★★★☆☆

UNIVERSITY OF BERKSHIRE HATHAWAY von Daniel Pecaut & Corey Wrenn* ist ein wohlklingender Titel, auf den ich mich schon sehr gefreut habe. Warren Buffett und Charlie Munger sind wohl nicht nur für mich absolute Koryphäen auf ihrem Gebiet und versprechen – sowohl auf dem Cover als auch im Einstieg des Buches präsent – Großes.

Warren Buffett ist wahrscheinlich der bekannteste Investor der Welt. Kauft er eine Aktie, dann gilt das für viele da draußen als starkes Kaufsignal und sie folgen seinem Instinkt. So verlassen sich Jahr für Jahr Millionen von Investor:innen auf sein Gespür.

Alljährlich lädt er mit seiner rechten Hand Charlie Munger, ebenfalls einem begnadeten Investor, zur Jahreshauptversammlung von Berkshire Hathaway in das Städtchen Omaha nach Nebraska ein. Dort erklären die beiden vor Zehntausenden von Finanzinteressierten ihre Investmententscheidungen, äußern sich zur weltwirtschaftlichen Lage und geben intime Einblicke in ihr ganz besonderes Denken, das Buffett zum größten Investor aller Zeiten gemacht hat. Für viele Investor:innen ist Omaha vergleichbar mit Mekka und die Jahreshauptversammlung mit der Kaba. Einmal einer solchen Veranstaltung beizuwohnen ist ihr großer Wunsch.

„Ich erinnere mich noch deutlich an meine erste Aktionärsversammlung 1985. es war eine spannende und gleichzeitig heimelige Angelegenheit im Joslyn Art Museum in Omaha.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn

Die beiden Autoren des Buches waren regelmäßig bei diesen Treffen zugegen und haben für uns fleißig mitgeschrieben.

In über 20 Jahren Hauptversammlung ist nun dieses Werk voller Weisheiten entstanden. Wer schon immer mal auf einer dieser legendären Hauptversammlungen sein wollte, der hat nun die Möglichkeit zumindest inhaltlich vieles mitzunehmen. Wenn auch das Feeling des Liveerlebnisses fehlt. Zusätzlich geben die beiden Autoren ihre persönliche Note dazu.

„Auf die Frage, warum er so häufig im Fernsehen auftritt, antwortet Warren Buffet: er mag diese Form der elektronischen Aufzeichnung, denn so besteht nicht die Gefahr, dass man ihn falsch zitiert oder falsch versteht.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn

Das Buch trägt den Namen UNIVERSITY OF BERKSHIRE HATHAWAY, weil die Autoren sich vorgenommen haben, von den besten zu lernen. So bestand ihr Lehrplan aus den Jahresberichten, den Vorträgen und der Jahreshauptversammlung von Berkshire Hathaway. Zu Hause angekommen nahmen sie dann ihre Notizen und erstellten anhand dessen detaillierte Zusammenfassungen der Treffen für ihre Kund:innen. Diese Besprechungen bilden die Grundlage des Buches.

„Universität Berkshire Hathaway das war mein Spitzname für die angesammelten Weisheiten von Warren Buffett und Charlie Munger.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn

Der Vorteil dieser Versammlungen besteht darin, dass Buffett und Munger abseits der Mainstream-Nachrichten tiefe Einsichten in ihre Arbeitsweise und ihre Entscheidungen geben.

„Während der vergangenen zehn Jahre hat Japan alles unternommen, was die Wirtschaftsschule der Keynesianer empfiehlt. So wurden beispielsweise die Zinsen gesenkt und die Geldversorgung ausgeweitet. Der ‚keynesianische Hammer‘ erwies sich aber als überraschend wirkungslos.“
Warren Buffett im Jahr 2000

„Es ist dumm, was wir aus der Vergangenheit ableiten. Nicht bloß dumm, sondern immens dumm.“
Charlie Munger
2001 vor dem Platzen der Dotcom-Blase hinsichtlich der Wachstumsprognosen anderer.

„Wie immer ‚subtil‘, erklärte Munger, im Rahmen der durchschnittlichen Möglichkeiten, die Berkshire offen stünden, sei Gold eine eher dumme Investition.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn

„Buffett sagte, es sei als Teenager viel einfacher, Geld zu sparen, da sich die Eltern noch um die finanziellen Verpflichtungen kümmern. Jeder Dollar, der zu diesem Zeitpunkt zurückgelegt werde, sei 20 Dollar wert, behauptete er. Ein ähnlich wertsteigernder Effekt sei beim Erwerb von Wissen über das Geschäftemachen zu beobachten.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn

In diesem Buch erwarten den/die Leser:in keine Investmenttheorien, vielmehr eine Sammlung von Ratschlägen, Erkenntnissen und Einschätzungen, die Warren Buffett und Charlie Munger während der vergangenen Jahrzehnte mit uns geteilt haben.

Dabei ist es chronologisch und einfach aufgebaut. Jedes Kapitel beginnt mit einer neuen der insgesamt 20 Jahreshauptversammlungen und darin mündet auch ein Stück weit mein tiefster Kritikpunkt. Denn dadurch doppeln sich sehr viele Informationen und das Buch verliert an Lebhaftigkeit. Der rote Faden sind weniger die inhaltlichen Aussagen als vielmehr die Zeitschiene. Das führt zu einem fragmentiertem Puzzle-Werk, das nicht immer angenehm flüssig zu lesen ist.

Es ist definitiv nichts für Einsteiger:innen. Vielmehr ist es nur für gut informierte Anleger:innen von Mehrwert, denn nur die werden ermessen können, wie wichtig es ist, die Denkweise der beiden zu begreifen. Um das aber vollends schaffen zu können, fehlt mir ein wenig die Tiefe im Buch.

Dieses Buch ist darüber hinaus auch kein Ratgeber. Es behandelt eher die Kernfrage, „Warum tun die beiden, was sie tun?“ Die Antwort findet man verteilt auf den Seiten dieses Buches.

Insgesamt ist es ein durchaus interessantes Buch für Buffett und Munger Fans mit einigen sehr spannenden Passagen.

Es hätte aber lebhafter formuliert und illustriert werden können. Somit gehört es für mich nicht zur Pflichtlektüre. Aber sicher wird es nicht schaden und bietet die Möglichkeit, ein wenig Omaha-Luft zu schnuppern.

„Munger sagte, eine der erstaunlichsten Eigenschaften seines Freunds Warren bestehe darin, dass dieser mit zunehmendem Alter immer besser werde und immer weiter lerne.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn

„Wir erhalten bloß einen Körper und einen Verstand und müssen unser Leben lang damit auskommen. Man kann nicht einfach mit 60 alles erneuern. Also müssen wir Körper und Verstand pflegen.
Unser größter Aktivposten sind wir selbst.
Entwickeln Sie als junger Mensch Ihren Verstand, gewöhnen Sie sich an, auf Ihre Gesundheit zu achten, und Ihr Leben wird besser sein. Wenn nicht, sind Sie möglicherweise mit 70 ein Wrack.“
Warren Buffett

„Temperament sei ein sehr wichtiger Faktor, fügte er hinzu – speziell die Bereitschaft, sich von der Masse abzuwenden. Er empfahl, realistisch zu sein, wenn man den eigenen Kompetenzbereich definiere, und diszipliniert daran zu arbeiten, diese Grenzen nicht zu überschreiten. Es helfe, sich von der öffentlichen Meinung abzukapseln. Es sei viel besser, sich hinzusetzen und selbst über etwas nachzudenken.“
Daniel Pecaut & Corey Wrenn


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