★★☆☆☆

DAS TEEHAUS AUF DEM BERG DES GLÜCKS von Phil Distelkamp* ist ein kleines Büchlein, auf das ich mich bereits aufgrund des ansprechenden Themas und schönen Covers sehr gefreut habe. Neben all der Finanz- und Steuerliteratur der letzten Wochen, tut auch ein solches Buch mal zur Abwechslung gut. Denn eine Geschichte über den Umgang mit sich selbst kann definitiv nie schaden. Vor allem nicht in stressigen Zeiten.

Bereits vor dem ersten Aufschlagen des Buches wurde mir gesagt, dass es sich inhaltlich und stilistisch ein wenig an das Café am Rande der Welt anlehnen würde. Das liegt offen gestanden beim Titel bereits recht nahe, aber ich war gespannt, inwieweit es sich auch abgrenzen würde.

Inhaltlich beschäftigt sich das Buch mit der Wanderung der Hauptfigur Glen mit seiner besten Freundin Melissa. Sie beide begeben sich hinauf zum Teeberg und diese kleine Reise wird zum Wendepunkt. Denn bislang hatte Glen das Gefühl, dass sein Leben förmlich an ihm vorbeizieht. An diesen Stellen spürt man bereits die Parallelen zu John Strelecky. Der Ausflug verläuft für die beiden ganz anders, als sie es eigentlich erwartet haben, genau eben wie im Leben „da erhält man nicht das, was man sich wünscht, aber genau das, was man braucht.“ Eben genau wie die Hauptfigur im Café am Rande der Welt ebenfalls nur das serviert bekommt was er braucht und nicht das, was er bestellt.

Versteht mich an dieser Stelle bitte nicht falsch, ich habe kein Problem, wenn man sich von anderen inspirieren lässt, aber dann darf man eben auch im weiteren Verlauf nicht den Vergleich scheuen.

Diese Wanderung führt dazu, dass die Hauptfigur einige grundlegende Lebenseinstellungen überdenkt und ein neues Gedankenkonstrukt implementiert.

„Ich halte nichts von Tipps wie lebe jeden Tag als wäre es dein Letzter. Sie lassen jegliche Realität und Nachhaltigkeit missen. Mit meinem Buch appelliere ich für einen bewussteren Umgang mit der Zeit, mit Geld, Dingen, Freunden, Glück, Zufriedenheit und Erfüllung.“
Phil Distelkamp

Unterm Strich konnte mich das Buch jetzt aber nicht wirklich überzeugen und dafür gibt es gleich eine Vielzahl von gründen

Es ist definitiv kein schlechtes Buch, aber eben für mich auch kein Gutes. Denn ich muss es – aufgrund der thematischen Ähnlichkeit – mit Büchern wie DER ALCHIMIST von Paulo Coelho* (hier kommst du zu meiner Rezension) und eben dem CAFÉ AM RANDE DER WELT von John Strelecky* (hier kommst du zu meiner Rezension) vergleichen. Und da kann es leider absolut nicht mithalten.

Das Layout dieses Buches ist unschöner Weise typische Self Publishing Qualität

Weder der Einband ist wirklich hochwertig noch die innere Gestaltung. Das Cover ist meiner Meinung nach extrem gut gelungen, aber davon ist im Buch selbst nichts mehr zu spüren. Mit Ausnahme des Covers und Backcovers ist nicht auf einer einzigen Seite auch nur ein Fleckchen Farbe oder eine Grafik, eine Zeichnung, eine Verzierung etc. Lediglich die Überschriften sind fett geschrieben, ansonsten finden sich auch keinerlei Hervorhebungen im Buch. Die Zeilenabstände sind meiner Meinung nach viel zu groß und wirken eher so, als wollte man das Buch strecken.

Auch der Umfang des Buches ist für mich deutlich zu gering

Das Café am Rande der Welt ist bereits recht kurz. Aber dieses Buch hier fehlen meiner Meinung nach nicht nur etliche Seiten, die Seiten, die ich hier wiederfinde sind aufgrund der Zeilenabstände auch noch gefühlt halb leer. So hätte es im normalen Druck bei Dtv oder im Diogenes Verlag wahrscheinlich um die 70 Seiten. Aber diese beiden Verlage würden aus den 70 Seiten dann mit passenden Bildern, Zeichnungen, Hervorhebungen und Co. 90 Seiten machen, welche deutlich hochwertiger wären.

Unterm Strich führt auch das dazu, dass mich die Story dieses Buches nie wirklich gecatcht hat

Dem gesamte Szenerie Aufbau fehlt für mich das gewisse Etwas. Es ist alles sauber, aber es fehlt die Atmosphäre, die ein gutes Buch haben sollte.

Auch die Dialoge wirken eher platt und wenig ansprechend

Bei einem guten und erst recht bei einem sehr guten Buch erwarte ich, dass die Dialoge sprechend und schwingend sind. Dass man hineingezogen wird und das Gefühl hat, am Geschehen teilzunehmen. Vielleicht hätte ich einen anderen Eindruck gehabt, wenn ich die besagten beiden anderen Bücher oben nicht gelesen hätte, aber auch DAS BUCH EINES SOMMERS von Bas Kast* (hier kommst du zu meiner Rezension) konnte mich zwar nicht 100% überzeugen, aber war deutlich besser als dieses hier.

Der Inhalt ist zwar interessant, hat mich aber auch nicht vom Hocker gehauen

Die Message der Kennzahl ROH als Return on Happyness oder eben Glücksrendite auf all das was wir tun und lassen ist ein schöner Gedanke, aber auch irgendwie nichts wirklich Neues. Schon in einer Vielzahl anderer Bücher findet man genau diese Grundidee – vielleicht nicht mit dem wörtlich gleichen Namen, aber darauf kommt es bekanntlich nicht an – aber eben deutlich besser ausgestaltet.

„Es ist toll, ambitionierte Ziele zu verfolgen. Das persönliche Glück sollte dabei aber nicht auf der Strecke bleiben.“
Phil Distelkamp

„Wie oft hast du heute schon gelacht? Ist das genug?“
Phil Distelkamp

Für mich begann das Buch erst lebendig zu wirken, als der Autor im Anhang seine Lebensgeschichte erzählte

Erst da hatte ich das Gefühl, dass die Wörter sprechend waren. Auch seine dort formulierte Intention mit dem Buch ist wunderschön:

„Vielleicht kann ich mit diesem Buch für jemanden eine Energietankstelle schaffen, die man jederzeit aufblättern und besuchen kann. Wenn ich mit meiner Geschichte kleine Akzente und Denkanstöße setzen konnte, habe ich mein Ziel erreicht. Kann ich nur eine Person dazu bewegen, nachhaltig in ihren ROH und damit in ein zufriedeneres und bewusstes Leben zu investieren, habe ich mein Ziel übertroffen.“
Phil Distelkamp

Aber ich kann dem Buch aufgrund der genannten Kritikpunkte einfach nicht mehr als 2 Sterne geben. Es ist solide, aber für mich wieder ein absolut perfektes Beispiel, warum sich die Veröffentlichung in einem renommierten Verlag definitiv lohnt. Eine bessere Bewertung wäre einem John Strelecky, Paulo Coelho oder Bas Kast gegenüber einfach nicht fair gewesen.


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