Ein praktisches Arbeitsbuch, das einlädt, aktiv mitzumachen und sich intensiv mit dem eigenen Geschäftskonzept auseinanderzusetzen.
Karriere & Unternehmertum

Das richtige Gründen

by
★★★★☆

DAS RICHTIGE GRÜNDEN von Patrick Stähler* präsentiert einen erfrischenden Ansatz. Dieser hebt sich deutlich ab von herkömmlichen Business-Ratgebern für Gründer und Unternehmer. Denn das Buch ist deutlich mehr als nur ein Sachbuch. Es ist ein praktisches Arbeitsbuch inklusive Arbeitsplakat, das einlädt, aktiv mitzumachen und sich intensiv mit dem eigenen Geschäftskonzept auseinanderzusetzen. Entsprechend werden die Leser nicht nur mit trockener Theorie versorgt oder gar überladen. Sondern sie werden durch eine klare und verständliche Sprache, begleitet von praktischen Übungen, an die entscheidenden Aspekte der Unternehmensgründung herangeführt. / Anzeige

Der Autor legt dabei inhaltlich den Schwerpunkt auf das Geschäftsmodell als Ganzes.

Viele Gründer konzentrieren sich ja vor allem auf Detailfragen zu ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung. Doch Patrick Stähler zeigt, dass das eigentliche Erfolgsgeheimnis in einem gut durchdachten und differenzierten Geschäftsmodell liegt.

Dabei greift er auf seine langjährige Erfahrung als Experte für Geschäftsmodellentwicklung zurück. Und er präsentiert eine strukturierte und optisch wunderbar aufbereitete Herangehensweise, um das „Richtige“ statt „richtig“ zu gründen. Denn dazu gibt es dem Autor nach schon zu viel Literatur am Markt.

Vor allem ist das Buch aber eben nicht nur inhaltlich ansprechend, sondern auch visuell beeindruckend gestaltet.

Besonders hervorzuheben ist das Arbeitsplakat, das den Umschlag zu diesem Hardcover bildet. So etwas habe ich selbst nach über 700 verschlungenen Bücher noch nicht gesehen. Es lädt die Leser förmlich dazu ein, das Buch in einer Art Workshop praktisch zu nutzen. So kann man direkt loslegen und seine eigenen Gedanken und Ideen aufs Papier bringen.

Aber nicht nur diese interaktive Komponente macht das Buch zu einem Werkzeug, das die Leser aktiv in den Prozess der Geschäftsmodellentwicklung einbindet. Auch sprachlich weiß der Autor meiner Meinung nach mit einer Kombination aus Pragmatismus und Optimismus die richtigen Impulse zu setzen. So vermittelt er, dass wir uns nicht von Zweifeln und Ängsten davon abhalten lassen sollten, das „Richtige“ zu gründen.

Niemand warte dabei auf uns. Es gehe auch nicht darum, etwas komplett Neues zu gründen. Und auch den Zweiflern und Nörglern, die uns einreden wollen, dass wir es niemals schaffen werden, sollten wir keinen Raum geben. Stattdessen sei es an uns, all die Demotivation als Aufforderung zu verstehen, aktiv zu werden.

Die Idee, das Buch als klares Arbeitsbuch zu gestalten, empfinde ich als sehr gelungen.

Dabei sind verschiedene Übungen und Aufgaben passgenau im Buch platziert. Diese bieten die Möglichkeit, das Gelesene direkt in die Praxis umzusetzen. So kann man am eigenen Geschäftsmodell arbeiten, es entwerfen oder verfeinern.

„Dieses Buch ist nicht gedacht für Leute, die ein weiteres Steuerberatungsbüro, einen weiteren Friseurladen eröffnen oder eine Geschäftsidee aus Amerika kopieren wollen. Daran ist nichts Falsches! Sie haben lediglich das falsche Buch in der Hand. Dieses Buch widmet sich neuartigen Geschäftsmodellen.“
Patrick Stähler

Inhaltlich teilt sich das Buch in zwei große Abschnitte.

Teil A vermittelt die grundlegenden Elemente eines erfolgreichen Geschäftsmodells, wie Kundennutzen, Geschäftsstruktur, Ertragsmodell und Unternehmensgeist. Diese werden meiner Meinung nach gut strukturiert und verständlich erklärt. Passend dazu gibt es auch eine ganze Reihe von Beispielen, um die Theorie zu verdeutlichen.

Der zweite Teil des Buches führt die Leser dann durch den Prozess der Entwicklung eines Geschäftsmodells. Das ist das Kernelement dieses Buches, beginnend mit der Ideenfindung bis zur Umsetzung und dem konstanten Testen. Die Schritte an sich sind klar gegliedert und umrissen und mit praktischen Tipps und Ratschlägen versehen. Besonders wertvoll ist aus meiner Sicht die Betonung des Kundengesprächs und der Kundenperspektive. Patrick Stähler betont immer wieder: Es ist extrem wichtig, die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu verstehen und in das Geschäftsmodell zu integrieren.

Mitunter sind die Kunden und ihre Fragen auch die wertvollste Ressource, um potenzielle Geschäftsmodelle zu erkennen. An einige hätte man im ersten Schritt vielleicht gar nicht gedacht.

„Schauen, was andere machen, und es nachahmen, ist kein falscher Weg. Aber es ist auch nicht der Weg zu einem herausragenden Unternehmen. Anders sein, etwas anderes anbieten, braucht Mut. Weil es neu ist und noch niemand ausprobiert hat, ob es gut ankommt.

Aber es gibt einen Grund, warum Sie dieses Buch lesen. Nehmen Sie ihn ernst. Seien Sie ein Gründer, der anders ist! Seien Sie mutig!“
Patrick Stähler

An dieser Stelle möchte ich hervorheben, dass der Autor auch die Bedeutung der Anpassungsfähigkeit herausstellt.

Leser dürfen hier keine Blaupause in Form eines starren und finalen Konstrukts für das eigene Geschäftsmodell erwarten. Auch nach dem Lesen und Durcharbeiten dieses Buches wird man kein Modell entwickelt haben, das die Zeiten überdauert. Vielmehr erkennt Patrick Stähler an, dass Geschäftsmodelle nicht in Stein gemeißelt sind. Sondern sie müssen sich im Laufe der Zeit ändern und anpassen. Gerade dieser Ansatz der kontinuierlichen Iteration und Optimierung ist besonders wichtig in einer sich ständig verändernden Geschäftswelt. Das Buch enthält deshalb praktische Tipps und Methoden, um das Geschäftsmodell zu überdenken, zu verbessern und an veränderte Umstände anzupassen.

Die Geschichten von realen Unternehmen, die im Buch erwähnt werden, gestatten den Lesern Einblicke in erfolgreiche Umsetzungen der Konzepte. Und sie vermitteln konkrete Beispiele dafür, wie Innovation und Anderssein erfolgreich sein können. Dabei geht es explizit nicht darum, ein komplett neues Produkt zu entwerfen und mit einer Weltneuheit an den Start zu gehen. Sondern vielmehr darum, ohne eine solche Innovation unternehmerisch zu denken und Möglichkeiten zu erkennen.

„Optimismus: Er ist die wichtigste Eigenschaft für Gründer. Optimismus ist der feste Glaube, dass es geht. Er ist nicht mit Schönfärberei zu verwechseln. Sie müssen an Ihre Chancen glauben. Die Risiken müssen Ihnen bewusst sein. Aber Sie sollten sich nicht von ihnen beeindrucken lassen.“
Patrick Stähler

Die Betonung von Optimismus, Ehrlichkeit und der Bereitschaft zu Handeln als wichtige Eigenschaften von Gründern ist ebenfalls sehr positiv hervorzuheben.

Denn erfolgreiche Gründer müssen nicht einfach nur eine gute Idee haben. Sondern sie brauchen auch die richtige Einstellung, ein gewisses ethisches Fundament und eben den Willen, auch ins Handeln zu kommen. Selbstverständlich kann man leider auf illegalem oder zumindest fragwürdigem Weg mitunter deutlich mehr Geld verdienen. Vor allem in kürzerer Zeit. Aber davon hält nicht nur der Autor nichts.

„Ehrlichkeit: Sie ist die zweitwichtigste Eigenschaft für Gründer. Seien Sie ehrlich, wenn Sie Ihr Geschäftsmodell prüfen: Jetzt und später. Hüten Sie sich davor, zu glauben, die Welt habe auf Sie gewartet und werde Ihnen Ihr Produkt aus der Hand reißen.“
Patrick Stähler

An dieser Stelle ein paar Worte zum Autor:

Patrick Stähler ist in Köln geboren und in Amerika zur Schule gegangen. Er studierte Management und Ostasienkunde in der Schweiz, Korea und Schweden. Heute nennt er Zürich sein Zuhause.

Nicht nur als Unternehmer mit seiner Denkfabrik „fluidminds“ hat Stähler eine beeindruckende berufliche Laufbahn aufgebaut. Er ist auch Universitätsdozent an renommierten Bildungseinrichtungen wie der Universität St. Gallen und der Zeppelin Universität.

Schon immer haben ihn Unternehmen fasziniert, die die etablierten Regeln in ihren Märkten nicht einfach hinnahmen, sondern stattdessen andere und bessere Geschäftsmodelle schufen. Vor 15 Jahren prägte er in seiner Dissertation den Begriff des „Business Model Innovators“ für solche Unternehmen.

„Die meisten Gründer überlegen sich, welches Produkt sie herstellen und anbieten wollen. Doch wer soll das Produkt kaufen? Und warum? Welches Problem wird gelöst? Welche Aufgabe übernehmen Sie für ihn? Diese Fragen stellen sich nicht viele. Dabei entscheiden sie über den Erfolg.

Klären Sie daher zuerst den Kundennutzen ab. Fragen Sie sich, welches Problem Sie lösen wollen und welche Aufgabe Sie übernehmen. Das Produkt oder Ihre Dienstleistung ergibt sich daraus von selbst.“
Patrick Stähler

Die 29,90 EUR für dieses Buch mögen dem einen oder anderen vielleicht viel erscheinen.

Zumal das Buch inhaltlich nicht zu den umfangreichsten gehört. Der Preis kommt aus meiner Erfahrung aber vielmehr durch die aufwendige Gestaltung daher. Und da muss man dem Verlag hoch anrechnen, dass sie ein derart gelungenes Design zu einem solch annehmbaren Preis anbieten. Da kenne ich ganz andere Beispiele, die trotz offen gesagt erbärmlicher Gestaltung, Bindung und Druckqualität 30 EUR und mehr verlangen.

Für mich ist dieses Buch vor allem für eines ideal gedacht: einen unternehmensinternen Workshop. Entweder im Gründerteam oder mit den wichtigsten Führungskräften und Entscheidern gemeinsam. Deshalb ist es für mich weniger ein Sachbuch als vielmehr ein praktisches Arbeitsbuch.

Obwohl ich es durchaus spannend fand, hat es mich auf der anderen Seite inhaltlich aber auch nicht vom Hocker gehauen.

Der Input muss dann für einen gelungenen Workshop maßgeblich auch von den Teilnehmern kommen. Die tolle Gestaltung macht für mich aber einiges her, weshalb ich bei einer sehr guten Beurteilung bleibe.

Der Autor hatte nach eigenen Angaben aber auch nie den Anspruch, in die Tiefe jedes einzelnen Gebietes einzutauchen. Sondern er wollte die wichtigsten Punkte für Gründer in einfacher und verständlicher Sprache vermitteln.

Die Kunst des Unternehmers besteht für den Autor darin, das Zusammenspiel aller Elemente und Bausteine zu beherrschen.

Er muss nicht für alles ein Experte sein, sondern eine Art Künstler, um ein möglichst perfektes Geschäftsmodell zu entwickeln. Das vernachlässigen seiner Meinung nach viele Gründen. Sie sind entweder technologisch stark, aber haben sich keine Gedanken über den Vertrieb oder ihr Team gemacht, oder umgekehrt.

Aber erst das Zusammenspiel aller Bausteine macht unterm Strich ein gutes Geschäftsmodell aus. Gründer müssen nach Patrick Stähler am Unternehmen arbeiten und nicht im Unternehmen. Für Selbstständige mag das mitunter ein Perspektivwechsel und schwieriger Schritt sein. Aber langfristig ist er für den Autor notwendig. Exakt zu diesem Thema hatte ich auch mal ein spannendes Buch von Matthias Aumann hier rezensiert: Mythos Unternehmer*.

Patrick Stähler meint: Gründer sind Geschäftsarchitekten, Kundenversteher, Basisökonomen und Teambauer.

Insgesamt bietet Das Richtige Gründen* einen gut strukturierten und verständlichen Leitfaden für angehende Unternehmer.

Und auch für solche, die ihr eigenes Geschäftsmodell gerne nochmals auf den Prüfstand stellen wollen. Die Betonung der Kundenperspektive, die praxisorientierten Übungen und Aufgaben sowie die klare Darstellung der Geschäftselemente machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter. Sowohl auf dem Weg zur Entwicklung eines erfolgreichen Geschäftsmodells als auch zur Verfeinerung des bereits bestehenden.

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