★★★★☆

LIMA CHARLIE von Kevin Bulicke* ist eine unglaublich ehrliche, emotionale und interessante Biografie eines ganz normalen Soldaten. Ein Mann, der in der Bundeswehr seinen Weg von den Fallschirmjäger:innen zu den KSK gehen wollte und dabei ungeschwärzt von seinen Erlebnissen und Gefühlen berichtet. Am Ende war er mit 25 dienstunfähig und suchte nach langem Hin und Her und einigen dunklen Momenten seine Erfüllung auf andere Art und Weise. Auch wenn die Bundeswehr für mich nie eine Option gewesen wäre, fesselten seine Schilderungen mich und gaben mir Einblicke in eine Welt, die ich so zuvor nicht kannte.

Wir alle kennen wahrscheinlich Geschichten von Soldat:innen vor allem aus dem Fernsehen und aus Hollywood. Dabei wimmelt es nur so vor Heldengeschichten und ihren heroischen Taten. Dies ist aber explizit nicht eine solche Erzählung. Denn Kevin Bulicke würde sich nie als Held bezeichnen – im Gegenteil:  Er möchte auf den fast 300 Seiten weder besonders gut dastehen noch damit in Erinnerung bleiben. Es ist schlicht seine Art der mentalen Aufarbeitung seiner Zeit bei der deutschen Bundeswehr. Dabei stehen vor allem Tabuthemen sowie seine Anspruchshaltung im Mittelpunkt und wir erhalten zumindest eine Idee, wie das Kasernen- und Militärleben aussehen könnte.

Ich bin felsenfest davon überzeugt: Meistern wir unsere emotionalsten Momente, werden sie prägend und wir gehen gestärkt aus ihnen hervor.
Kevin Bulicke

„Wenn ich ehrlich zu mir bin, schrieb ich dieses Buch auch zu einem Großteil für mich selbst, um mit dem Kapitel Bundeswehr und diesem Lebensabschnitt endlich abschließen zu können. Es ist mehr die Abschlussarbeit meiner eigenen Aufarbeitung. Für unsere Sichtweisen, unser Glück und unsere persönliche Lage sind nur wir selbst verantwortlich. In keiner Weise möchte ich angeben, Heldengeschichten erzählen oder mich besser darstellen, als ich bin. Es spiegelt nur die menschliche Geschichte von mir als Oberfeldwebel und Fallschirmjäger wider.“
Kevin Bulicke

An vielen Stellen fließen Tränen. Schweiß und Blut sind ohnehin allgegenwärtig, aber auch die ein oder andere Kritik am System Bundeswehr, dem politischen Support, Finanzierung und Bürokratie wird deutlich.

Oberfeldwebel Kevin Bulicke diente als Fallschirmjäger und Gruppenführer in einer Infanterie-Kompanie (3./313 und später 4./31) in Seedorf. Das ist die Aufarbeitung seiner militärischen Dienstzeit und der Berufung Soldat zu sein.

Es ist vor allem eine sehr persönliche Perspektive, aus der die Schilderungen erfolgen. Er unterstreicht mehrfach, dass wir Leser:innen nicht davon ausgehen sollen, dass es allen Soldat:innen so ergangen ist. Es sind lediglich seine eigenen Erfahrungen und Ansichten, die er darüber hinaus auch optisch durch eine kursive Schrift kenntlich macht. Sein spezielles Augenmerk richtet er mit dieser Publikation vor allem auf die jungen Frauen und Männer, die erst am Anfang ihrer militärischen Laufbahn stehen. Aber auch für Personen wie mich, die himmelweit vom Alltag einer Soldatin entfernt sind, beinhaltet das Buch spannende Passagen und einige wertvolle Lehren.

Seine Erklärungen sind ausreichend allgemeinverständlich gehalten, sodass auch ich keine Probleme hatte, dem Vokabular zu folgen. Einen besonders tiefen Einblick gewährt uns der Autor in das Auswahlverfahren des Kommando Spezialkräfte, kurz KSK.

Dabei startet seine Erzählung auf besondere Weise mit einem Gedicht eines Fallschirmjägers aus dem 2. Weltkrieg, das mir Gänsehaut am ganzen Körper bescherte. Da war ich direkt gespannt, was mich erwarten würde.

„Die meisten militärischen Biografien, die ich bisher gelesen habe, handelten von furchtlosen Kriegshelden und deren Einsätzen. Diese kehrten meistens zurück, manchmal jedoch auch nicht oder nicht alles von ihnen. Man zollt diesen Männern zu Recht einen hohen Tribut. 90% aller Literaturen oder Verfilmungen dazu sind amerikanisch. Mein Buch ist anders, ich bin kein Held. Ich habe jedes Wort selbst und stets aus einer persönlichen Perspektive geschrieben.“
Kevin Bulicke

„Mein Buch entstand komplett unabhängig und ohne Absprachen mit der Bundeswehr. Ich zeige sehr transparent meinen Weg auf. Alle Orte und Handlungen haben sich so zugetragen wie beschrieben, das Einzige was ich abgeändert habe, sind die Namen von allen Beteiligten.“
Kevin Bulicke

Ein sehr bewegendes Buch, das ich mit großem Vergnügen gelesen habe.

Ein paar kleinere Abstriche musste ich bei der Formatierung und dem Druck machen. Es ist dann doch in vielen Bereichen ein typisches Self-Publishing-Werk. Das tut dem Inhalt jedoch keinen relevanten Abbruch.

Mit einem guten Lektorat und intensiver Überarbeitung mittels Grafikdesign könnte man die Geschichte nochmals aufpeppen. Sie ist aber auch so definitiv lesenswert. Insbesondere für die Menschen, die sich für die Bundeswehr oder generell das Militär interessieren oder wie ich sehr gerne aus dem Leben anderer lesen und lernen.

Ich wünsche dem Autor auf seinem weiteren Lebensweg alles Gute!

„Andere schreiben Bücher für die Ewigkeit und damit man sich ihrer erinnert. Ich habe dieses Buch geschrieben, um mit dieser Thematik endlich abschließen zu können!“
Kevin Bulicke


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