Dreiteiliges Bild: Eine Frau sitzt lächelnd auf einer Parkbank und liest das Buch ‚Lampenfieber lieben lernen‘; in der Mitte wird das Buch nah gezeigt; rechts eine geöffnete Buchseite in der Hand.
Karriere & Unternehmertum

Lampenfieber lieben lernen

by
★★★★☆

LAMPENFIEBER LIEBEN LERNEN von Eva Habermann & Ida von Wegen*.

Wir leben in einer Zeit, in der Auftritte keine Ausnahme mehr sind, sondern Teil des Berufsalltags: Kamera an, Mikro offen, Meetingraum voll. Lampenfieber lieben lernen trifft deshalb einen Nerv. Eva Habermann und Ida von Wegen führen durch die Mechanik der Nervosität, entstigmatisieren den Moment vor dem ersten Satz und liefern Werkzeuge, die man sofort ausprobieren kann. Das Buch will kein Mutmach-Märchen sein, sondern ein Werkzeugkasten – und das gelingt über weite Strecken.

„Nicht bekämpfen – nutzen: Lampenfieber ist Energie, die einen Auftritt tragen kann.“
Eva Habermann & Ida von Wegen

Worum es geht

Die Struktur ist angenehm klar: Zuerst verstehen, was Lampenfieber ist und was es nicht ist (leistungsfördernde Erregung vs. hemmende Auftrittsangst). Dann folgt der Blick in den Kopf – warum Blackouts entstehen und weshalb der Anspruch, „gut zu wirken“, das Herz schneller schlagen lässt. Danach wird es körperlich: Embodiment, Stimme, Atem. Zum Schluss bündeln kompakte Last-Minute-Rituale das Gelernte für die Minuten hinter dem Vorhang. Die Kapitel sind visuell aufgeräumt, mit Farbakzenten, Zitaten und kurzen Kästen, die den Lesefluss stützen.

Was das Buch stark macht

1) Entstigmatisierung durch Erfahrungsdichte. Die vielen Stimmen aus Bühne, Moderation und Schauspiel sind hier kein Lückenfüller, sondern ein Argument: Selbst Profis kennen die zittrige Hand. Das normalisiert – und öffnet Raum für Handwerk statt Scham.

2) Transfer in die Praxis. Atemsequenzen (zählen, halten, ausatmen, halten), Fokus-Rituale für die Hände, kleine Haltungswechsel, die Stimme und Tempo beruhigen – die Übungen sind niedrigschwellig, alltagstauglich und in der Regel ohne Hilfsmittel umsetzbar. Wer morgen eine Präsentation hält, findet heute Abend das passende Mikroformat.

3) Erklärstücke, die tragen. Die neuropsychologischen Miniaturen (Stress, Hippocampus, „Blackout“) sind präzise genug, um Mechanik zu verstehen, ohne sich in Fachjargon zu verlieren. Genau das braucht ein Praxisbuch: Eine Erklärung, die Verhalten lenkt.

„Atmen ordnet: zählen, halten, loslassen – und wieder von vorn.“
Eva Habermann & Ida von Wegen

4) Gestaltung & Lesbarkeit. Klappenbroschur, sauberes Satzbild, dezente Farbflächen: Das wirkt professionell, nimmt die Hektik aus dem Thema und unterstützt das Wiederfinden von Übungen.

Wo es knirscht (und warum das wichtig ist)

Bachblüten/Rescue-Tropfen. Eine Interviewpassage empfiehlt die Tropfen als schnelle Beruhigung. Genau hier wünschte ich mir Stringenz: Ein ansonsten sachlich gebautes Buch sollte an heiklen Punkten explizit markieren, dass die Evidenz dafür fehlt bzw. der Nutzen im Erwartungseffekt liegen kann. Ein kurzer Hinweis „Placebo möglich – kein gesicherter Wirkmechanismus“ würde die wissenschaftliche Linie halten und Leser vor Fehlannahmen schützen.Embodiment/Power-Posen. Das Kapitel ist didaktisch stark und motivierend. Zugleich ist die Forschungslage gemischt: Subjektive Effekte (man fühlt sich präsenter) sind plausibel; robuste physiologische Effekte gelten als unsicher. Eine kleine Einordnung („funktioniert primär über Selbstwahrnehmung, nicht über Hormone“) würde Überhöhung vermeiden, ohne den praktischen Nutzen zu schmälern.

„Wirkung entsteht dort, wo Haltung, Stimme und Text ein Team werden.“
Eva Habermann & Ida von Wegen


Rampenlicht und roter Faden: Eva Habermann & Ida von Wegen

Eva Habermann bringt die Perspektive einer Schauspielerin und Filmproduzentin mit, die seit Jahren zwischen Castingraum, Set und Bühne pendelt. Ihre Passagen speisen sich spürbar aus erprobter Praxis: Vorbereitungsrituale, Umgang mit Blackouts, der Moment direkt vor dem ersten Satz. Sie schreibt nicht aus Distanz, sondern aus Erfahrungsnähe – mit Blick für die kleinen Hebel, die auftrittsentscheidend sein können. Das macht ihre Beiträge nüchtern, handwerklich und für Leser sofort anschlussfähig.

Ida von Wegen sorgt für Struktur, Ton und Präzision. Sie denkt den Weg vom Verständnis zur Anwendung mit, kürzt, verdichtet und übersetzt Auftrittswissen in klare, trainierbare Schritte. Wer ihre Bücher kennt, erkennt den Stil: eine ruhige, essayistische Klarheit, die ohne Pathos auskommt und Komplexes lesbar macht. Ihre Redaktion hält das Material zusammen – vom neuropsychologischen Einstieg bis zur letzten Übung.

Gemeinsam verbinden die Autorinnen Erfahrungswissen, kuratierte Stimmen aus Moderation und Bühne sowie ein Auge für die Details, die im Probenraum zählen. Habermann liefert Anschauung, von Wegen baut die Landkarte, auf der Leser sich bewegen können. So entsteht eine Zusammenarbeit, die nicht mit Charisma argumentiert, sondern mit Handwerk – und damit einen Zugang eröffnet, der vom ersten Auftritt an trägt.


Einordnung im Fachbuchregal

In einem Markt, der zwischen simplen Mutformeln und akademischen Handbüchern oszilliert, nimmt dieses Buch eine kluge Mittelposition ein. Es ist praxisorientiert, aber nicht beiläufig; nah an der Bühne, aber nicht esoterisch. Wer sich Vorbereitung als Summe kleiner, wiederholbarer Handgriffe aneignen will, ist hier richtig. Besonders stark: Der Weg vom Verständnis zur Routine – erst begreifen, dann trainieren, dann verankern.

Für wen lohnt sich die Lektüre?

Für Einsteiger vor Kamera oder Mikro, für Führungskräfte mit Präsentationspflicht, für Studierende – und generell für alle, bei denen „wichtiges Publikum“ beginnt, sobald zwei Personen zuhören. Das Buch respektiert, dass Größe relativ ist: Fünf Menschen können groß sein, wenn es um viel geht.

Ausstattung & Preis

Rund 250 Seiten, wertige Klappenbroschur, klare Visuals. 22 Euro sind angesichts der Gestaltung und des Nutzens angemessen. Wer den Fokus auf praxistaugliche Übungen und nachvollziehbare Erklärungen setzt, bekommt ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fazit

Lampenfieber lieben lernen ist ein arbeitsfähiger Ratgeber für alle, die ihren Adrenalinschub nicht länger fürchten, sondern führen wollen. Die Mischung aus Erfahrungsberichten und Übungen trägt weit; an zwei Stellen – Bachblüten und die Einordnung von Power-Posen – wäre mehr Strenge wünschenswert. Das schmälert den Gesamteindruck nur leicht: Die meisten Leser werden mit konkreten Routinen, mehr Selbstwirksamkeit und einem ruhigeren Atem aus dem Buch gehen.

Für mich war das Buch einfach nur perfekt, so kurz vor dem Launch meines ersten Online-Kurses. Denn als die typische introvertierte Büchereule habe ich die Kamera bislang so gut es ging gemieden – mit einer grandios missglückten Mutprobe bei meiner Teilnahme zu Miss Germany 2022.

Meine 5 Key-Learnings aus Lampenfieber lieben lernen: Tipps, Tricks und Techniken für entspannte Auftritte, Präsentationen und Vorträge von Eva Habermann & Ida von Wegen:

  1. Lampenfieber ist normal und nutzbar: Lampenfieber begleitet Profis wie Anfänger. Entscheidend ist das Reframing zur nützlichen Erregung. Diese Haltung lenkt Energie in Präsenz statt in Abwehr. Sie ersetzt Kampfmodus durch Fokus auf die Aufgabe.
  2. Lampenfieber ≠ Auftrittsangst: Lampenfieber kann Leistung steigern. Auftrittsangst blockiert Wahrnehmung und Arbeitsgedächtnis. Warnsignale sind Vermeidung, Gedankenkreisen und körperliche Panik. Frühe Gegenmaßnahmen sind Tempo rausnehmen, Blick orientieren und eine Minute Atmung.
  3. Atmung ist das schnellste Regulat: Langsame, gezählte Atmung stabilisiert Takt und Aufmerksamkeit. Box Breathing macht aus Nervosität einen Rhythmus. Der konstante Zählrahmen entkoppelt Reiz und Reaktion. Wer täglich übt, ruft die Technik unter Druck automatisch ab.
  4. Mikro-Rituale verhindern den Blackout: Kleine Handroutinen bündeln Restenergie. Sie geben dem Kopf eine Aufgabe und senken die Grübelgeschwindigkeit. Mit Mini-Skript, Stichwortkarte und erster Zeile sinkt das Blackout-Risiko. Rituale sind Werkzeuge, kein Aberglaube, weil sie Verhalten ordnen.
  5. Wirkung entsteht im Dreiklang: Haltung, Stimme, Text: Embodiment kann das Selbstgefühl beeinflussen, ersetzt aber kein Können. Stimme, Tempo und Pausen prägen die Wirkung stärker als eine Pose. Trainiere das Zusammenspiel: aufrichten, langsamer starten, kürzere Sätze, Luft holen. Bleib evidenzsensibel bei großen Versprechen und setze auf Methoden, die in deiner Praxis reproduzierbar wirken.

Wenn du auf der Suche nach weiteren spannenden Büchern bist, dann findest du unter Buchtipps eine interessante Auswahl aus über 550 ausführlichen Rezensionen. Diese kannst du individuell nach Preis, Seitenanzahl, Themenbereich, Bewertung und Zielgruppe filtern. Solltest du eine vergleichbare Buchempfehlung für mich haben, dann schreib mir doch gerne über meine Social-Media-Kanäle.

Celine Nadolny lächelt in die Kamera und hält einen Stapel Bücher in den Händen. Auf dem Bild steht der Text ‚Effektiver Speed Reading Onlinekurs – schneller lesen, mehr behalten, konsequent umsetzen‘.

Schneller Lesen – Mehr Behalten – Konsequent Umsetzen

Wie Lesen vom Konsum zur echten Veränderung wird

In diesem Online-Kurs zeige ich, wie Lesen wieder zu einem wirkungsvollen Werkzeug wird – für Klarheit, Fokus und bewusste Entscheidungen. Statt reiner Geschwindigkeit steht ein systematischer Ansatz im Mittelpunkt, der Verständnis, Erinnerung und Umsetzung miteinander verbindet.

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