Davor Horvat im Porträt: Lehrt sein Buch Unabhängigkeit, während sein Geschäft von Begleitung lebt?

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Versicherungen & Finanzprodukte

Davor Horvat ist Honorarberater und Gründer der Karlsruher Honorarfinanz AG, eines der wenigen von der BaFin zugelassenen Institute für reine Honorar-Anlageberatung. In seinem Buch Vom Topverdiener zum Privatier verspricht er einkommensstarken Lesern den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit, ausdrücklich ohne Provisionsberater an ihrer Seite. Im Gespräch mit Book of Finance erklärt er, wo dieser Weg allein gangbar ist und wo nicht. Eine Frage, die mit jedem neuen Neobroker-Konto und ETF-Sparplan an Gewicht gewinnt. / anzeige

Es gibt eine Sorte Buch, die mich beruflich misstrauisch macht, bevor ich die erste Seite gelesen habe: das Finanzbuch eines Finanzdienstleisters. Zu oft ist es eine 300-Seiten-Visitenkarte, an deren Ende die freundliche Einladung steht, sich doch beraten zu lassen. Horvats Buch gehört in eine seltenere Kategorie. Es argumentiert über weite Strecken gegen die eigene Branche und für die Mündigkeit des Lesers, also gegen das, woran ein Berater letzten Endes verdient. Und genau dort liegt die Spannung, die ich in diesem Gespräch auflösen wollte.

Nach knapp 1.000 gelesenen Sachbüchern erkenne ich das Muster schnell, in dem ein Autor seine eigene Unentbehrlichkeit zwischen den Zeilen einbaut. Horvat tut das Gegenteil. Er gibt einkommensstarken Lesern, die wegen knapper Zeit kaum zum Vermögensaufbau kommen, ein eigenständiges System an die Hand: sieben Stufen zum sogenannten Freiheitsdepot, breit gestreut, passiv, kostengünstig. Im Kern die Kommer-Schule, zugespitzt auf fünf- bis siebenstellige Beträge, wie sie auch Souverän investieren beschreibt.

Die Frage, die das Buch nicht ausspricht, lautet trotzdem: Wenn der Leser am Ende all das allein kann, wozu braucht er dann noch einen Honorarberater? Diese Lücke zwischen Anspruch und Geschäftsmodell wollte ich ihn selbst schließen lassen, statt sie polemisch aufzureißen. Ich habe ihm zehn Fragen geschickt, die an den Bruchstellen ansetzen, zwischen Buch, früheren Pressemitteilungen seines Hauses und der akademischen Forschung. Das Porträt dreht sich um eine einzige Achse: Wie weit reicht die Mündigkeit, die dieses Buch verspricht?


Davor Horvat, Vorstand der Honorarfinanz AG und Honorar-Anlageberater mit BaFin-Zulassung

Ein Honorarberater, der die eigene Zunft seziert

Davor Horvat ist seit über drei Jahrzehnten in der Finanzbranche, zunächst als freier Finanzberater, seit 2009 als Gründer seiner Honorarberatung, der heutigen Honorarfinanz AG, deren Vorstand er ist. Sein Modell darf per Gesetz keine Produktprovisionen annehmen, was ihn strukturell von der provisionsgetriebenen Mehrheit der Branche trennt. Mit dem Vorgängerbuch Finanzprophylaxe richtete er sich gezielt an Zahnärzte. Vom Topverdiener zum Privatier weitet diesen Ansatz auf alle einkommensstarken Berufe aus.

Diese doppelte Rolle ist der Schlüssel zum Buch und seinem Autor. Er schreibt ein Kapitel mit der Überschrift, der Finanzberater sei nicht der Freund des Anlegers, und unterschreibt mit dem Namen seines eigenen Beratungsinstituts. Das wäre nur dann ein Vorwurf, wenn er es verschleiern würde. Er legt es offen, und genau aus dieser Konstellation spricht das ganze Buch. Der Ton ist alles andere als zurückhaltend, mitunter derb. Quacksalber, Geldvernichtungsinstrumente. Wer die marktschreierische Seite der Finanzwelt kennt, erkennt hier einen, der von innen kommt und genau deshalb weiß, wo die Hebel sitzen.


Wenn der Kronzeuge gegen Provisionen das Provisionsverbot ablehnt

Das provokanteste Kapitel argumentiert, provisionsbasierte Beratung sei systemisch interessenkonfliktbehaftet. Horvat stützt das auf eine Sonderuntersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, nach der nur eine von zwanzig Beratungen wirklich im Sinne des Verbrauchers erfolge. Im April 2023 aber sprach sich seine Honorarfinanz AG gegen das geplante EU-Provisionsverbot aus. Wer Provisionsberatung für systemisch schädlich hält, müsste ein Verbot eigentlich begrüßen. Diesen scheinbaren Bruch habe ich ihm vorgelegt.

„Ein abruptes Verbot kann reale Kollateralschäden erzeugen, wenn Millionen Menschen dann faktisch gar keinen Zugang mehr zu Beratung bekommen und stattdessen in die Hände von Graumarkt, Influencern oder teuren Bankprodukten rutschen.“
Davor Horvat

Das ist konsistenter, als die Frage unterstellt. Horvats Position war nie, Provisionen seien harmlos. Sein Punkt ist, dass ein Pauschalverbot auch Haushalte trifft, die sich Honorarberatung nicht leisten können. Ein legitimes Zugangsargument. Auf die Nachfrage nach den schwarzen Schafen der eigenen Zunft, überhöhten Stundensätzen und Pseudo-Honorarberatern, wird er überraschend konkret.

„Lassen Sie sich die Vergütungslogik, die Portfoliokosten und den Prozess schriftlich geben – wer ausweicht, ist kein Partner, sondern ein Risiko.“
Davor Horvat

Vier Merkmale nennt er, alle schriftlich nachprüfbar: die gesetzliche Zulassung, die Provisionen von Dritten verbietet, eine glasklare Vergütung ohne versteckte Kickbacks, die volle Offenlegung der Portfoliokosten und eine überprüfbare Methodik. Das ist ehrlich, weil der Leser damit auch ihn selbst prüfen könnte. Es deckt sich mit dem Prinzip, das ich seit Jahren vertrete: befähigen statt verkaufen. Das Geschäftsmodell vieler Anbieter lebt schlichtweg vom Unwissen ihrer Kunden.

Die Acht-Prozent-Annahme und das Problem mit der Vergangenheit

Horvat rechnet sein Freiheitsdepot mit einer Renditeerwartung von acht Prozent pro Jahr, abgeleitet aus der langfristigen Aktienmarktrendite. Aswath Damodaran und Robert Shiller weisen seit Jahren darauf hin, dass hohe Ausgangsbewertungen für niedrigere künftige Renditen sprechen, und das Shiller-CAPE des US-Marktes liegt mit rund 40 nahe seinem Rekordhoch. Ich wollte wissen, was das für seine sieben Stufen bedeutet, wenn die Annahme zu hoch liegt. Statt seine Zahl zu verteidigen, relativiert er sie selbst.

„Meine 8% sind keine Garantie, sondern eine historisch abgeleitete Planungsgröße – und ich sage Mandanten explizit, dass Planung ohne Sensitivitätsanalyse unseriös wäre.“
Davor Horvat

Eine Planungsgröße offen als solche zu kennzeichnen und einer Sensitivitätsrechnung zu unterziehen, ist die intellektuell konsequente Haltung. Ein Hinweis bleibt mir dennoch wichtig. Die historischen acht Prozent sind eine nominale Größe, die akademische Gegenposition von vier bis sechs Prozent meist eine reale. Wer beides unmittelbar gegeneinanderstellt, vergleicht nicht ganz dasselbe. Der eigentliche Lerneffekt liegt ohnehin nicht in der dritten Nachkommastelle, sondern in der Einsicht, dass die Vergangenheit kein Fahrplan für die Zukunft ist.

Warum der Crash zeigt, was kein Fragebogen verrät

Hier liegt der eindrücklichste Moment des Buches. Horvat schlägt Selbsttests zur Einschätzung der Risikobereitschaft vor. Die Behavioral-Finance-Forschung um Thorsten Hens zeigt, dass Anleger ihre Verlusttoleranz in ruhigen Phasen systematisch überschätzen und erst der echte Drawdown die Wahrheit zeigt. Ich habe ihn nach einem realen Fall gefragt. Er erzählt von einem Mandanten, der sich vorab als offensiv einstufte und im scharfen Einbruch dann binnen Tagen alles in Cash schichten wollte. Der Auslöser war keine Gier. Schlaflose Nächte und der Druck der Familie trieben ihn.

„Gute Beratung ist weniger „Rendite maximieren“ als „Fehlerwahrscheinlichkeit minimieren“.“
Davor Horvat

Diesen Satz würde ich unterschreiben. Die Verhaltenslücke zwischen dem, was ein Anleger erwirtschaften könnte, und dem, was er tatsächlich erzielt, ist real. Sie ist nur kleiner, als die Branche gern behauptet, nach den Daten von Morningstar rund einen Prozentpunkt pro Jahr, nicht die acht Prozentpunkte aus älteren, überzeichneten Studien. Der Timing-Schaden ist dabei nur die halbe Geschichte. Eine aktuelle Finanztest-Auswertung mit dem Finanzwissenschaftler Steffen Meyer hat rund 115.000 Depots zwischen 2001 und 2023 untersucht. Rund 87 Prozent der Anleger blieben hinter einer einfachen Vergleichsstrategie zurück, ausgebremst durch zu wenig Streuung und zu viel Handel. Ein ETF ist schnell gekauft. Ihn über Jahrzehnte zu halten, schaffen die wenigsten. Morgan Housel hat in Die Psychologie des Geldes dasselbe von der anderen Seite beschrieben, Verhalten schlägt Wissen. Wissen lässt sich aus einem Buch lernen. Die schlaflose Nacht im Crash nicht. Wer dann allein steht, verkauft am Tiefpunkt.

Buchcover „Vom Topverdiener zum Privatier" von Davor Horvat und Stefan Winheller, SPIEGEL-Bestseller

Vom Topverdiener zum Privatier* Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, 2025

Davor Horvat richtet sich an einkommensstarke Leser, die viel verdienen, aber wenig Vermögen aufbauen: Unternehmer, Freiberufler, Führungskräfte. Über neun Kapitel führt das Buch von der Bedarfsermittlung über eine scharfe Kritik der Provisionsberatung, die Anlageklassen und das passive Indexing bis zum Freiheitsdepot in sieben Stufen, gefolgt von Immobilien und Steueroptimierung. Co-Autor ist der Fachanwalt für Steuerrecht Stefan Winheller.

Das Eigenheim als Konsumgut, gegen die Vermögensstatistik gelesen

Wenige Thesen lösen an einem deutschen Esstisch so verlässlich Streit aus wie diese. Horvat nennt das selbst genutzte Eigenheim ein Konsumgut und zitiert Werner Mitsch: „Das Eigenheim ist der teuerste aller Schlüsselanhänger.“ Dem steht eine harte Datenlage gegenüber. Die Vermögensbefragung der Deutschen Bundesbank weist in jeder Welle ein deutlich höheres Medianvermögen bei Wohneigentümern aus als bei Mietern. Hält die These vor diesen Zahlen stand? Seine Antwort ist methodisch sauber.

„Dass Wohneigentümer im Median vermögender sind, ist erst einmal plausibel — aber daraus folgt nicht automatisch, dass das Eigenheim die Ursache ist.“
Davor Horvat

Der Selektionseffekt ist real, da gebe ich ihm recht. Wer die Vermögenslücke allein dem Hauskauf zuschreibt, verwechselt Begleiterscheinung mit Motor. Das Urteil Konsumgut würde ich trotzdem nicht so stehen lassen. Ein abbezahltes Eigenheim wirkt als erzwungenes Sparen, das gerade Topverdiener selten freiwillig aufbringen, und schützt vor steigenden Mieten. Ob Kaufen oder Mieten am Ende besser abschneidet, ist empirisch nicht eindeutig entschieden. Was Horvats Kritik zu Recht trifft, ist die Alleinstellung, das Eigenheim als einzige Altersvorsorge, mit Klumpenrisiko und Standortbindung. Nicht das Wohneigentum an sich.

Was Winheller signalisiert und das Steuerkapitel verschweigt

Mit Stefan Winheller, einem Fachanwalt für Steuerrecht, steht ein Name auf dem Cover, der steuerliche Tiefe verspricht. Im Kapitel selbst dominiert dann der Schutz vor Fehlern, keine Hinterziehung, keine Briefkastenfirmen, während die proaktive Gestaltung mit vermögensverwaltenden Gesellschaften, Stiftungen oder Asset Protection knapp bleibt. Ich habe gefragt, was bewusst draußen blieb und warum.

„Gute Gestaltung ist nicht „Steuern drücken um jeden Preis“, sondern Rechts- und Lebensplanung in einem stabilen Rahmen. Winhellers Mitautorenschaft steht genau für diesen Sicherheitsanspruch: lieber weniger sagen als halbrichtig.“
Davor Horvat

Eine vertretbare Begründung, keine Ausrede. Komplexe Strukturen ohne die individuellen Parameter eines Falls auszubreiten, kann gefährlicher sein als nützlich. Dieselbe Nüchternheit zeigt Horvat beim härtesten Gegenargument, dem Family-Office-Verwalter, der dem ETF-Ansatz vorhält, er unterschätze ab einem gewissen Vermögen Private Equity und Direktimmobilien. Das Kernportfolio bleibt ein global diversifiziertes, kostengünstiges Beta, Satelliten lohnen nur, wo Kompetenz, Zugang und Kostenkontrolle zusammenkommen. Unterm Strich entscheidet auch im Millionenbereich, wer am Produkt verdient.

Die Emanzipationsfrage, ehrlich beantwortet

Damit sind wir bei der Achse, um die sich alles dreht. Stellen wir uns den Leser vor, der das Buch durchgearbeitet und die sieben Stufen diszipliniert umgesetzt hat. Welcher Anteil seiner Mandanten könnte sich, gemessen an der inneren Logik seines eigenen Buches, eigentlich emanzipieren? Horvat weicht der Frage nicht aus, und das ist die stärkste Antwort des Gesprächs.

„Ein Teil der Leser kann sich tatsächlich weitgehend emanzipieren — und das ist auch ein Ziel meines Buches: Menschen sollen die Grundlogik verstehen und nicht abhängig sein.“
Davor Horvat

Horvat behauptet nicht, sein Leser käme ohne ihn nicht zurecht, ein spürbarer Anteil schaffe es allein. Was ihn zurückbringt, ist die wachsende Komplexität seines Vermögens: ein Unternehmensverkauf, ein Erbe, eine Scheidung, der Wegzug ins Ausland. Honorarberatung verschiebt sich dann vom Erklären eines ETF zur Entscheidungsarchitektur über Jahre. Damit ist das Buch beides zugleich, ein ernst gemeintes Emanzipationswerkzeug und ein sanfter Trichter in seine eigene Beratung. Das ist kein Widerspruch, das ist die Konstruktion. Offen bleibt allein, ob der Leser im Einzelfall erkennt, wann er auf welcher Seite dieser Linie steht.

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Wie weit die Mündigkeit wirklich reicht

Ich bin mit einem Misstrauen in dieses Gespräch gegangen und mit einem differenzierteren Bild herausgekommen. Die Spannung, von der ich ausging, hat Horvat eingeräumt, statt sie wegzureden. Genau das unterscheidet ihn von den 300-Seiten-Visitenkarten. Wer offen sagt, dass ein Teil seiner Leser ihn nicht braucht, hat den schwersten Test eines Branchenbuches bestanden.

Die Grenzziehung selbst bleibt unscharf. Das Buch gibt dem Leser ein robustes System und die unbequeme Warnung, dass die größten Hebel oft außerhalb des Depots liegen, in Verträgen und Haftungsfragen. Nur entscheidet am Ende der Leser, ob seine Lage einfach genug ist, um den Weg allein zu gehen. Und niemand überschätzt die eigene Souveränität so verlässlich wie der, der gerade ein kluges Finanzbuch zu Ende gelesen hat und sich für fertig hält. Ein gutes Buch über Geld macht den Leser nicht unabhängig. Es macht ihn fähig genug, zu erkennen, wann er es ist und wann nicht.

Wenn du auf der Suche nach weiteren spannenden Büchern bist, dann findest du unter Buchtipps eine interessante Auswahl aus über 550 ausführlichen Rezensionen. Diese kannst du individuell nach Preis, Seitenanzahl, Themenbereich, Bewertung und Zielgruppe filtern. Solltest du eine vergleichbare Buchempfehlung für mich haben, dann schreib mir doch gerne über meine Social-Media-Kanäle.

Celine Nadolny lächelt in die Kamera und hält einen Stapel Bücher in den Händen. Auf dem Bild steht der Text ‚Effektiver Speed Reading Onlinekurs – schneller lesen, mehr behalten, konsequent umsetzen‘.

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Häufig gestellte Fragen zum Weg vom Topverdiener zum Privatier

Worum geht es in Davor Horvats Buch Vom Topverdiener zum Privatier?

Das Buch richtet sich an einkommensstarke Berufsgruppen, die viel verdienen, aber wenig Vermögen aufbauen. Davor Horvat, Gründer der Honorarfinanz AG, beschreibt einen passiven, breit gestreuten und kostengünstigen Weg zum Vermögensaufbau, das Freiheitsdepot in sieben Stufen, ergänzt um Kapitel zu Immobilien und Steuern.

Ist das Eigenheim laut Davor Horvat eine gute Altersvorsorge?

Horvat bezeichnet das selbst genutzte Eigenheim als Konsumgut und warnt davor, es als alleinige Altersvorsorge zu sehen, weil das gesamte Vermögen dann in einem einzigen Objekt klumpt. Die Sicht ist berechtigt, greift aber zu kurz: Die Bundesbank-Daten zeigen ein höheres Medianvermögen bei Eigentümern, und ein abbezahltes Eigenheim wirkt als erzwungenes Sparen und Inflationsschutz. Treffend ist die Kritik an der Alleinstellung, nicht am Wohneigentum an sich.

Braucht man als Anleger überhaupt einen Honorarberater?

Nach Horvats eigener Aussage kann sich ein Teil der Anleger weitgehend selbst beraten, sofern Struktur, Plan und Disziplin in Krisen stimmen. Eine laufende Beratung wird dann relevant, wo die Komplexität steigt, etwa bei Unternehmensverkauf, Erbe oder Auswanderung. Die Verhaltenslücke, also die Differenz zwischen möglicher und tatsächlicher Rendite, liegt nach Morningstar bei rund einem Prozentpunkt pro Jahr und entsteht meist durch falsches Handeln im Crash.

Was unterscheidet Honorarberatung von Provisionsberatung?

Ein Honorar-Anlageberater nach Wertpapierinstitutsgesetz darf keine Produktprovisionen von Dritten annehmen und wird allein vom Kunden bezahlt. Provisionsberater verdienen am verkauften Produkt, was strukturell Interessenkonflikte erzeugt. Honorarfinanz zählt zu den wenigen, bundesweit rund 20, von der BaFin zugelassenen Instituten für reine Honorar-Anlageberatung. Seriöse Anbieter legen Vergütung, Portfoliokosten und Beratungsprozess schriftlich offen.

Quellen

  • Deutsche Bundesbank, Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF), Vermögensbefragung 2023, veröffentlicht April 2025.
  • Morningstar, Mind the Gap, Studie zur Verhaltenslücke zwischen Investoren- und Fondsrendite.
  • Stiftung Warentest (Finanztest), Anlegerfehler vermeiden, Untersuchung mit Steffen Meyer (Universität Aarhus) zu rund 115.000 Depots (2001 bis 2023), Juni 2026.
  • Honorarfinanz AG, Pressemitteilung zum EU-Provisionsverbot, April 2023, dokumentiert u. a. bei Cash Online.
  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Marktwächter-Sonderuntersuchung Erhalten Verbraucher bedarfsgerechte Anlageprodukte? (Dezember 2015), zitiert in Davor Horvat, Vom Topverdiener zum Privatier, Kapitel 3.
  • Davor Horvat, Vom Topverdiener zum Privatier, Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, 1. Auflage 2025, ISBN 978-3-69066-078-5.

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