das Leben, Arbeiten und Wachsen auf eine ganz andere und sehr einprägsame Art und Weise.„
Horst Babinsky
Biathlon-Geschichten aus einer anderen Zeit von Herbert Fritzenwenger*
Herbert Fritzenwenger war Biathlet und Skilangläufer, 1988 startete er bei den Olympischen Spielen in Calgary, später wurde er zur vertrauten Stimme am ZDF-Mikrofon und zum Kopf hinter dem Biathlon auf Schalke. In diesem Buch blickt er auf die Zeit davor zurück, als der Sport noch ein Randsport war, lange bevor Biathlon ein Millionenpublikum vor den Fernseher zog: selbstgebaute Schießstände, Weltmeisterschaften, der Weg nach Calgary.
„Erzählt von einem, der dabei war. Herbert Fritzenwenger war als Biathlet des Deutschen Skiverbands bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Er erlebte alles: eine Kuh mitten auf der Skirollerstrecke, einen abgerissenen Daumen, einen Schuss, der nicht hätte fallen dürfen, und vieles mehr. Der Autor nimmt uns mit in eine Zeit, in der Biathlon noch anders war, härter, unmittelbarer, ehrlicher. Von den ersten selbstgebauten Schießständen über Weltmeisterschaften in Minsk und zuhause bis zu den Olympischen Spielen 1988 in Calgary erzählt er von Triumphen, Niederlagen und den Menschen, die seinen Weg geprägt haben. Mut, Begeisterung, Teamgeist, Freundschaft und ein harmonisches Leben. Lesenswert.„
Horst Babinsky
📬 Lust auf ehrliche Finanz-Updates jenseits von Social Media?
Dann hol dir meinen kostenlosen Book of Finance Newsletter direkt in dein Postfach!
Jeden Monat teile ich:
- fundierte Finanz-Insights ohne Finanzblabla
- persönliche Buchempfehlungen & Erfolgstipps
- die besten Angebote rund um Girokonto, Depot & Co.
- Gedanken, die zum Nachdenken anregen – auch mal abseits der Börse.
P.S.: Bitte schau nach der Anmeldung auch in deinen SPAM-Ordner, um deine Adresse zu bestätigen.
Was diese Liste über einen Erfinder verrät
Fünf Bücher, ein Grundton. Ob nach dem Absturz im Gleitschirm, in bitterer Armut oder auf Weltreise mit Kind, es geht jedes Mal um Menschen, die weitermachen, wo andere längst aufgegeben hätten. Dass ausgerechnet ein Erfinder mit vierzig Patenten so eine Liste zusammenstellt, überrascht letzten Endes wenig. Es ist die Denkwelt eines Menschen, für den Scheitern kein Endpunkt ist, sondern der Rohstoff für den nächsten Anlauf.
Man muss diese Bücher nicht als Beweis lesen. Es sind persönliche Zeugnisse, keine Studien, und was bei einer Gleitschirmpilotin funktioniert hat, ist noch keine Formel, die für jeden aufgeht. Was sie aber teilen, ist eine Haltung, die ich hier oft genug vertrete: dass niemand für dich aufsteht. So inspirierend die Wege zurück klingen, die eigentliche Arbeit bleibt an jedem selbst hängen.
Insofern passt die Auswahl zu dem, der sie getroffen hat. Babinsky hat seinen Squashcourt gegen den Rat der Fachleute gebaut. Vielleicht steckt darin die eigentliche Botschaft dieser fünf Bücher. Die interessanteste Meinung über deine Grenzen ist selten die der Besserwisser. Es ist deine eigene.
Wenn du auf der Suche nach weiteren spannenden Büchern bist, dann findest du unter Buchtipps eine interessante Auswahl aus über 550 ausführlichen Rezensionen. Diese kannst du individuell nach Preis, Seitenanzahl, Themenbereich, Bewertung und Zielgruppe filtern. Solltest du eine vergleichbare Buchempfehlung für mich haben, dann schreib mir doch gerne über meine Social-Media-Kanäle.
Schneller Lesen – Mehr Behalten – Konsequent Umsetzen
Wie Lesen vom Konsum zur echten Veränderung wird
In diesem Online-Kurs zeige ich, wie Lesen wieder zu einem wirkungsvollen Werkzeug wird – für Klarheit, Fokus und bewusste Entscheidungen. Statt reiner Geschwindigkeit steht ein systematischer Ansatz im Mittelpunkt, der Verständnis, Erinnerung und Umsetzung miteinander verbindet.
Der Kurs vereint erprobte Lesetechniken, Erkenntnisse aus Lern- und Wahrnehmungspsychologie sowie praxisnahe Übungen, um Wissen nicht nur aufzunehmen, sondern nachhaltig zu nutzen – im Alltag, im Beruf und im persönlichen Wachstum.






