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SCHATZFINDER von Hermann Scherer* ist mal wieder eines dieser wundervoll humorvollen Werke des Autors. Stets eine Mischung aus Weisheiten, Ratschlägen, Witz und einem sanften Tritt in den Hintern. Warum suchen manche das Leben ihrer Träume vergebens, während andere es längst leben? Darum geht es in diesem Buch. Wie man es sich bei dem Untertitel bereits vorstellen kann, liegt das – zumindest in unserer westlichen Welt – im Wesentlichen an falschen Glaubenssätzen und der mangelnden Bereitschaft, für die eigenen Ziele zu arbeiten.

Wir leben inmitten einer Instant-Gesellschaft, die am liebsten nichts für die Erreichung ihrer Ziele tun, aber alles haben möchte. Wir leben in einer Welt mit dutzenden Coaches und Berater:innen, die versprechen, diesen Wunsch für günstige 5.000 EUR an nur einem Wochenende zu erfüllen. In einer Welt voller Gurus, die meinen man müsse sich alles nur mental vorstellen und den Rest übernehme das Universum. In dieser Welt ist der unterschwellige Sarkasmus von Hermann Scherer immer wieder eine Freude.

Und ich schließe mich seiner Meinung einmal mehr an. So kann unser gemeinsamer Appell nur lauten: Macht mehr aus eurem Leben, macht mehr aus euch und eurer begrenzten und kostbaren Zeit auf diesem Planeten! Ihr habt voraussichtlich nur ein Leben, nur einen Körper und kein Moment wird jemals zu euch zurückkehren. Also macht etwas Großartiges daraus, wie auch immer euer Traumleben aussehen mag.

Damit wir die Durchschnittlichkeit hinter uns lassen.

Damit Inspiration, Engagement und Selbstbestimmung unsere Schritte lenken. „Damit Sie nicht auf der ewigen Suche nach dem Schatz Ihres Lebens bleiben, sondern ihn aus eigener Kraft finden!“

„Es gibt ein Leben vor dem Tod – nur leider verpassen es zu viele Menschen. Sie lassen ein durchschnittliches Leben geschehen und versäumen ihre besten Chancen und nehmen ihre Träume ungelebt mit ins Grab.“
Hermann Scherer

Fast jeder Mensch träumt davon, ein erfülltes Leben zu führen. Aber nicht jeder und nicht jede ist auch bereit, die Weichen dafür zu stellen und über einen längeren Zeitraum dafür zu arbeiten. Häufig scheitert es schon beim Lösen der Leinen und Einholen des Ankers. Interessanterweise sind wir selbst unser größtes Hindernis und sabotieren unsere eigenen Träume regelrecht. Kojo Boison hat das wunderschön auch in einem Kapitel seines Buches GRENZENLOS* herausgearbeitet.

„Warum leben beinahe alle Menschen in unserer Gesellschaft ihre durchschnittlich 28.770 Lebenstage, die sie auf dieser Erde verbringen, so, als lebten sie nur mal so … als würden sie im Wartesaal die Zeit bis zum Leben nach dem Tod absitzen.“
Hermann Scherer

Auch ich stelle mir immer wieder die Frage, warum es am Ende nur den wenigsten gelingt, ihr Leben wirklich zu leben.

Vielleicht auch, weil Stillstand in meinem Wortschatz keinen Platz hat und ich für das brenne, was ich tue.

Hermann Scherers Buch soll Mut machen, die Mittelmäßigkeit zu überwinden und ein vollkommen glückliches Leben zu führen. Dabei ist das Buch typisch im Stile des Autors wieder wunderbar gestaltet und beinahe auf jeder Seite mit kleinen Verzierungen versehen.

„Warum sind fast alle Menschen nur mittelmäßig glücklich, mittelmäßig stolz, mittelmäßig erfolgreich, mittelmäßig gut in fast allem, was sie tun? Warum drängen sich fast alle auf allen Skalen in der Mitte, sodass die Glückskurve in unserer Gesellschaft über alle Menschen hinweg eine Glockenkurve ergibt? (…) Ist es das, was wir wollen, wenn wir noch jung sind: ein durchschnittliches, langweiliges Leben führen? Warten, bis es rum ist, ohne Herausragendes getan zu haben?“
Hermann Scherer

Der Autor findet auf diese Frage gleich zwei – zugegebenermaßen eher oberflächliche Antworten:

  1. Wir sind zu feige. Wir haben Angst uns zu blamieren, Angst du versagen.
  2. Wir werden von der Welt, die uns umgibt, schon als Heranwachsende zu Kleingeistern gemacht.

Schon im Kindergarten, der Schule, später im Studium oder der Ausbildung werden wir von unserem Umfeld und der Gesellschaft zurechtgestutzt und rundgefeilt.

„Denn wenn ein Kind begeistert davon schwärmt, einmal Oscar-Preisträger, Wetten-dass-Moderator oder Mondfahrer werden zu wollen, lächeln die Eltern müde und fragen, ob das Kind seine Hausaufgaben schon gemacht hat. Kinder lernen überraschend schnell, dass ihr Leben nach offenbar übereinstimmender Meinung der Erwachsenen nicht dazu da ist, Träume zu verwirklichen. Wie schrecklich.“
Hermann Scherer

Das Grundprinzip der Mittelmäßigkeit basiert nach Hermann Scherer auf den Lehrplänen und Beschlüssen unseres Kultusministeriums.

Unser Schulsystem hält die Schüler:innen dazu an, dort am meisten zu lernen, wo sie die schlechtesten Noten haben. Und das auf Kosten jener Zeit, die sie eigentlich damit verbringen könnten, ihre Stärken zu stärken. Das System fördert dem Autor nach nur den Durchschnitt und macht damit Starke nicht stärker, sondern durchschnittlicher.

„Unser Schulsystem meint, dass es gut ist, wenn wir alle das Gleiche können.“
Hermann Scherer

„Schon einige Jahre vor PISA hat eine Hamburger Studie gezeigt, dass man den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in deutschen Schulen geradewegs anhand der Zahl der Bücher vorhersagen kann, die im Elternhaus stehen: Wo es viele Bücher gibt, da werden aus den Kindern erfolgreiche Abiturienten; wo das Lesen keine oder nur eine geringe Rolle spielt, da reicht es oft nicht einmal zum Hauptschulabschluss.“
Hermann Scherer

So bleibt mir nichts anderes übrig, als am Ende wieder fünf Sterne für ein wirklich gelungenes, humorvolles und dezent stilvoll gestaltetes Werk zu vergeben.

Bücher von Hermann Scherer treffen stets meinen Humor und bringen eine gewisse Garantie für einen sanften Tritt in den Allerwertesten mit sich. Allerdings darf man sich nicht nur davon berieseln lassen – man muss auch in die Umsetzung kommen. Denn im Grunde sind die Bücher recht lösungsarm geschrieben und haben einen eher unterhaltenden Charakter, untermauert mit kleineren Kniffen am Rande. Damit spricht der Autor aber eben auch eine spezielle Klientel an.

Ich würde behaupten, seine Leserschaft ist ein Stück weit älter und vornehmlich weiblich. Aber das ist nur eine Vermutung meinerseits.

Da der Autor dem Stoizismus durchaus aufgeschlossen gegenüberzustehen scheint und ein wundervolles Zitat von Epikur in seinem Werk hinterlassen hat, möchte ich damit meine Rezension schließen:

„Der Tod geht mich eigentlich nichts an. Denn wenn er ist, bin ich nicht mehr, und solange ich bin, ist er nicht.“
Epikur

In dem Sinne wünsche ich mir von Herzen, dass ihr allesamt euer Leben in die Hand nehmt und die kurze Zeit nutzt, die uns auf Erden bleibt, um nicht nur ein erfülltes Leben zu leben, sondern auch etwas im Leben von anderen zu bewirken.


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