★★★☆☆

AUS. ZEIT. von Lena Gerdung* ist ein kleines wunderschön golden gestaltetes Sammelwerk voll mit den Gedanken einer Unternehmerin, die Veränderung, Orientierung und Neuausrichtung suchte. Es handelt sich um ein sehr persönliches, an manchen Stellen vielleicht auch intimes Buch, das mehr mit einem Tagebuch als mit einer gewöhnlichen Publikation gemein hat. Gewöhnlich ist es aber keinesfalls. Vielmehr bringt es die Fragen zum Ausdruck, die die Autorin während ihres Leerjahrs als Unternehmerin begleiteten.

„Das kann doch nicht alles gewesen sein?!“ – dachte ich mir. Die Konsequenz; 2019 habe ich meine überaus erfolgreiche Praxis für Physiotherapie verkauft, um neue Wege zu beschreiten. Gut geplante Wege übrigens, bin doch Miss Structure, doch dann kam alles anders und es passierte: das Leben.“
Lena Gerdung

Diese Frage stellen sich sicherlich viele Menschen, gerade im Alter zwischen 18 und 35.

Doch nur die wenigsten besitzen den Mut, sich auf die Reise zu sich selbst zu begeben, und achtsam auf sich selbst und den eigenen Körper zu hören. Denn die Antworten, nach denen wir auf dieser Reise begehren, liegen bekanntlich bereits in uns. Zu diesem Thema finden sich bereits unzählige Publikationen auf dem Markt. Unter anderem angeführt von den Ausnahmeautoren Paulo Coelho und John Strelecky. Aber dieses Buch hier ist im Vergleich dazu etwas anders, denn die Autorin spricht mehr mit sich selbst als mit den Leser:innen.

„Es sind Schriften, die in meinem Kopf zusammenfanden. Ein buntes Konglomerat aus Perspektiven, Worten, Gedanken und Gefühlen. Verfasst von einer Frau, die an einer Wegkreuzung stand; ich bin ehrlich, an manchen Tagen stehe ich an weiteren …“
Lena Gerdung

Die Kapitel werfen allerdings leider deutlich mehr Fragen auf als sie beantworten. Sie folgen keinem roten Faden und wirken an vielen Stellen eher wie Stückwerk als ein in sich schlüssiges Konzept. Das finde ich offen gestanden sehr schade, denn manche Ideen aus dem Buch hätten wirklich Potenzial. Leider wird dieses Potenzial aufgrund mangelnder Tiefe und Ausarbeitung verschenkt.

Die Autorin ruft noch auf: „Lassen Sie uns zusammen die Welt mit anderen Augen betrachten!“ und regt dazu an einigen wenigen Stellen an. Jedoch schafft sie dies nicht mit der gewohnten Durchschlagskraft anderer Autor:innen im gleichen Themenfeld. Hier findet ihr eine Auswahl.

Ich weiß, dass sie heute anders über das Buch denkt als während des Schreibprozesses.

Wohlmöglich haben sie exakt die Fragen und Gedanken, die sie mit uns in ihrem Buch teilt, dorthin gebracht, wo sie heute steht. Der gesamte Prozess des Schreibens hat ihr daher wahrscheinlich schon an sich viel Orientierung gegeben. Das unterstreicht aber nochmal, dass der Fokus des Buches tatsächlich mehr auf der Autorin und weniger auf den Leser:innen liegt.

Der Prozess des Schreibens ist sicherlich ein sehr guter Ansatz, um sich selbst über all das bewusst zu werden, was im eigenen Kopf und Inneren vor sich geht. Auch ich schreibe beispielsweise jeden Morgen meine „Morning Pages“. Ein Sammelsurium aus Gedanken, die mir gerade durch den Kopf schwirren. Ängste, die ich habe. To-dos, die anstehen. Und Ideen, die irgendwann vielleicht mal in die Umsetzung kommen könnten. Das alles hilft mir, mit klarem Fokus in den Tag zu starten. Ich schreibe mir förmlich alles vom Herzen.

Einen ähnlichen Eindruck hatte ich beim Lesen des Buchs von Lena Gerdung.

Was mir als Leserin gefehlt hat, war die inhaltliche Tiefe der Gedanken. Denn sehr häufig wirkt es, als hätte sie lediglich den ersten Gedanken, den ersten Satz, der ihr in den Sinn kam, zu Papier gebracht. An vielen Stellen werden Gedanken nicht weitergesponnen, ihnen wird kein Raum gegeben sich zu entfalten und mit weiteren Gedanken zu verbinden, um dann wirklich kraftvolle Fragen hervorzubringen.

Solche, die in unserem Kopf bleiben. Die das Buch hätten nachhallen lassen und ihm Tiefe verliehen hätten. Auch die ein oder andere Antwort hätte daraus entspringen können. Denn so verrückt es klingt, im inneren Dialog können wir zu einer Vielzahl von Antworten kommen, die wir in erster Instanz so noch nicht parat hatten.

So begleiten wir in einem trotz der Kritik – vor allem aufgrund des liebevoll gestalteten Layouts – guten Buch eine Frau auf ihrem Weg:

„Berge, Seen und Häuser, sie fliegen an mir vorbei. Auf der anderen Seite eine gründliche Frau mit der Frage, ob ich einen Kaffee haben möchte.“ Lena Gerdung Mit ganz normalen und typischen Alltagssituationen und dem Trubel um uns herum. Ein Buch mit großem Potenzial, das allerdings leider nur zu Teilen ausgeschöpft wurde.


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