Replay – Das zweite Spiel

★★★☆☆

REPLAY – Das zweite Spiel von Ken Grimwood ist einer der wenigen Romane, die ich – neben den absoluten Klassikern – in meinem Leben gelesen habe. Dieses Science-Fiction Buch wurde mir aber sehr ans Herz gelegt, weshalb es auf meine Liste kam. Ohne großartig zu spoilern, handelt die Story von Menschen, die aufgrund einer Anomalie ihr Leben – gefangen in einer Zeitschleife – wieder und wieder leben dürfen und dabei natürlich allerlei ausprobieren. Über all diese unterschiedlichen Leben hinweg und die damit begleitende Suche nach der wahren Erfüllung, wird einem mehr als deutlich bewusst, welche Rolle Geld in diesem Zusammenhang spielt. Somit kann uns selbst dieser Science-Fiction Roman etwas über den Vermögensaufbau näherbringen. Denn in den ersten Tagen nach jedem neuen Erwachen widmeten die Personen sich stets zunächst darum für ausreichend Kapital zu sorgen, um das Leben zu leben was man möchte und genau diese Beobachtung ist mir für euch so wichtig: Obgleich die Darsteller im Buch mal mehr oder mal weniger ihre Erfüllung gefunden haben, so war es doch immer ihr Vermögen, was ihnen überhaupt die Möglichkeit gegeben hat, frei beobachten und entscheiden zu können! Abschließend: Wer zur Abwechslung von all den Sachbüchern mal einen inspirierenden Roman lesen möchte, wird nicht enttäuscht, man darf aber keinen Wissenszuwachs erwarten – es handelt sich letztendlich um Entertainment.

Romane und Thriller sind das Herzensthema vieler meiner Freundinnen. Ich selbst habe die Fitzek Bücher durch meine Familie laufen sehen. Jeder hat mit jedem getauscht und stundenlang wurde darüber philosophiert, welches nun das spannendste oder erschreckendste Buch war. Wenn man solche Bücher gemeinsam liest, dann ist es sicher ein schönes Thema zum austauschen und das Lesen eines Romans kann man natürlich nicht mit dem Lesen eines Sachbuches vergleichen. Einen 700 Seiten Roman an einem Tag auszulesen ist für die meisten erfahrenen Leserinnen keine Besonderheit, aber ein 700 Seiten Fachbuch an einem Tag zu lesen könnte zu ernsthaften Kopfschmerzen und Strömen von ungeordneten Gedanken führen. Und genau darin liegt der Unterschied.

Einen Roman oder einen Thriller liest man zur Entspannung, zum Spaß, zum Vergnügen. Ein Fach- oder Sachbuch, um sich Wissen anzueignen, auf neue Gedanken und Ideen zu kommen und anschließend ins Handeln zu kommen. Sollte man zumindest meinen. Meine Erfahrung ist dabei eine andere.

Auf der einen Seite gibt es auch Fach- und Sachbücher, die einen ähnlich hohen Unterhaltungswert haben, wie Romane oder Thriller. Beispiele hierfür sind DER REICHSTE MANN VON BABYLON von George S. Clason* oder DER ALCHIMIST von Paulo Coelho*. Beide Bücher vermitteln nicht nur eine Moral, wie sie in jedem guten Roman ebenfalls zu finden sein sollte, sondern eine ganze Reihe an Lebensweisheiten und nützlichen Handlungsempfehlungen zur eigenen Umsetzung. Somit lässt sich Wissensaufbau und Vergnügen mit dem richtigen Sach- oder Fachbuch durchaus verbinden. Beim ähnlichen Fall des Spielfilms und der Dokumentation würden da noch mehr zustimmen.

Auf der anderen Seite kommt das große Problem der Umsetzung des erlernten Wissens. All das Wissen und all die Botschaften, die wir einem Sach- oder Fachbuch entnehmen können, nutzen rein gar nichts, wenn wir nach dem Lesen – oder am besten noch während des Lesens – ins Handeln kommen. Ich muss leider immer und immer wieder Menschen beobachten, die ähnliche Bücher gelesen haben wie ich und dann von den Inhalten und Ideen schwärmen, aber komplett konträr leben. Was bringt es mir ein Fachbuch in die Hand zu nehmen, was mir neue und in der Regel auch bessere Ideen mit auf dem Weg gibt, wenn ich danach mein Leben unverändert weiterlebe? Das ergibt für mich keinen Sinn, für viele Leser ist es aber ständiger Alltag. Irgendwann setzt dann das Vergessen ein und selbst wenn man nun noch umsetzen wollen würde, könnte man es nicht mehr. Diesen Menschen bleibt zum Schluss aber immer noch das Argument, dass sie so viel Fachliteratur bereits gelesen haben. „Schön“, kann ich in diesem Moment nur sagen. Ich habe ebenfalls weit mehr als 300 Sach- und Fachbücher bereits gelesen, aber das Wissen stets angewendet oder für später aufbewahrt, wenn die Weichen zur Umsetzung gestellt wurden. Und ehrlich gesagt würde ich mir auch in den Hintern beißen, wenn ich die ganzen Stunden aufgewendet hätte, um schlussendlich immer noch an der gleichen Stelle zu stehen. Und das ist dann auch mein größter Kritikpunkt an Roman und Thrillern.

Diese Genres bringen einen Menschen einfach nicht sonderlich weiter. Ich hatte gerade bereits erwähnt, dass Gute Romane oder Thriller eine Botschaft enthalten, aber selbst diese Botschaft ist meist nicht mehr als eine simple Bauernweisheit und somit unterscheidet den typischen Harz-4-TV Konsumierer nicht viel vom Roman- und Thriller-Leser. In beiden Fällen geht es nur um den Konsum von Entertainment und man ist anschließend nicht weiter. Dabei sei aber dem Leser zu Gute zu halten, dass er zumindest nicht verblödet, obgleich das beim Konsumenter der geistreichen Mittagsprogramme nicht unbedingt vermutet werden kann.

*Affiliate Link