Ein Plädoyer für den selbstbewussten Weg in Richtung Unternehmertum. Raus aus dem Hamsterrad der scheinbar sicheren Festanstellung mit Mut.
Karriere & Unternehmertum

Chill dich reich

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★★★☆☆

CHILL DICH REICH! von Thomas Lang* – der Titel verspricht etwas anderes als das Buch letztlich vermittelt. Ich persönlich hatte mit einem Finanzratgeber zu passiven Anlagestrategien gerechnet. Entgegen meiner Annahme handelt dieses Buch allerdings von der Selbständigkeit. Es ist ein Plädoyer für die eigenverantwortliche und kreative Reise ins Unternehmertum. / Anzeige

„Dies ist ein Buch über unternehmerischen Erfolg. Erfolg, der dadurch entsteht, dass Du Dir auf Basis entwickelter Kernkompetenzen ein eigenes Geschäftsmodell erarbeitest, das Dir den wirtschaftlichen Freiraum verschafft, um ein angenehmes und reiches Leben zu führen. Wenn Du das Richtige zur richtigen Zeit angehst, kannst Du diesen Weg vergleichsweise gechillt einschlagen.“
Thomas Lang

Der Autor beschreibt zwar, woran er auf dieser Reise die „Chill“-Komponente festmacht, aber offen gestanden ist für mich nichts weiter voneinander entfernt als Unternehmertum und Chillen.

„Wenn ich das Wort ‚chillen‘ in diesem Buch verwende, dann meine ich damit nicht Untätigkeit, sondern eine Form von moderner Entspanntheit, die sehr wohl mit einer zielgerichteten, kreativen und produktiven Lebensführung einhergehen kann. Ich setze das Wort ‚chillen‘ als Gegenpol zu einer Haltung, die mit Erzwingen als Schlagwort zu charakterisieren wäre.“
Thomas Lang

Natürlich befinde ich mich noch am Anfang meiner unternehmerischen Reise, aber dennoch habe ich über all die Literatur, die ich bereits verschlungen habe, tiefe Einblicke in die Geschäftsmodelle so vieler Menschen erhalten. Demnach ist es zwar möglich, sich frühzeitig aus dem operativen Geschäft herauszuziehen oder das Geld ohnehin zeitunabhängig zu verdienen. Dennoch wird ein jeder Mensch, der etwas unternehmerischen Spirit in sich trägt wohl stets neue Ideen und vor allem Lust haben, diese auszutesten.

Prinzipiell hat der Autor recht, dass man einer fremdbestimmten Karriere entkommen kann. Vorausgesetzt, man setzt die richtigen Dinge zur richtigen Zeit um und bedenkt eine effektive persönliche Aufstellung, die die persönlichen Kernkompetenzen im Rahmen eines durchdachten Geschäftsmodells zur Geltung bringt.

Ob das allerdings als „chillen“ durchgeht, sollte jeder und jede für sich selbst entscheiden. Ich habe eher den Eindruck, dass man vor allem im Angestelltenverhältnis problemlos auch mal chillen kann, ohne direkte Konsequenzen zu spüren. Nicht aber im Unternehmertum.

Extrem gelungen empfand ich den Einstieg dieses Buches. Die ersten Kapitel sprühen nur so vor positiver Emotion hinsichtlich einer unternehmerischen Tätigkeit. Es sind spannende Perspektiven dabei, die ich so bisher noch nicht gelesen habe, und es ist sehr angenehm geschrieben. Im Laufe des Buches nimmt dies allerdings leider ab und das Buch mutiert zu einem eher nüchternen und trockenen Ratgeber.

Die Motivation des Autors zum Buch entsprang wohl auch seinem eigenen Lebensweg. So startete er zunächst eine recht geradlinige Karriere als Angestellter, kündigte jedoch an seinem 30. Geburtstag. Damit begann eine spanende Entdeckungsreise für ihn. Sein erstes eigenes Unternehmen verkaufte er mit Gewinn und gründete danach zahlreiche weitere Unternehmen.

Dabei soll es aber nicht um die plumpe Anhäufung von Vermögen gehen, sondern vielmehr um Erfüllung im Leben:

„Reichtum bedeutet dabei nicht allein und auch nicht in erster Linie das Ansammeln von Geld, sondern ist erst einmal zu verstehen als ein Ausdruck von Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Souveränität, Zeithoheit und Zielfreiheit bezogen auf Dein Leben und dessen Gestaltung. Wenn Du diesen Reichtum aber richtig einsetzt, dann wirst Du auch materiellen Erfolg erreichen können.“
Thomas Lang

Wovon der Autor allerdings überhaupt nichts hält, ist erzwungener Erfolg. Denn sowas funktioniere in der Regel nicht dauerhaft. Zudem  blieben, wo es doch funktioniert, zu viele Leichen auf der Strecke. So würde der Erfolg durch viele andere Verluste erkauft.

„Manchmal wird man auf einem erzwungenen, von Selbstausbeutung, Härte und Unnachsichtigkeit gesäumten Weg zu einem Teilerfolg des Lebens sogar zum Zombie. Nicht zuletzt aufgrund der allgemeinen Kenntnis von Fieslingen und sonstigen Sozialautisten, die wirtschaftlichen Erfolg vorweisen können, hat sich doch die Volksmeinung herausgebildet, dass Geld den Charakter verderbe.“
Thomas Lang

Thomas Lang sieht die Kausalität ganz anders: Geld, Macht und Erfolg wirken für ihn nur als Verstärker von Charakterzügen, die bereits in den Menschen angelegt sind. Diese Meinung teile ich mit ihm.

Besonders originell empfand ich seine Passagen zur Karriereleiter, die mich selbst auch nochmal zum Grübeln gebracht haben:

„Ich habe ja schon an früherer Stelle den gerne von mir zitierten Spruch wiedergegeben, dass ein Hamsterrad von innen aussieht wie eine Karriereleiter. Fakt ist: Das, was man gemeinhin Karriere nennt, insbesondere der Aufstieg in bestimmten Unternehmenssystemen, bedeutet einfach nur, dass jemand einen Weg gefunden hat, wie man Dich dazu bringt, dauerhaft in den Produktions- und Geschäftsmodellen fremder Unternehmer oder Eigentümer zu arbeiten, zu deren Wohlstand beizutragen und dabei selbst auch noch zu denken, Du hättest etwas erreicht. Du wirst – im Gegenteil – platt gesprochen einfach nur verarscht. Die ganze Karrierenummer mit den Titelchen und den Insignien und den Inaugurationsriten etc. hat sich – verschwörungstheoretisch gesprochen – eine Karriereindustrie ausgedacht, die darauf ausgerichtet ist, Dich zu einem gefügigen Teil des Apparates zu machen, eines fremden Produktionssystems, um dort Deine mannigfaltigen Ressourcen einzubringen und (vor allem) an anderer Stelle den Wohlstand zu mehren. Selbst wenn Du aufgrund eines ganz netten Gehaltes denkst, Du hättest auch einen guten Teil davon abbekommen. Das ist eine ziemliche Illusion. Es sind meist nur Peanuts im Verhältnis zu dem, was Du bekommen müsstest oder durch eine andere Aufstellung sogar ziemlich sicher bekommen könntest.“
Thomas Lang

Für manche mag das hart klingen, aber vieles davon kann ich so unterschreiben und der Rest macht auf den zweiten Blick ebenfalls Sinn.

Nur warten auf dem Weg in die Selbständigkeit etliche Hürden und auch auf die geht der Autor ein. Leider nicht mehr mit so viel Schwung wie in den ersten Passagen, aber trotzdem durchaus ansprechend.

So bekommt dieses Werk am Ende von mir 3 von 5 Sternen und damit ein „gut“. Schlicht, weil es zum Ende hin leider etwas zu anstrengend wird, dem Autor zu folgen. Hier hätte man den Schwung aus den ersten Kapiteln mitnehmen müssen, etwas mehr für die Visualisierung tun können und nicht den Kardinalfehler begehen dürfen, zu viele wirklich komplexe Themen in Fließtextform aneinanderzureihen. Das Buch hat gerade einmal knapp über 200 Seiten. Da hätte man sicherlich einiges entzerren und für die Leserschaft greifbarer aufbereiten können.

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