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WIEDERSEHEN IM SHANGRI-LA von Vibhor Kumar Singh* ist die wunderbare Geschichte eines Mönches und eines Selfmade-Milliardärs, deren Lebenswege sich auf der Suche nach dem Glück kreuzen und für die Dauer des Buches annähernd parallel verlaufen. Viele Bücher beschäftigen sich mit der Suche nach dem Sinn des Lebens. Doch nur wenige vollbringen dies auch auf solch wunderbare Art und Weise. Bereits mit dem Prolog der beiden Hauptfiguren war ich tief in die Geschichte eingetaucht und wollte nicht aufhören weiterzulesen. Auch während des Lesens verspürte ich immer wieder Impulse, die Lehren direkt umzusetzen.

Dabei startet das Buch mit einem zunächst einmal unscheinbaren Interview eines Selfmade-Milliardärs in seiner Präsidenten-Suite mit Blick auf den Central Park. Alles wirkt gut vorbereitet und greift ineinander, bis die Interviewerin ihm ihre letzte Frage stellt. Diese bringt ihn aus dem Tritt:

„Sind Sie glücklich?“

Eine so kurze wie zugleich kraftvolle Frage, die wir uns alle häufiger stellen sollten.

Wer sich aufrichtig damit beschäftigt und aufmerksam auf seinen Körper und Verstand achtet, wird ein Feuerwerk an Gedanken und Fragen erleben. Zumindest geht es mir so, wenn ich mir eine solche Frage stelle. Ich spüre dann förmlich, wie mein Kopf wärmer wird vor lauter Aktivität. Vielleicht ist es ein Stück weit eine Art Torschlusspanik. Die schiere Angst, bislang in die falsche Richtung gelaufen zu sein, zu wenig auf sich selbst geachtet oder sich wohlmöglich bereits verloren zu haben. Nur räumen wir solchen Fragen und Reflexionen in unserem alltäglichen Trott mit unzähligen äußeren Reizen zu wenig Platz und Aufmerksamkeit ein. Obgleich die Abwesenheit von Glück so ziemlich „jeden anderen Aspekt […] irrelevant [macht].“

Parallel zum Milliardär begibt sich auch ein Mönch auf die Reise zu sich selbst. „Der oberste Lama hatte einmal erklärt, dass alle Reisen zur Selbstfindung und zum inneren Frieden damit beginnen, die richtigen Fragen zu stellen.“ Auch der Mönch war innerlich aufgewühlt. Als er auf der Suche nach den richtigen Fragen auf dem Weg zum obersten Lama war, entdeckte er an einer Wand ein Graffiti mit den Worten: „Sind Sie glücklich?“ Da kehrte er um, denn er hatte seine Frage gefunden.

So beginnen sich die Wege dieser beiden Personen zu kreuzen, als der Milliardär ein Hotelprojekt in einem tibetanischen Dorf umsetzt und der Mönch dort die Leitung übernimmt.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch die wunderschöne Widmung des Autors:

„Für meinen verstorbenen Vater, Kunwar Onkar Singh (1950-2013), der mich gelehrt hat, auch in den schwierigen Zeiten einen Sinn für Humor zu bewahren.

Mein Leben ist schöner Dank dieses Rats.“

Die Reise der beiden ist vielseitig und tiefgründig. Ähnlich wie man sich wohl eine Reise nach Tibet vorstellen würde. Immer wieder unterstützen sie sich gegenseitig auf ihrem Weg und arbeiten dabei wertvolle Lehren für die Leser:innen aus.

Zentrales Thema ist dabei der Minimalismus:

„Wenn Glück eine Reise ist, so ist Minimalismus der erste Schritt“, sagte der Mönch zum Milliardär.

Wie so vielen von uns hat die Gesellschaft auch dem Milliardär im Laufe seines Lebens viele Glaubenssätze mit auf den Weg gegeben:

„Als der Milliardär gedanklich zur Aussage des Mönches zurückkehrte, dachte er darüber nach, dass das Erste, das ihm als Kind eingepflanzt worden war, die Idee war, Glück mit dem Horten und Anhäufen von materiellen Gütern zu assoziieren. Die Zurschaustellung von Reichtum wurde in seiner Gesellschaft als der Schlüssel zum Glück betrachtet. Sich nicht öffentlich als reich darzustellen, wurde als Versagen angesehen.“

Eine Erfahrung, die auch ich mehrfach machen durfte, als ich noch meinen geliebten Fiat 500 gefahren bin. Da gab es tatsächlich kritische Stimmen, die meinten, ich könne doch keine Ahnung von Finanzen haben und so ein Auto fahren. Es ist eben die Perversion des Gedankens, den der Milliardär im Buch ausführt: Erfolg müsse stets mit Konsum einhergehen und Reichtum könne nur dann existieren, wenn er auch zur Schau gestellt wird. Wen das Thema interessiert, dem kann ich nur Thomas J. Stanleys THE MILLIONAIRE NEXT DOOR* empfehlen. Ein Buch, das uns vor Augen führt, dass „die Reichen“ aus Medien und Presse in Wahrheit gar nicht „die Reichen“ sind. Vielmehr ist dies unsere Vorstellung vom Reichsein, die wir auf eine Gruppe von Menschen projizieren.

„Minimalismus ist nicht das Gegenteil von Ehrgeiz. Man wird dadurch auch nicht zum Heiligen. Es ist die Entscheidung, mit einem Minimum an Besitz, aber mit maximalem Fokus durchs Leben zu gehen. Dahinter steht der Gedanke, dass man durch die physische Entrümpelung auch seine mentalen Schränke entrümpelt, die mit unnötigen und bedeutungslosen Objekten und Emotionen gefüllt sind.“

Wenn man sich von übermäßigem Besitz lossagen kann, wird es deutlich einfacher, sich auf den Weg des Lebens zu machen.

„In Wirklichkeit ist der einzige Grund, warum wir weiterhin mit einer Menge an überflüssigem Zeug leben, der, dass wir Angst haben, loszulassen. Wir denken, dass wir das, was heute nutzlos ist, eines Tages wieder brauchen könnten. Unsere Angst und Unsicherheit sind die wichtigsten Gründe, warum wir uns gegen den Minimalismus sträuben.“

Dabei betont der Mönch in der Geschichte, dass Minimalismus nicht bedeutet muss, sich völlig von der Welt zu entsagen. Vielmehr geht es um die Hauptkomponenten des Ansatzes.

Wir lernen auch, wie wir unsere Ziele definieren und welchen entscheidenden Einfluss sie auf unser weiteres Leben ausüben. Denn: „Glück beginnt damit, dass man seine Ziele definiert und sein Leben danach ausrichtet.“

Das Buch bedient viele Bereiche der Achtsamkeit. Aber auch der Faktor Geld wird philosophisch in vier Säulen unterteilt, wovon eine das Sparen ist:

„Die Jungen denken, Sparen sei etwas für die Älteren. Die Älteren bedauern, dass sie in ihrer Jugend nicht daran gedacht haben! Da Sparen eine freiwillige Handlung ist, tun es viele Leute einfach nicht. Sparen ist die dritte Dimension des Geldes. Die meisten von uns begreifen den Sinn des Sparens erst, wenn sie die Ersparnisse brauchen könnten.“

Auf ihrer Reise lernen beide Akteure, dass Glück kein quantifizierbares Ziel ist, das man erreichen kann, sondern ein qualitativer Lebenszustand. Es gibt eben nicht die eine Definition von Glück, sondern ein vielfältiges Verständnis und ganz individuelle Nuancen.

In diesem Buch versteht sich das Glück als ein „harmonisches Einvernehmen zwischen dem Kopf und dem Herzen. Es ist ein Gleichgewicht zwischen Ehrgeiz und Heiterkeit.“

Ein sehr angenehm geschriebenes Werk, das ich nur wärmstens empfehlen kann.


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