★★★★☆ WUNDERSCHÖN von Stéphane Stahl* – Warum Attraktivität messbarer ist, als dieses Land zugeben mag. anzeige
Wer auf sein Äußeres achtet, kann kaum viel Tiefgang haben. Diesen Satz habe ich in etlichen Verpackungen gehört, und er kommt in aller Regel von Menschen, die sich für besonders reflektiert halten. Ich habe auf einer Bühne gestanden und bin dort nach meinem Aussehen bewertet worden. Ich habe knapp tausend Sachbücher gelesen. Dass beides in dieselbe Biografie passt, bringt erstaunlich viele Leute durcheinander.
Deutschland hat ein besonderes Verhältnis zu dieser Frage. Wir spielen innere Werte gegen Äußerlichkeiten aus, mit einer Inbrunst, die anderswo Staunen auslöst, und wer sich verschönert, steht schnell unter Verdacht. Eitel. Oberflächlich. Vermutlich unsicher. Gleichzeitig wissen wir alle, dass der erste Eindruck sitzt, bevor der erste Satz gefallen ist. Diese Lücke zwischen dem, was wir sagen, und dem, was wir tun, ist der eigentliche Gegenstand dieses Buches.
Stéphane Stahl ist Plastischer und Ästhetischer Chirurg, und er schreibt ein Buch darüber, dass Attraktivität wichtiger ist, als wir zugeben. Das riecht nach Interessenkonflikt, und ehrlicherweise bin ich mit genau dieser Erwartung hineingegangen. Sie hat sich nur zum Teil bestätigt, und zwar an anderer Stelle, als ich vermutet hätte.
Die Kernbewertung
Vier von fünf Sternen. „Wunderschön“ ist ein ungewöhnlich gut belegtes Sachbuch, das ein moralisch aufgeladenes Thema konsequent auf den Boden der Empirie zieht: 736 Endnoten und nach Angaben des Autors etwa 1.500 ausgewertete Quellen aus über dreizehn Fachgebieten, überwiegend Psychologie, nicht Chirurgie. Die Kernthese, dass Attraktivitätswahrnehmung einen robusten biologischen Kern hat und nicht rein gesellschaftlich konstruiert ist, deckt sich mit dem Forschungsstand. Was den fünften Stern kostet, sind zwei überdehnte Studieninterpretationen und eine Produktion, die dem Hardcover-Preis hinterherhinkt. Lohnend für alle, die sich für Evolutionspsychologie, Körperbilddebatten und die Ästhetische Chirurgie jenseits von Boulevard und Empörung interessieren. Wer ein Ratgeberbuch oder eine Wohlfühllektüre sucht, ist hier falsch.
„Unehrlich wird die Debatte, wenn wir nicht anerkennen, dass eine Frau mit 30 objektiv attraktiver wahrgenommen wird als eine Frau mit 62.“
Stéphane Stahl
An diesem Satz entscheidet sich, ob man mit dem Buch warm wird. Er ist unbequem, er ist belegbar, und er wird in Deutschland trotzdem selten ausgesprochen.
Was das Buch behauptet, und warum die Belege besser sind als erwartet
Die Argumentation läuft über vier Kapitel und eine Linie: Attraktivität ist messbar, sie wirkt kulturübergreifend erstaunlich einheitlich, sie beeinflusst Beruf, Justiz, Partnerwahl und Gesundheitsversorgung, und die Vorstellung, sie sei reine Ansichtssache, hält der Datenlage nicht stand.
Das ist die empirisch stärkere Position, obgleich sie hierzulande als die anrüchigere gilt. Menschen aus voneinander abgeschotteten Kulturen bewerten Symmetrie, Jugendlichkeit und Gesundheitssignale ähnlich. Wenige Stunden alte Neugeborene schauen länger auf Gesichter, die Erwachsene als attraktiv einstufen. Wer das für sozialisiert hält, muss erklären, wer diese Säuglinge sozialisiert haben soll.
Zugleich vermeidet Stahl den Fehler, mit dem Evolutionspsychologie in aller Regel kippt. Sein Kapitel über das Prinzip der Durchschnittlichkeit ist das beste des Buches, weil er dort seine eigene These aufbaut und sie anschließend selbst in vier Fehlschlüsse zerlegt. Er hält fest, dass der Durchschnitt aus sechzig Gesichtern nicht zwangsläufig attraktiver wirkt als der aus fünfzehn, er zitiert Arbeiten, die seine Position komplizieren, und er benennt offen, wo schlichtweg Daten fehlen. Diese Bereitschaft, sich selbst zu widersprechen, ist im Sachbuchmarkt seltener, als sie sein sollte.
Am schärfsten wird das Buch dort, wo es die Gegenerzählung angreift. Die verbreitete Annahme, in Zeiten des Mangels seien fülligere Frauen bevorzugt worden und in Zeiten des Überflusses schlanke, hält Stahl schlichtweg für unbelegt. Er rechnet stattdessen mit dem Verhältnis von Taille und Hüfte. Eine Auswertung von 286 antiken Skulpturen aus Griechenland, Indien und Afrika ergibt bei Frauen einen Durchschnittswert von 0,7, dieselbe Größenordnung wie bei über 300 japanischen Jomon-Figuren aus einer rund 7.000 Jahre alten Kultur. Selbst die Rubens-Gemälde, seit jeher Kronzeuge für den Wandel der Ideale, liegen bei 0,78 und damit im Bereich, der damals wie heute als gesund gilt. Fairerweise räumt er ein, dass Kunst ohnehin ein schlechter Maßstab ist, weil sie nie darauf angelegt war, Körpermaße realistisch abzubilden. Wer diese Passage gelesen hat, liest jede Body-Positivity-Debatte danach anders.
Wie ehrlich ist ein Schönheitschirurg, der über Schönheitschirurgie schreibt?
Das ist die Frage, mit der ich das Buch aufgeschlagen habe, und die Antwort hat mich überrascht.
Das Kapitel über die Selbstoptimierung enthält eine Passage, die ich so noch nicht gelesen habe. Stahl nimmt sich die weltweiten Fallzahlen der Internationalen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie vor, also exakt jene Statistik, mit der seine eigene Branche ihr Wachstum bewirbt, und demontiert deren Aussagekraft. Von 25.000 angeschriebenen Plastischen Chirurgen haben rund vier Prozent geantwortet. Warum die übrigen 96 Prozent schwiegen, weiß niemand. Die Erhebung fragt rückblickend nach einem ganzen Jahr, und wer sich erinnern soll, wie oft er im vergangenen Jahr Sport getrieben hat, ahnt, wie belastbar solche Angaben sind. Ein Autor, der seinem Fach dienen wollte, hätte diesen Absatz gestrichen.
Dieselbe Nüchternheit zeigt sich beim Umgang mit Empörungsschlagzeilen. Aus 20.000 Brustvergrößerungen bei Minderjährigen wird in der Berichterstattung eine Generation im Schönheitswahn. Stahl rechnet nach: rund ein Prozent aller Brustvergrößerungen entfällt auf Minderjährige, und die drei häufigsten Gründe sind Schlauchbrüste, schwere Asymmetrien und eine genetisch bedingte Unterentwicklung. Bei Botox liegt der Anteil Minderjähriger bei 0,6 Prozent, wobei die Statistik den Behandlungsgrund gar nicht erfasst und Botox ebenso gegen Migräne, Zähneknirschen und übermäßiges Schwitzen eingesetzt wird.
Das Risikokapitel wischt nichts weg. Komplikationsraten stehen als Zahlen da, das Sterberisiko wird beziffert und gegen Alltagsrisiken eingeordnet. Und dann kommt der Satz, den ich für den wichtigsten des ganzen Buches halte:
„Doch was reguliert der Staat strenger: das Führen eines Autos oder das Unterspritzen von Hyaluronsäure?“
Stéphane Stahl
Dahinter steckt eine reale Lücke. Wer die Heilpraktikerprüfung besteht, darf ästhetische Behandlungen durchführen, und die einzige Voraussetzung für diese Prüfung ist ein Hauptschulabschluss. Anders als beim Führerschein gibt es weder verpflichtenden Unterricht noch praktische Anleitung, eine strukturierte Ausbildung bleibt freiwillig. Das ist ein Verbraucherschutzthema, das in die Talkshows gehört, in denen stattdessen über Filter auf Instagram diskutiert wird.
Ebenso stark ist das Schlusskapitel über falsche Dichotomien. Stahl legt eine Liste an, die von der Gesichtsverletzung eines Kindes nach einem Hundebiss über die Brustamputation nach Krebs bis zu schmalen Lippen reicht, und stellt die Frage, ab wann Leid groß genug ist, damit ein Eingriff als gerechtfertigt gilt, und wer das von außen entscheiden darf. Dass die Rekonstruktion nach Brustkrebs gesellschaftlich akzeptiert ist, die Korrektur einer angeborenen Fehlbildung dagegen als Kosmetik gilt, ist eine Inkonsequenz, die er kühl auseinandernimmt. Auch die Debatte um Intimchirurgie führt er auf Messdaten zurück statt auf Schlagwörter: Die Vermessung von fast 700 Frauen ergibt, dass 95 Prozent innere Schamlippen unter 30 Millimetern haben, womit die Behauptung, es gebe keinen Normalbereich, empirisch erledigt ist.
Interessant ist ebenfalls, dass seine Skepsis nicht in eine politische Richtung läuft. Naomi Wolfs berühmte Anorexie-Zahlen aus „Der Mythos Schönheit“ kassiert er unter Verweis auf eine Fachkritik, die achtzehn von dreiundzwanzig ihrer Statistiken als überzogen einstuft. Die populäre These, Barbiepuppen verursachten Essstörungen, prüft er anhand der Bradford-Hill-Kriterien und kommt zu dem Ergebnis, dass die Evidenz das nicht hergibt. Wer schlechte Daten anstreicht, muss das bei allen tun, sonst betreibt er Weltanschauung mit Fußnoten. Diesen Test besteht das Buch.
Wo das Buch seinen eigenen Maßstab reißt
Und trotzdem: Ein Werk, das seine Autorität aus Quellenstrenge bezieht, wird an Quellenstrenge gemessen. An zwei Stellen hält es dem nicht stand.
Die erste betrifft die Hinführung im ersten Kapitel. Stahl illustriert dort mit zwei Feldexperimenten, dem fallengelassenen Handschuh und den blonden Bedienungen mit mehr Trinkgeld. Beide stammen von Nicolas Guéguen, dessen Arbeiten seit Jahren im Zentrum einer Datenintegritätsdebatte stehen. Die Datenforensiker Nick Brown und James Heathers wiesen nach, dass in etlichen seiner Veröffentlichungen berichtete Mittelwerte bei den angegebenen Stichprobengrößen arithmetisch gar nicht zustande kommen können. Rund fünfzehn Studien aus seinem Labor wurden inzwischen zurückgezogen, und die hier zitierte Handschuh-Studie führt das Scandinavian Journal of Psychology seit 2022 mit einem offiziellen Warnhinweis.
Fairerweise gehört dazu, dass die Verantwortung geteilt ist und die Fachredaktion zuerst dransteht. Die Studie erschien 2015 nach Begutachtung, gewarnt hat dieselbe Redaktion erst sieben Jahre später, und Google Scholar zeigt den Vermerk bis heute nicht an. Kaum ein Autor prüft fünfzehnhundert Quellen nachträglich auf spätere Warnhinweise. Der Autor hat mir gegenüber angekündigt, die Studie in der nächsten Auflage zu streichen und den Trinkgeld-Befund auf unabhängige Arbeiten von Lynn und Johnston zu stützen, die ihn tatsächlich decken. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass er die Beispiele im Buch selbst als wissenschaftlich eher unbedeutend einordnet und die Beweislast ausdrücklich auf die folgenden Kapitel verschiebt. Der Punkt schrumpft dadurch, verschwindet aber nicht.
Die zweite Stelle wiegt schwerer, weil sie ein Muster zeigt. Zweimal wird ein realer, aber schmaler Befund zu einer festen Regel hochgezogen. Bei den US-Präsidentschaftswahlen heißt es, Untersuchungen von 1824 bis 1992 zeigten, dass der größere Kandidat die Wahlen gewinnt. Die rigorose Analyse von Stulp und Kollegen zeigt etwas anderes: Der Größere holt mehr Wählerstimmen, gewinnt die Wahl aber nicht signifikant häufiger. Bei US-Wahlen sind das bekanntlich zwei verschiedene Dinge, fünfmal fielen sie auseinander, zuletzt 2016, und ausgerechnet 1824 ist der Paradefall. Der zweite Fall ist die berühmte Aufteilung, wonach nur sieben Prozent unserer Kommunikation auf Worte entfielen, 38 Prozent auf die Stimme und 55 Prozent auf die Mimik. Stahl zitiert korrekt die Originalarbeit von Mehrabian, und deren Titel benennt das Problem selbst: Sie handelt vom Entschlüsseln widersprüchlicher Botschaften, also von Einzelwörtern in einer Laborsituation, in der Ton und Wort einander widersprechen. Über den Anteil von Sprache an der Kommunikation sagt sie nichts. Dass er die Zahl als „keine unumstößliche Regel“ abfedert, hilft hier nicht, weil sie nicht ungenau ist, sondern für etwas anderes gemacht wurde. Beide Formulierungen will der Autor in der Neuauflage präzisieren, was ich ihm abnehme.
Der Ton, der nicht immer zum Anspruch passt
Dazu kommt eine handwerkliche Beobachtung, die nichts mit Weltanschauung zu tun hat. Das Buch wechselt mitunter abrupt das Register. Auf Passagen von echter fachlicher Dichte folgen Abschnitte, die klingen, als schriebe ein Kumpel in der Sauna: der männliche Blick, der nach dem ersten Höflichkeitsmoment im Gesicht wieder abwärtswandert, garniert mit einem „Wer hätte das gedacht?“, dazu eine Abbildung einer Push-up-Badehose für den Mann. Das ist nicht falsch, es ist belegt, und komisch darf ein Sachbuch ohnehin sein. Aber es zieht die Temperatur eines Textes herunter, der zwanzig Seiten vorher noch Bradford-Hill-Kriterien anlegt, und es liefert genau jenen Kritikern eine Angriffsfläche, die dem Fach ohnehin Voyeurismus vorwerfen.
Bei der Ausführung wird es unangenehmer, und hier schlägt das Selfpublishing durch. Selfpublishing ist für mich kein Makel, mitunter ist es die klügere Entscheidung. Nur muss dann das Lektorat sitzen. Es sitzt hier nicht. Aus dem regelmäßigen Verzehr von Karotten wird ein regelmäßiges „Verzerren“, zwei Kapitel früher steht dieselbe Sache korrekt. Aus Südafrikanern werden „Sudafrikaner“. Im Inhaltsverzeichnis steht Attraktivität „im Auge der Betrachters“, an anderer Stelle findet sich ein doppeltes „ist“ im selben Satz, dazu ein „Durschnitt“. Das sind Kleinigkeiten, gewiss, aber sie häufen sich, und bei 24 Euro für ein Hardcover erwarte ich, dass jemand den Text ein letztes Mal von hinten nach vorne liest.
Ähnlich bei den Abbildungen. Das Buch arbeitet reich und aufwendig mit Farbfotos, was das dickere, glänzende Papier erklärt, und die medizinischen Abbildungen sind aussagekräftig. Der Quellennachweis dazu fällt allerdings deutlich hinter den Standard des Fußnotenapparats zurück: Klatschportale, Fan-Wikis, ein dubioser Onlineshop, dazu Bildmaterial aus einem KI-Generator, das Cover eingeschlossen. Offengelegter KI-Einsatz ist für mich kein Abzugsgrund, bewertet wird das Ergebnis. Nur beißt sich diese Quellenlage mit einem Buch, das ansonsten peer-reviewte Journals stapelt.
Wer hier schreibt
Priv.-Doz. Dr. Stéphane Stahl ist habilitierter Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und führt gemeinsam mit seiner Frau Dr. Adelana Santos Stahl die Gemeinschaftspraxis CenterPlast in Saarbrücken. Zuvor leitete er von 2016 bis 2018 die Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Er hat über vierzig wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, mehr als fünfzig internationale Vorträge gehalten und gehört seit 2024 dem Vorstand der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen an.
Das Vorwort stammt von Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Lukas Prantl aus Regensburg, Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen und Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Wer die Szene kennt, weiß, dass ein solches Vorwort nicht aus Gefälligkeit entsteht.
Zur Einordnung gehört ebenfalls, wie der Autor auf Kritik reagiert. Ich habe ihm meine Einwände vor der Veröffentlichung geschickt. Er hat sie nachgeprüft, in einem Punkt sachlich widersprochen und mich dort korrigiert, wo ich falsch lag, hat die belegten Punkte eingeräumt und angekündigt, beide Stellen in der Neuauflage zu ändern. Diese Reaktion sagt über die Arbeitsweise eines Autors mehr aus als jede fehlerfreie Seite. Nach gut sechshundert Rezensionen kann ich Ihnen sagen: Sie ist die Ausnahme.
Für wen lohnt sich „Wunderschön“?
Für alle, die wissen wollen, was die Forschung über Attraktivität tatsächlich hergibt, statt was sich moralisch gut anfühlt. Für Leser, die Evolutionspsychologie und Sozialpsychologie mögen und einen dichten Quellenapparat schätzen, an dem sie selbst weiterarbeiten können. Für Menschen, die über einen ästhetischen Eingriff nachdenken und dafür eine nüchterne Grundlage statt einer Klinikbroschüre suchen. Und für alle, die in Debatten über Body Positivity, Schönheitsdruck und Selbstoptimierung nicht mehr mit Schlagwörtern hantieren wollen.
Weniger geeignet ist es für Leser, die Bestätigung dafür erwarten, dass Aussehen letzten Endes keine Rolle spielt. Dieses Buch nimmt ihnen diese Position Studie für Studie weg, und das ist ausdrücklich seine Absicht.
Unterm Strich: ein starkes, ehrliches und ungewöhnlich gut belegtes Buch, dessen Kern stimmt und dessen Autor sich traut, die Statistiken der eigenen Branche zu zerpflücken. Zwei überdehnte Interpretationen und eine nachlässige Schlussredaktion halten es unterhalb der Spitze. Vier Sterne, klare Leseempfehlung.
Weitere Sachbuchtipps findest du in meinen Rezensionen auf bookoffinance.de. Und wenn du wissen möchtest, welches Buch als Nächstes auf meinem Schreibtisch liegt, folge mir auf Instagram und LinkedIn unter @bookoffinance.
Meine 5 Key Learnings aus Wunderschön: Warum wir dem Bann des Äußeren nicht entkommen von Stéphane Stahl:
Babys können das schon
Säuglinge, die nur wenige Tage alt sind, blicken länger auf Gesichter, die Erwachsene als attraktiv einstufen. Ähnliche Ergebnisse gibt es bei Kindern, die erst wenige Stunden auf der Welt sind. Wer Attraktivitätswahrnehmung für reine Prägung hält, muss erklären, wer diese Säuglinge geprägt haben soll.
Die Taille verrät mehr als die Mode
286 antike Skulpturen aus Griechenland, Indien und Afrika liegen beim Verhältnis von Taille und Hüfte im Schnitt bei 0,7. Über 300 japanische Jomon-Figuren aus einer rund 7.000 Jahre alten Kultur ebenfalls. Die populäre Erzählung vom fundamentalen Wandel der Schönheitsideale stützt sich auf Studien, deren Messmethoden Stahl im Detail auseinandernimmt.
Wenn ein Chirurg die Statistik seiner eigenen Branche zerlegt
An der weltweiten Erhebung der Fachgesellschaft ISAPS beteiligten sich rund vier Prozent der 25.000 angeschriebenen Chirurgen, befragt wurde rückblickend über ein ganzes Jahr. Wachstumsschlagzeilen auf dieser Grundlage sind mit Vorsicht zu genießen.
Autofahren ist strenger reguliert als Faltenunterspritzung
Wer die Heilpraktikerprüfung besteht, darf ästhetisch behandeln, und die einzige Voraussetzung für diese Prüfung ist ein Hauptschulabschluss. Anders als beim Führerschein gibt es weder verpflichtenden Unterricht noch praktische Anleitung.
Das größte Leid entsteht nicht beim größten Makel
Bereits 1970 wurde beobachtet, dass milde bis mäßige Gesichtsfehlbildungen seelisch stärker belasten als schwere. Eine Befragung von 400 Menschen, die sich einem Eingriff unterzogen hatten, bestätigt diesen Befund.
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