★★★★☆

AMERIKA IN FLAMMEN von Jakob J. Paulus* ist ein politisches Self-Publishing Sachbuch, das sich den politischen Herausforderungen der Vereinigten Staaten von Amerika widmet. Dabei thematisiert das Buch den ein oder anderen Missstand, der bereits international in Medien, Politik und Bevölkerung debattiert wurde und wird. Die USA sind zweifelsohne ein einzigartiges Land. Aber in vielerlei Hinsicht werden sie ihren eigenen Ansprüchen und Versprechen nicht gerecht, in anderen Bereichen haben sie dagegen Beeindruckendes geschaffen. So betrachtet es der Autor und widmet sich auf etwas mehr als 250 Seiten mit ausgiebigen Quellverweisen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft des Landes.

Selbstverständlich kann er dabei nicht bis ins kleinste Detail gehen, dennoch hat er zumindest mich – und das, obwohl ich ein Jahr in der USA gelebt habe – mit etlichen Fakten überrascht. Mancher Missstand und manche Kausalketten waren mir so vorher noch nicht bewusst, auch weil ich mich dem Thema noch nicht in einer solchen Tiefe genähert habe.

Für Millionen von Einwanderern und Einwanderinnen waren und sind die Vereinigten Staaten von Amerika das „Leuchtfeuer der Hoffnung“, wie Präsident Barack Obama es einst ausdrückte. Gerade in den letzten Jahren sind aber diverse Diskussionen aufgekommen, die das Bild bröckeln lassen. Dinge, die die Nation nun vor einen großen Haufen voll Arbeit stellen. Und der Autor schreibt zu Recht, dass es zu hoffen bleibt, dass sich das amerikanische Volk in naher Zukunft wieder auf die Qualität und die Werte besinnt, für die es sich selbst und sein Land so oft preist. Dazu wird aber ein enormes Umdenken von Nöten sein.

Als atheistischer Liberalist plädiert der Autor für die Rückkehr zur Vernunft in Politik und Gesellschaft sowie für die Werte des Säkularismus und der persönlichen Freiheit der Einzelnen.

Für mich ein spannender Einblick in eine Nation, ihre Gesellschaft und Politik, wie ich ihn so noch nicht in der Tiefe und Breite hatte. Auf jeden Fall lesenswert für Politikinteressierte. Und auch wenn ich mit der Meinung des Autors nicht immer 100% übereinstimme, war es dennoch spannend, seinen Gedankengängen zu lauschen.

In seinem Buch beschreibt er, wie nicht nur aus seiner, sondern aus der Sicht der breiten Bevölkerung in den USA der amerikanische Traum zum Albtraum wurde. Wir erfahren von Internetprediger:innen, von Diskriminierung, einem zweifelhaften Wahlsystem, der Abschaffung der Sklaverei, der Schere zwischen Arm und Reich und, und, und.

Dabei werden seine Ausführungen stets von dem Grundgedanken bei der Gründung der USA geleitet:

„Die Vereinigten Staaten von Amerika versprachen, ein Land zu werden, das alles besser machen würde.“
Jakob J. Paulus

Aber was ist nach der langen Zeit aus Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück geworden?

Bereits in frühen Zeiten nach der Gründung der Vereinigten Staaten wurden die Prinzipien, auf deren Fundament das Land erbaut wurde, durch verschiedene Handlungen auf die Probe gestellt.

„Doch wie lassen sich diese noblen Werte mit der grausamen Geschichte unzähliger Sklaven in Einklang bringen? Wie passen christliche Fundamentalisten ins Bild, die auf der einen Seite Liebe predigen, gleichzeitig jedoch Hassverbrechen gegen Mitmenschen begehen, die anders aussehen oder leben als sie selbst? Und was wird aus Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück, wenn ein korrupter Milliardär mit autokratischen Fantasien in solch einer Gesellschaft zum Präsidenten aufsteigt?“
Jakob J. Paulus

Donald Trump ist aber nicht das Hauptthema des Buches. Er findet mit seinen Aussagen und vor allem der Geschichte seiner Wahl zwar in einigen Kapitel Einzug, wird aber nicht zum Mittelpunkt.

„Als ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten und Symptom vieler der im Buch beschriebenen Probleme werden wir uns dennoch öfter mit ihm befassen dürfen.“ 
Jakob J. Paulus

„Die Vereinigten Staaten von Amerika: eine Nation, die schwer zu beschreiben und noch viel schwieriger zu verstehen ist. Die USA sind ein Land der Superlative. Das amerikanische Volk schaut oft mit ehrerbietendem Blick auf die eigene Geschichte und die vielen amerikanischen Errungenschaften zurück. Angesicht der unzähligen Erfolge, die das Land vorzuweisen hat, ist dieser Stolz in weiten Teilen sogar gerechtfertigt. So ist es beispielsweise nur schwer abschätzbar, wie unser Planet heute aussähe, wenn die USA sich aus dem zweiten Weltkrieg herausgehalten hätten.“
Jakob J. Paulus

Man spürt in den Kapiteln, dass der Autor generell pro Amerika eingestellt ist.

Es wird deutlich, dass ihm die Gründungsprinzipien des Landes teuer und wertvoll sind, und dass er seine Worte im Grunde aus der Motivation heraus wählt, dass diese Nation auch dafür einsteht.

„Es wäre nicht weit hergeholt zu behaupten, dass Amerikaner überdurchschnittlich positiv über ihr Land denken. Bei dieser ausgeprägten Liebe für das Heimatland beginnen jedoch auch die ersten Probleme der Vereinigten Staaten, die Hauptthema dieses Buch sein werden. Nationalstolz und Patriotismus. Wie man sie in den Bevölkerungen vieler vorfindet, sind grundsätzlich nicht schädlich. Definiert man eine patriotische Einstellung in erster Linie als Bewunderung gegenüber den demokratischen Grundprinzipien von Freiheit und Gleichheit, die Würdigung der eigenen Gesellschaft und den gegenseitigen Respekt zu seinen Mitbürgern, so ist Patriotismus in der Tat eine feine Sache. Beschäftigt man sich jedoch mit dem Beispiel der Vereinigten Staaten, wird rasch deutlich, dass viele Amerikaner oft von Kindesbeinen an eine Art nationaler Hochmut anerzogen wird.“
Jakob J. Paulus

Der Autor sieht die Gründe der zahlreichen Herausforderungen in den Vereinigten Staaten zumindest teilweise in der Differenz zwischen dem Selbstanspruch der USA und den Lebenswirklichkeiten von Millionen von Amerikaner:innen. Denn wo auf der einen Seite große Versprechungen und Werte stehen, finden sich auf der anderen Seite häufig Ernüchterung, Hass, Unterdrückung und Ungerechtigkeit.

„Kurzum: ein Land, welches den Geist seiner Gründerväter bereits zu seiner Staatsgründung wieder verdrängte.“ 
Jakob J. Paulus

Für mich definitiv ein gelungenes Werk, das der junge Autor hier im Self-Publishing auf die Beine gestellt hat.

Und auch wenn ich nicht mit zweierlei Maß rechne, muss man doch hervorheben, dass dieses Buch ganz und gar nicht wie ein typisches Self-Publishing-Buch wirkt. Ganz im Gegenteil, der Autor hat sich sowohl optisch wie auch inhaltlich deutlich von der Masse abgehoben und bewegt sich damit auf Verlagsniveau. Davon können sich viele andere eine Scheibe abschneiden. Dieses Buch umfasst beispielsweise ein deutlich umfangreicheres Quellverzeichnis mit sauberen Verweisen auf beinahe allen Seiten als dutzende Verlagspublikationen, die ich schon in den Händen halten durfte.

Mal ganz davon abgesehen, dass einige Verlagsautor:inneen nach meiner vernichtenden Kritik – entgegen den Aussagen des Verlages – immer noch darauf bestehen, dass der Verlag ihnen verboten habe, ihre haarsträubenden Aussagen mit Quellen zu belegen.

Der Autor hat sich einem heiß diskutierten Thema gewidmet und vertritt dabei teilweise sehr kontroverse Positionen.

Bei seinen Thesen und Aussagen verweist er aber stets auf Quellen und baut auch Grafiken und Statistiken sinnvoll in den Fließtext ein. Manches Mal wurde es mir aber dennoch zu wertend und an gewissen Stellen hat auch die Tiefe in der Thematik gefehlt. Aber wie sollte es auch bei einem solch umfangreichen Thema auf nur knapp 250 Seiten sein.

Trotzdem gibt dieses Buch einen wirklich guten Überblick über eine Vielzahl an Herausforderungen, vor denen die USA in den nächsten Jahrzehnten als Nation und Gesellschaft noch stehen werden. Teilweise sind es hausgemachte Probleme, teilweise aber auch Themen, die die gesamte westliche Welt beschäftigten und noch weiter beschäftigen werden.

Mit etwas mehr Schliff im wertenden Ausdruck – vielleicht noch mit einem Stück weit mehr belastbaren Daten, da die Themen doch heikel sind – und leicht verbesserter Formatierung mit schönen Kapitelübergängen etc. wäre noch mehr drin gewesen. Trotzdem gibt es von mir verdiente 4 von 5 Sternen.

Sehr gute Arbeit vom Autor, der für viele Self-Publisher:innen ein Vorbild sein könnte, was den sauberen Aufbau, die aufrichtige Recherche und den Sinn für das passende Layout angeht.

„Man mag mich einen unverbesserlichen Optimisten nennen, doch trotz aller Kritikwürdigkeit der USA und trotz all der dort herrschenden Probleme bin ich davon überzeugt, dass sich das Land mittel- bis langfristig auf einen Weg der Besserung begeben wird. Die nächsten Jahre werden aller Voraussicht nach äußerst aufreibend bleiben.“
Jakob J. Paulus


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