★★★★☆

DAS LEBEN IST WIE EIN SCHNEEBALL von Alice Schroeder* umfasst die unglaublich umfangreiche Biografie der Börsen-Ikone schlechthin. Wer bereits Aktien gekauft, sich mit der Börse beschäftigt oder auch nur auf die Liste der vermögendsten Menschen der Welt geschaut hat, wird zumindest den Namen Warren Buffett kennen. Was wir wirklich über Menschen wissen und was wir glauben zu wissen, klafft bekanntlich häufig auseinander.

Warren Buffett ist für mich lange Jahre ein solches Mysterium gewesen. Man liest zwar viel über ihn, aber davon ist nur wenig wirklich persönlich. Die meisten Texte beschäftigen sich bei solch erfolgreichen Personen eher mit ihren Strategien, ihren Erfolgen und den Tipps, die sie für die Nachwelt haben. Diese Biografie taucht tiefer in das Leben des Warren Buffett ab, den die meisten von uns so bisher wahrscheinlich noch nicht kannten.

Dieses Buch wurde zweifelsohne nicht zu Unrecht zum Spiegel-Bestseller und ist definitiv ein Buch für den etwas längeren Lesespaß. Denn über 1.000 Seiten mit Anhang und Register liest man nicht mal eben so. Und offen gestanden hätte ein solches Werk über die Legende Warren Buffett es auch nicht verdient, mal eben verschlungen zu werden.

Seit Jahrzehnten zählt er zu den vermögendsten Menschen unseres Planeten und blickt dabei auf eine bewegte Geschichte zurück.

Die Autorin hat für ihre Recherche viel Zeit mit ihm, seiner Familie und seinen Freunden verbracht. Allein darauf bin ich neidisch. Sie durfte einen Blick in Fotoalben werfen und erfuhr aus erster Hand, was er ganz persönlich als seine schwierigsten Phasen und größten Erfolge definiert.

Was solche Biografien stets vor allem ans Licht befördern: auch Persönlichkeiten wie Warren Buffett sind am Ende vor allem eines – Menschen. Ganz normale Menschen wie du und ich, die in ihrem Leben nur ein paar andere Entscheidungen getroffen haben als wir, viel lernen durften, aber natürlich genauso Stärken und Schwächen haben wie wir. Warren Buffett ist kein Übermensch und auch kein Genie. Vielmehr war und ist er unglaublich bodenständig, wissbegierig und fleißig. Insbesondere diese drei Eigenschaften unterscheiden ihn – vor allem in Kombination mit seinem Erfolg – von dem Durchschnitt der Menschen da draußen.

Eine Person wie er könnte sich so enorm viel auf den eigenen Erfolg einbilden. Doch das macht er nicht. Er könnte ebenfalls im Netz mit all den materiellen Dingen protzen, die er sich mittlerweile dutzendfach leisten könnte. Doch er tut es nicht. Und auch seine Performance als Investor könnte er jeder Person immer wieder unter die Nase reiben. Er könnte sich als Speaker auf Events und als großer Guru inszenieren und damit Scharen von jungen hungrigen Menschen ausnehmen. Aber auch das hat er nicht nötig. Warren Buffett ist vielleicht gerade deswegen für viele Menschen ein Mysterium, weil er so anders ist als das typische Bild eines Milliardärs, das uns die Medien ideologisch zeichnen wollen, um uns neidisch zu machen.

Alice Schroeder hat es geschafft, seine Geschichte auf wunderschöne Art und Weise auf Papier zu bringen. Dabei hat sie die Dinge allerdings nicht komprimiert. Biografien sind in der Regel ohnehin bereits deutlich umfangreicher als reguläre Sachbücher. Trotzdem sind über 1.000 Seiten eine Ansage. Problematisch wird dies besonders durch die wirklich grausame Bindung.

Ich habe zwar selbst keine Ahnung, wie man 1.000 Seiten besser verpacken könnte. Aber diese wirklich unglaublich dünnen, leicht reißenden Seiten sind absolut katastrophal zu lesen.

Auch das dünne Cover sieht schon nach wenigen Tagen aus, als hätte es monatelang auf dem Wühltisch oder am Strand gelegen. So macht es wirklich keinen Spaß, in diesem gefühlt 10 kg schweren Buch zu blättern. Diese Worte habe ich bislang noch nie in den Mund genommen, aber dies ist das erste Buch, das ich tatsächlich lieber als Hörbuch empfehlen würde.

Trotzdem lohnt es sich einfach, die Inhalte dieses Buches aufzusaugen wie ein Schwamm. Vor allem für die Menschen, die es noch zu keiner Hauptversammlung nach Omaha geschafft haben, das aber immer schon machen wollten.

Das ganze Buch ist darüber hinaus gespickt mit illustrierten Zitaten aus den aufgezeichneten Interviews. Warren Buffett gab der Autorin volle Einsicht in all seine Akten und Korrespondenzen und vor allem so viel Zeit, wie sie benötigen würde.

„Am Ende ergaben meine eigenen intensiven Erfahrungen mit Warren und die tausenden von Puzzleteilchen aus so vielen verschiedenen Quellen dieses Porträt eines faszinierenden und hochkomplexen Mannes.“
Alice Schroeder

Daraus ist diese zweifelsohne spannende Biografie der allseits bekannten Börsenikone entstanden.

Aber dieses Erlebnis ist wohl tatsächlich als Hörbuch besser geeignet als in dieser gebundenen Version mit ihren 1.000 dünnen und leicht rissigen Seiten. Obgleich ich nicht wissen möchte, wie viele Stunden das Hörbuch umfasst.

Etwas kritisch muss ich noch anmerken, dass ein Warren Buffett auf über 1.000 Seiten nicht so spannend ist wie ein Elon Musk, Arnold Schwarzenegger, Steve(n) Jobs oder eine Michelle Obama – auch, wenn es sich irgendwie nicht richtig anfühlt, das zu schreiben. Es ist perfide, Menschen miteinander in dieser Form zu vergleichen. Deswegen mache ich das nur ungern. Der Punkt ist nur: genau das schätze ich an Warren Buffett. Er ist eher ruhig, analytisch, demütig und besonnen, was man von vielen anderen nicht behaupten kann. Er ist ein Mensch, der schon so viel im Leben erreicht hat, sich so häufig behaupten musste und das auch geschafft hat. Trotzdem strotzt er nur so vor Demut und Dankbarkeit.

Permanent will er immer noch bis ins hohe Alter dazulernen, wachsen und weitergeben, was er sich selbst hart erarbeitet hat. Er ist nicht nur eine der vermögendsten Personen der Welt. Diese Bezeichnung trifft es nicht ganz. Er ist auch eine der bemerkenswertesten Personen der Welt. Denn er fällt schlicht in so vielen Bereichen aus der Norm. Er ist nicht der typische Börsianer, er ist nicht der typische Milliardär, nicht der typische 80-Jährige und auch nicht der typische Erfolgsmensch. Zumindest in der beschränkten Sicht, die uns die Gesellschaft und die Medien als Maßstab vorgeben. Er zeigt, dass es so viel mehr geben kann. Dass man einfach man selbst sein kann und sollte.


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