Eine faszinierende Reise in das Leben eines Mannes, der es geschafft hat, sich als Underdog an die Spitze der Luxusmode zu kämpfen.
Karriere & Unternehmertum

Philipp Plein

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PHILIPP PLEIN von Tobias Bayer* bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Karriere des deutschen Modedesigners Philipp Plein. Dieser hat im Grunde aus dem Nichts ein beeindruckendes Modeimperium aufgebaut und mit verschiedenen Aktionen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Man muss den Charakter Philipp Plein beziehungsweise seine Außendarstellung nicht unbedingt mögen, um Gefallen an diesem Buch zu finden. So oder so wird man interessante Insights aus einer Branche erhaschen, die zumindest aus Business-Perspektive allzu häufig verschlossen agiert. / Anzeige

Der Autor stellt Philipp Plein auch nicht gezielt positiv oder negativ dar.

Vielmehr nimmt er aus meiner Sicht eine neutrale Beobachter-Perspektive ein und bringt diese auch zu Papier. Somit können die Leser sich aufgrund der Fragmente des bewegten Lebens des Modedesigners selbst ihre Meinung bilden. Tobias Bayer selbst ist ein erfahrener Modejournalist. In diesem Buch präsentiert er nicht nur eine detaillierte Chronik von Philipp Pleins beruflichem Erfolg. Sondern er gewährt auch mitunter intime Einblicke in dessen persönliches Leben.

Sowohl über seine Beziehungen, seine Kinder, aber auch sein Elternhaus wird teilweise pikant ehrlich berichtet. Deshalb würde ich den Untertitel des Buches auch ein Stück weit entschärfen. Denn „Aus dem Nichts zum Modeimperium“ suggeriert für mich eine ähnliche Lebensgeschichte, wie sie Sophia Amoruso in #Girlboss* hingelegt hat. (Hier kommst du zu meiner Rezension.) Philipp Plein hat aber zumindest mit Blick auf sein Elternhaus und seine Bildung ganz und gar nicht im „Nichts“ angefangen. Stattdessen hatte er hervorragende Startbedingungen, um als Unternehmer erfolgreich zu werden.

Trotzdem möchte ich damit seine Erfolge nicht schmälern:

Er hat sich immer noch in einer Branche durchgesetzt, die nicht gerade dafür bekannt ist, Neuankömmlinge mit offenen Armen zu empfangen. Obwohl ihn vorher niemand kannte und vielleicht etliche auch nicht wollten, hat er sich dort einen Namen gemacht. Dafür gebührt ihm mein größter Respekt. Zwar würde ich nicht all seine Aktionen der letzten Jahre unbedingt unterstützen. Trotzdem muss man auch da stets die dahinterliegende Intention mitbetrachten, bevor man allzu schnell ein Urteil fällt.

Inhaltlich beginnt das Buch mit der ungewöhnlichen Ursprungsgeschichte von Philipp Plein. Seinen Weg in die Luxusbranche startete dieser mit einem Hundebett. Von dort aus verfolgt der Leser dann den Weg zur ersten Million und den Eintritt in die Modewelt. Dabei wurde auch der funkelnde Totenkopf als Pleins Markenzeichen etabliert. Tobias Bayer betont Philipp Pleins Status als das Enfant terrible der Branche. Und er hebt hervor, wie Plein geltende und gelebte Regeln gezielt oder mitunter auch unbewusst ignorierte und neue Standards setzte.

Das Buch ist aber nicht nur eine reine Erfolgschronik, sondern bietet zeitgleich tiefe Einblicke in Philipp Pleins ganz privates Leben.

Das geschieht durch exklusive Interviews mit ihm selbst, aber auch seiner Familie, Freunden, Mitarbeitern und sogar Gegnern und Kritikern. So entsteht für mich ein facettenreiches Porträt einer spannenden Persönlichkeit. Der Autor lässt den Leser an Philipp Pleins Werdegang teilhaben und wirft dabei Fragen auf wie:

  • Wie ist Philipp Plein eigentlich aufgewachsen?
  • Was bedeutet Familie für ihn?
  • Und vor allem: Wie hat er es geschafft, an die Spitze der Modebranche zu gelangen?

Die Erzählweise und der Sprachstil von Tobias Bayer haben mir dabei sehr gut gefallen. Es ist eine fesselnde Geschichte von Anfang an. Vor allem die Gespräche zwischen dem Autor und Philipp Plein waren für mich sehr aufschlussreich. Sie bespielen nochmals die Kluft zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir meinen zu wissen. Tobias Bayer zeigt Philipp Plein als Paradox: Einerseits ist er eine öffentliche Figur, die sich täglich auf Instagram präsentiert. Und andererseits ein Mann, der Distanz wahrt und sich nicht leicht fassen lässt.

An dieser Stelle ein paar Worte zum Autor:

Tobias Bayer ist in Mailand als Italien- und Luxuskorrespondent der Zeitschrift TEXTIL-WIRTSCHAFT tätig. Der gebürtige Stuttgarter zählt zu den profilierten Experten der deutschen Bekleidungsbranche. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen führte sein beruflicher Weg zunächst zur FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND. Dort berichtete er aus Finanzmetropolen wie Frankfurt, Zürich und New York, wobei er sich insbesondere auf internationale Finanzmärkte fokussierte.

Philipp Plein* ist sein erstes Buch. Durch seine langjährige Erfahrung als Journalist und sein tiefes Verständnis der Modeindustrie konnte er eine fesselnde und facettenreiche Biografie schaffen. Diese beleuchtet nicht nur die beruflichen Erfolge, sondern auch die persönlichen Seiten von Philipp Plein.

Dabei hat mich persönlich nun nichts sonderlich überrascht, da ich mittlerweile selbst ein Stück weit in der Öffentlichkeit stehe. Selbstverständlich nicht einmal ansatzweise in dem Ausmaß wie ein Philipp Plein, aber dennoch kann ich sein Handeln gut nachempfinden. Wer allerdings noch nie öffentlichen Druck gespürt hat, bekommt hier einen kleinen Vorgeschmack. Trotzdem muss ich sagen, dass man diese Parts etwas emotionaler hätte ausbauen können. Mitunter wirkt es so, als sei der Umgang mit diesem Druck schlicht Part of the Game, aber dem ist nicht so. Es ist vielmehr eine der größten Aufgaben auf dem Weg zum Erfolg.

Besonders interessant fand ich auch die Darstellungen von Philipp Pleins Arbeitsmoral und seinem Lebensstil.

Bayer beschreibt Pleins unermüdliche Arbeit, die ihm nur wenige Momente der Entspannung erlaubt. Dadurch vermittelt er ein Bild von einem Mann, der sein Imperium mit unbedingtem Willen und Durchhaltevermögen aufgebaut hat. Das spürt man bereits zu Beginn des Buches, wenn man Pleins gescheiterten Versuche als Unternehmer betrachtet. Er versuchte sich in der New Economy Blase mit Suchmaschinen und Dienstleister-Marktplätzen, bis er schlussendlich luxuriöse Hundebetten entwarf. Nebenher tat aber immer noch alle möglichen anderen Dinge, um Geld zu verdienen.

Er bezog Tische mit Leder, baute und entwarf Messestände für andere und designte seine ersten Taschen aus Resten. Außerdem kaufte er in ganz Deutschland alte Armeejacken auf, um sie mit Strasssteinen zu besetzen.

Der Erfolg ist ihm zweifelsfrei nicht in den Schoß gefallen.

Auch wenn er sich mit einer Schulbildung in Salem und einem finanziell gut aufgestellten Elternhaus wohl keine Sorgen vor einem richtigen Absturz machen musste.

So zeigen die Einblicke in Philipp Pleins tägliche Routinen, von spärlichem Schlaf bis hin zu intensiven Arbeitstagen, den Lesern: Er ist nicht nur ein kreativer und verrückter Designer, sondern auch ein erfolgshungriger Unternehmer durch und durch.

Anders hätte er sich wohl auch nicht erfolgreich auf dem Luxusmarkt behauptet können.

Denn dort dominieren eben Giganten wie LVMH, Kering und Richemont. Und Philipp Plein bietet eben nicht nur Modekollektionen, sondern auch Brillen, Uhren, Düfte, Möbel und viele weitere, mitunter komplett spontane Ideen. Sein Einfluss auf die Branche sollte unbestritten sein.

Eine für mich besonders interessante Seite der Biografie war Philipp Pleins Rolle als „Performer“ und „Verkäufer“. Tobias Bayer unterstreicht mehrfach, wie Plein nicht nur Mode entwirft, sondern auch eine Marke und eine Lebensphilosophie verkörpert. Er scheint sich bewusst für jedes Thema griffige Formulierungen zurechtzulegen, die seine Sichtweise und Philosophie widerspiegeln.

Ein wenig enttäuscht war ich allerdings, dass mir bereits auf den ersten Seiten ein paar Tippfehler aufgefallen sind.

Vollkommen sauber hat das Lektorat hier offenbar nicht gearbeitet, was ich einfach schade finde. Denn diese Fehler hätte jede automatische Rechtschreibkorrektur angezeigt.

Schlussendlich entführt uns der Autor mit seinem Schreibstil und dieser Vielzahl an spannenden Nebengeschichten in Philipp Pleins Welt. Durch die Anekdoten, exklusiven Interviews und detaillierten Recherchen entsteht ein lebendiges und vielschichtiges Bild. Dieses geht weit über die Oberfläche des Glamours und der Provokation hinaus.

So ist Philipp Plein* von Tobias Bayer am Ende eben nicht nur ein Buch über Mode und Erfolg.

Sondern auch eine faszinierende Reise in das Leben eines Mannes, der es geschafft hat, sich als unwillkommener Underdog an die Spitze der Luxusmode zu kämpfen. Tobias Bayer hat mit seinem Buch nicht nur ein intimes Porträt von Philipp Plein geschaffen. Er erzählt auch eine inspirierende Geschichte über Durchhaltevermögen, Kreativität und unternehmerischen Erfolg.

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