Das Buch richtet sich an die, die belastende Gefühle und Probleme in ihrer Familie lösen möchten, und Familienaufstellungen verstehen wollen.
Mindset & Persönlichkeitsentwicklung

Im Herzen frei

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IM HERZEN FREI von Renate Wirth* ist ein einführendes Buch in die spannende Welt der Familienaufstellungen. Dabei liefert es nicht nur theoretische Grundlagen. Anhand von dutzenden Fallgeschichten aus der langjährigen Praxis der Autorin bietet es auch Einblicke in die heilsame Wirkung dieser Methode. Das Buch richtet sich an alle, die belastende Gefühle und Probleme in ihrer Familie lösen möchten, und Familienaufstellungen verstehen wollen. / Anzeige

Ich würde gerne behaupten, dass ich nicht zu dieser Zielgruppe gehöre. Aber leider ist das Gegenteil der Fall. An anderer Stelle habe ich bereits mehrfach berichtet, dass auch bei mir nicht alles ideal verlaufen ist. Entsprechend interessiert habe ich dieses Buch gelesen. Zu Beginn wusste ich allerdings nicht, was Familienaufstellungen konkret sind. Mir war diese Technik nicht bekannt.

Die Autorin dieses Buches, Renate Wirth, ist eine erfahrene systemische Therapeutin und Familienaufstellerin.

In ihrem Buch erklärt sie anschaulich und auch für Laien verständlich, was Familienaufstellungen sind. Sie beschreibt, wie sie wirken und in welchen Situationen sie helfen können.

Dabei nimmt sie die Leser mit auf eine Reise durch die verschiedenen Aspekte familiärer Dynamiken. Und sie zeigt auf, wie schwere Schicksale und Traumata in der Familiengeschichte über Generationen hinweg unbewusst auf uns wirken können.

Inhaltlich gliedert sich das Buch in zwei Teile: Der erste Teil beleuchtet die Grundlagen und Arbeitsweise von Familienaufstellungen. Im zweiten Teil geht es dann um konkrete Anwendungsfelder wie die Beziehung zu Mutter, Vater, Geschwistern, Partner und Kindern. Aber auch berufliche und finanzielle Themen werden hier behandelt. Die Kapitel sind klar strukturiert und bieten einen roten Faden, der es leicht macht, sich in der Thematik zurechtzufinden.

Sprachlich empfand ich das Buch als sehr einsteigerfreundlich.

Alles war klar und einfach beschrieben. An der einen oder anderen Stelle hätte es für meinen Geschmack etwas schwungvoller und lebhafter sein können. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Ich bin zu ähnlichen Themen nur beispielsweise Bücher von Brianna Wiest gewöhnt. Und die sind sprachlich einfach nochmals auf einem anderen Level: poetischer und schlichtweg kraftvoller.

„Es dauerte eine Zeit, bis ich sah, dass es immer, wirklich immer der Wunsch der Seele ist, mit den Menschen unserer Familie in Einklang zu kommen, was auch immer da ist. In Einklang zu kommen mit dem Leben, wie es ist, und dem Schicksal, wie es war. Denn das Hauptgesetz der Seele ist: Sie will lieben dürfen. Besonders die, die uns nahe stehen: Eltern, Großeltern, Geschwister, Partner, Kinder. Diese Diskrepanz zwischen unseren Erlebnissen und Erinnerungen der Gefühlsebene und der Liebe der Seelenebene ist eines der Dramen, die sich im Verborgenen in uns abspielen und deren gegenläufigen Bewegungen wir ausgeliefert sind, solange diese unsichtbaren Ursachen nicht sichtbar werden können.“
Renate Wirth

Besonders nahbar werden die vermittelten Inhalte durch die zahlreichen Fallgeschichten aus der Praxis der Autorin.

Diese lassen die Leser an konkreten Beispielen teilhaben. Mitunter werden sich darin sicherlich einige wiederfinden, so auch ich. Diese Geschichten veranschaulichen nochmals deutlicher die heilsamen Impulse, die durch Familienaufstellungen ausgelöst werden können, und machen die abstrakten Konzepte greifbar.

An dieser Stelle möchte ich einmal klarstellen, dass es sich hierbei nicht um Esoterik handelt.

Vielmehr habe ich den Eindruck gewonnen, dass Empathie und Kommunikation im Vordergrund stehen. Wir lassen uns unvoreingenommen auf die Positionen, Gedanken und Gefühle unserer Mitmenschen ein und kommunizieren ihnen offen und ehrlich unsere. Und wir lassen einander ausreden. Dadurch geben wir uns gemeinsam die Möglichkeit, unsere Probleme zu lösen. Das ist sicherlich kein Hexenwerk, bedarf aber eines starken Charakters aller beteiligten Personen.

Die eigenen Gefühle auszudrücken ist sicherlich nicht immer leicht. Insbesondere nicht in Anwesenheit von Menschen, die einem so viel bedeuten wie die eigene Familie. Vor allem für Eltern ist es mitunter schwierig. Umso wertvoller, dass sich Bestandteile der Familienaufstellung auch ohne die Anwesenheit aller Personen angehen lassen.

„Familienaufstellungen sind hilfreich, verborgene Verstrickungen sichtbar zu machen und zu lösen. Wie das Gehen im Labyrinth führen sie zur Mitte in uns selbst, dem Raum des Heilwerdens, und wieder hinaus ins Leben. Familienaufstellungen bewirken heilsame Impulse: Frieden in der Familie / Liebe in der Paarbeziehung / Die Kinder entlasten / Heilimpulse bei Erkrankungen / Lösungen für den Beruf / Geldthemen heilen / Mehr innere Freiheit.“
Renate Wirth

An dieser Stelle ein paar Worte zur Autorin:

Renate Wirth, Jahrgang 1950, ist eine erfahrene Heilpraktikerin für Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz) und systemische Traumatherapeutin. Mit ihrer Arbeit ermöglicht sie ihren Klienten, selbst erlebte Traumata sowie übernommene transgenerationale Traumata aus der Herkunftsfamilie heilsam zu integrieren.

Sie leitet Seminare an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich. Dabei führt sie ihre Teilnehmer in die Welt der Familienaufstellungen ein. So hilft sie ihnen, belastende Gefühle und Probleme in ihren Familien zu lösen. Darüber hinaus bietet sie Fortbildungen in traumaauflösender Aufstellungsarbeit an, um auch anderen Therapeuten und Interessierten ihre Expertise weiterzugeben.

Als ZEN-Schülerin bringt Renate Wirth eine besondere Dimension der Achtsamkeit und Stille in ihre Arbeit ein. Diese spirituelle Praxis beeinflusst ihre therapeutische Herangehensweise und schafft einen Raum der Ruhe und Präsenz. Dieser ist für die heilsame Verarbeitung von Traumata von großer Bedeutung.

Privat ist Renate Wirth verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Kindern.

Diese persönlichen Erfahrungen fließen sicherlich in ihre Arbeit ein und verleihen ihrer therapeutischen Praxis eine menschliche und empathische Note.

„In jedem Leben gibt es Herausforderungen, Schweres und Schmerz. Manches können wir verstehen und wir finden Wege und Lösungen. Anderes ist unerklärlich und entzieht sich unseren Handlungsmöglichkeiten. Oft denken wir, wenn wir uns nur mehr anstrengen, wenn wir dies oder das anders machen würden, wenn unser Partner anders wäre, dann würden unsere Probleme schon zu ändern sein. Doch häufig stimmt das nicht. Das, was hinter einem Problem wirkt, ist nicht selten unbewusst und entzieht sich unserer bewussten Kontrolle. Denn schwere Schicksale einzelner Mitglieder in der Familie können sich auf andere Familienmitglieder auswirken. Und das auch, wenn wir diese Menschen nicht kennen und wenn sie vielleicht schon längere Zeit nicht mehr am Leben sind.“
Renate Wirth

Renate Wirth spart dabei in ihrem Buch keine tabuisierten Themen aus. Sondern sie behandelt auch schwierige und belastende Situationen, die in Familien auftreten können, nach außen aber nicht immer sichtbar sind.

Durch die klare und verständliche Sprache der Autorin können auch Leser ohne tiefgreifende Vorkenntnisse im Bereich Familienaufstellungen die Materie erfassen.

Die Struktur des Buches erleichtert es, gezielt zu den Themen zu navigieren, die für die Leser am relevantesten sind.

Was ich zusätzlich noch einschieben möchte: Dieses Buch allein kann sicherlich allen Betroffenen ein Stück weit helfen.

Ich persönlich würde aber immer dazu raten, sich professionelle Hilfe zu holen. Mit psychischen Problemen sollte man auf keinen Fall leichtfertig umgehen. Weder Betroffene noch Angehörige von Betroffenen. Psychische Probleme sind real, auch wenn sie mitunter nicht sichtbar sind. Und selbst höchst erfolgreiche Personen können davon betroffen sein.

„Geschwister haben ihre eigene Lebensgeschichte, ihren eigenen Weg, und werden von eigenen Kräften geführt. Auch wenn sie im gleichen Familienverband aufwachsen, haben sie mitunter ganz unterschiedliche Erfahrungen in der gleichen Situation gemacht und ganz unterschiedliche Gefühle gefühlt, Geschwister hatten bei schwierigen Erlebnissen jeder für sich allein Angst. Und jeder ging mit seiner Angst anders um, suchte an anderer Stelle Halt und Trost, fand diesen oder blieb allein mit seinen Gefühlen. Auch Freuden wurden verschieden wahrgenommen. Wenn Geschwister ihre Erfahrungen erzählen, hört es sich oft an, als wären sie in verschiedenen Familien groß geworden. Sie erzählen die gleichen Situationen oft sehr unterschiedlich. Sie hatten, je nach ihrem Alter, die gleiche Situation sehr verschieden wahrgenommen.“
Renate Wirth

Optisch gefällt mir das Buch sehr gut. Die geschmackvolle und dezente Gestaltung trägt zur Lesbarkeit bei und überfrachtet nicht sonderlich.

Der gut strukturierte Aufbau und das spannende Thema an sich machen es leicht, in diese Welt einzutauchen.

Insgesamt kann ich Im Herzen frei* von Renate Wirth damit nur eine sehr positive Bewertung von vier Sternen geben. Trotz meiner kleineren Kritikpunkte kann es mit einer klaren Struktur und praxisnahen Fallgeschichten punkten. Auch wenn man sprachlich noch etwas mehr hätte rausholen können, wird man sich mit diesem Buch nicht langweilen. Zumindest nicht, wenn man ernsthaft an diesem Thema interessiert ist. Dieses Interesse sollte aber für mich Grundvoraussetzung sein, da das Buch sich ansonsten doch ziehen könnte.

„Als Kind haben wir keine andere Chance, als im Herzen mit Vater und Mutter verbunden zu sein. Für unser Überleben sind wir von den Eltern abhängig. Wenn die Eltern anhaltend und immer wieder streiten, fühlt sich ein Kind existenziell bedroht. Es braucht das Gefühl der Sicherheit und starke Eltern, um überleben zu können. Intuitiv stellt es sich in seiner Seele auf die Seite des Schwächeren, um ihn zu unterstützen.“
Renate Wirth

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