Die Kunst des Cyberkrieges entführt den Leser auf eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Kriegsführung.
Politik

Die Kunst des Cyberkrieges

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★★★☆☆

DIE KUNST DES CYBERKRIEGES von Peter Kestner* entführt den Leser auf eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Kriegsführung. Und natürlich auch in deren Anwendung im modernen digitalen Zeitalter. Der Autor arbeitet historische Bücher und Beispiele von Sun Tzu bis Carl von Clausewitz auf. Damit zeigt er die strategischen und taktischen Aspekte von Angriff und Verteidigung im Cyberkrieg. / Anzeige

Inhaltlich beginnt das Buch mit einer umfassenden Betrachtung der Bedeutung von Informationen im zivilen und militärischen Kontext.

Der Autor entmystifiziert das oft als trocken empfundene und viel zu häufig stiefmütterlich behandelte Thema der Cybersicherheit. Er verdeutlicht, wie die korrekte bzw. fahrlässige Handhabung von Informationen über Leben und Tod entscheiden kann. Geschickt bindet er historische Beispiele ein und führt den Lesern so vor Augen: Die Gründe für Konflikte sind durch die Jahrhunderte hinweg unverändert geblieben – sei es Reichtum, Ruhm, Macht oder Ehre.

Solange es Menschen auf diesem Planeten gibt, wird es wohl auch leider Kriege geben.

Obwohl wir in einem neuen Zeitalter leben, haben wir alte Methoden der Kriegsführung adaptiert, argumentiert Kestner. Und zwar, ohne die zugrundeliegenden Gründe und Lehren anzupassen. Er ist überzeugt: Die Beschäftigung mit der Geschichte und der menschlichen Natur ermöglicht es uns, die Treiber und Ausgänge von Konflikten zu verstehen. Möglicherweise können wir sie damit sogar vorhersagen.

Ein besonderes Augenmerk legt er auf die Parallele zur Literatur, insbesondere zu George Orwells 1984*.

Durch die Betrachtung dieses dystopischen Romans verdeutlicht Kestner die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft. Denn laut ihm können historische Erkenntnisse dazu beitragen, die Methoden der modernen Cyber-Kriegsführung zu verstehen und intelligenter zu handeln.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches liegt auf der tiefgreifenden Analyse bedeutender Militärstrategen sowie deren Relevanz für die heutige Zeit. Dazu untersucht der Autor z. B. die historischen Lehren eines Sun Tzu und Carl von Clausewitz und verknüpft sie geschickt mit modernen Herausforderungen. Damit vermittelt er schlussendlich ein Verständnis für die Dynamik des Cyberkrieges.

Wie Kestner betont, muss uns bewusst sein, dass der Cyberkrieg bereits begonnen hat, auch wenn er oft im Verborgenen stattfindet. Dabei vermittelt er grundlegende Informationen über die Kryptografie, Steganografie und anderen Techniken. Zugleich hebt er deren Bedeutung hervor, um ein Verständnis für die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit zu vermitteln.

„Gerade im heutigen ‚digitalen‘ Zeitalter erscheinen uns Zitate wie das des Philosophen George Santayana verstaubt. Er sagte: ‚Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.‘ Wir maßen uns an – im Übrigen wie auch jede Generation vor uns – mehr Wissen zu besitzen. Spätestens seit dem Durchbruch der neuen technologischen Revolutionen wie durch das Internet oder das Smartphone sind sich viele gewiss: Die Ereignisse der heutigen Zeit sind so nie da gewesen und lassen sich auch nicht mit der Vergangenheit vergleichen. Unser Verständnis von Geschichte ist eng verbunden mit einem Fortschrittsdenken, das nur eine Richtung kennt: nach vorne.“
Peter Kestner

An dieser Stelle ein paar Worte zum Autor:

Peter Kestner ist ein renommierter Sicherheitsberater mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Bereich Cybersecurity. Sein Fachwissen erstreckt sich von der Beratung von KMUs bis hin zu DAX30-Unternehmen sowie Regierungs- und Verteidigungsbehörden. Mit einem tiefgreifenden Verständnis für Cybersecurity, Cybercrime und Cyberterrorismus hat er sich einen Namen gemacht. Seine gefragte Expertise umfasst die Sicherheit von Datenbanken, Betriebssystemen, Hardware und Netzwerken sowie Kryptographie und Steganographie. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen hat er erfolgreich dabei unterstützt, ihre digitalen Systeme zu schützen und ihre Sicherheitsmaßnahmen zu optimieren.

„Früher wurde das, was ich mache, einfach Computersicherheit genannt. Doch ganz gleich, wie es auch genannt wurde bzw. wird, gab es eine Erfahrung, die sich im Lauf der vergangenen Jahre immer wiederholte. In dieser Zeit sind mir immer wieder Menschen, Geschichten und Situationen begegnet, die in mir ein und dieselbe Reaktion ausgelöst haben: Das gab es doch alles schon mal genau so oder zumindest so ähnlich! Damit meine ich aber gar nicht so sehr, dass mir bestimmte technische Fehler immer wieder begegneten. Es hatte vielmehr mit meiner anderen Leidenschaft zu tun, die sich mir bei meiner beruflichen Tätigkeit immer wieder ins Bewusstsein drängte. Auch wenn mein fachlicher Hintergrund im Bereich Informatik liegt, ich also ein oder zwei Dinge über Computer, Sicherheit und unsere vernetzte Welt weiß, habe ich parallel dazu immer eine große Faszination für Geschichte und spannende historische Ereignisse gepflegt. Beides hat viel mehr miteinander zu tun, als den meisten Menschen vielleicht bewusst ist, und genau darum möchte ich beide Bereiche in diesem Buch miteinander verbinden.“
Peter Kestner

Trotz des spannenden Themas und der Expertise des Autors konnte mich dieses Buch nicht vollumfänglich überzeugen.

Alles hat schon etwas ungünstig mit dem wirklich schlecht lesbaren Backcover angefangen. Ich weiß, dass Springer Gabler immer etwas eigen ist, was die Gestaltung ihrer Bücher angeht. Aber normalerweise ist in der Rubrik „Sachbuch“ doch etwas mehr Spielraum. In diesem Fall ist mir aber die Schriftart definitiv zu klein. Ich habe das Buch am Nachmittag in die Hand genommen und da musste ich mich schon wirklich anstrengen. Ansonsten ist es schön, wenn auch recht kompakt und eng gebunden. Dadurch sieht es schon nach ein paar Mal öffnen und lesen nicht mehr so schön aus.

Inhaltlich empfand ich es durchaus als sehr spannend. Allerdings vermittelt es deutlich mehr geschichtliches Hintergrundwissen, als mir so zu Beginn bewusst war. Zwar wird mit Sun Tzus Die Kunst des Krieges* auch eines meiner absoluten Lieblingsbücher aufgearbeitet, aber leider viel zu langatmig. Es dauert seine Zeit, bis der Autor endlich tiefer in sein eigentliches Thema einsteigt. Auf etlichen hundert Seiten arbeitet er im Grunde nur zwei große Meisterwerke durch. Währenddessen verweist er immer mal wieder auf sein eigentliches Thema. Das war zwar super spannend, weil mich die Themen schlichtweg interessieren. Außerdem habe ich Sun Tzu das letzte Mal vor fünf oder mehr Jahren gelesen. Aber das ist nicht das, was man erwartet, wenn man ein Buch wie dieses in die Hand nimmt. Zumindest aus meiner Sicht. Ich möchte doch etwas vom Autor und seinem Thema lesen und nicht nur Randnotizen und Ableitungen aus anderen Büchern.

Strukturell ist das tatsächlich meine größte Kritik.

Wenn erst auf den letzten 60-70 Seiten inhaltlich tiefer auf das eigentliche Thema eingegangen wird, dann ist das verschenkt. Die Gewichtung steht für mich da in keinem Verhältnis. Ich bin aber immer noch etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite fand ich die Inhalte wirklich spannend, hätte sie aber auf der anderen Seite so nicht erwartet.

Preislich sprengt das Buch für mich auch den Rahmen. Knapp 25 EUR sind eine Ansage für ein Taschenbuch, das ohne jegliche Grafiken, ohne nennenswertes Layout und äußere Gestaltung auskommt. Gerade verglichen mit beispielsweise Sun Tzus Werk, das es als gebundenes Buch für 4,95 EUR beim Nikol Verlag gibt.

Trotzdem bleibt Die Kunst des Cyberkrieges* insgesamt eine fesselnde und erkenntnisreiche Geschichte.

Ich empfehle sie allen, die sich für Cybersicherheit, Militärstrategie und die Verbindung zwischen Geschichte und moderner Technologie interessieren. Peter Kestners klare und verständliche Darstellung macht das Buch sowohl für Entscheidungsträger als auch für Laien zugänglich. Es bietet praktische Einblicke in die durchaus komplexe Welt des Cyberkrieges.

„Dieses Buch basiert im Grunde auf einer einfachen Frage: ‚Was können wir aus der Vergangenheit für unsere Gegenwart und unsere Zukunft lernen?‘ Und während dieser Abschnitt die Überschrift ‚Über den Autor dieses Buches‘ trägt, spielt es für dieses Buch im Großen und Ganzen keine Rolle, wer ich bin und was ich bislang in meinem Leben getan habe. Mit dem Autor Samuel Beckett könnte man fast sagen: ‚Wen kümmerts, wer spricht?‘ Ich will niemanden von etwas überzeugen, ich will keinen Cyber-Security-Kurs verkaufen und ich will keinen 12-Punkte-Plan vorlegen, der absolute Sicherheit verspricht, wenn man sich einfach an alle Punkte hält. Zum einen will ich das nicht, weil ich weiß, dass es absolute Sicherheit schlicht niemals gab und geben wird.

Häufig passieren Fehler sogar gerade dann, wenn man sich zu sicher wägt. Zum anderen will ich kein Rezept vorlegen, weil das geradezu das Gegenteil von dem wäre, was ich mit diesem Buch erreichen will. Denn solche Pläne oder Ratschläge haben in der IT-Welt nur eine kurze Halbwertszeit und würden jeden Einzelnen vom eigenen Denken entlasten. Darum sollte auch niemand dem, was ich hier sage bzw. schreibe, einfach so vertrauen. Eines meiner wichtigsten Anliegen, das ich mit diesem Buch verfolge, ist, Menschen zum Nachdenken und zum eigenständigen Denken zu bringen. Wenn mir das auch nur ein Stück weit gelingt, dann ist damit mehr gewonnen als mit jedem Ratgeber über Cybersecurity.“
Peter Kestner

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