Insgesamt ist es ein interessanter politischer Roman, der wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft und immer wieder zum Nachdenken anregt.
Politik

Das laute Schweigen des Max Grund

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★★★☆☆

DAS LAUTE SCHWEIGEN DES MAX GRUND von Ralf M. Ruthardt* ist ein eindringlicher Roman rund um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland. Die Geschichte dreht sich um den Protagonisten Max Grund, einen Unternehmer, der sich zunehmend unwohl in seinem eigenen Land fühlt. Er beobachtet, wie vernünftige Diskussionen und der politische Diskurs selten geworden sind. Außerdem sind Menschen zunehmend vorsichtig in dem, was sie sagen oder gar beklagen, um keine Reputationsschäden zu erleiden. / Anzeige

Max Grund sucht nach einer geeigneten Plattform, um seine Gesellschaftskritik fair anzubringen.

Aber seine Offenheit in den Argumenten bringt ihn in Bedrängnis und letztendlich zahlt er einen hohen Preis dafür: seine Freiheit. Der Roman reflektiert auf frappierende Art und Weise die Tendenz vieler Menschen, sich ins Private zurückzuziehen. Mitunter distanziert man sich sogar vollkommen vom politischen Geschehen.

Aber exakt das darf eigentlich nicht der Anspruch in unserem Land sein. Wie schade, wenn große Teile der Bevölkerung aus Angst vor Repressalien – welcher Art auch immer – ihre Meinung nicht öffentlich äußern. 

Ralf M. Ruthardt greift in diesem Buch die Ängste, Sorgen und Hoffnungen vieler Menschen in Deutschland auf. Außerdem hinterfragt er kritisch, warum das Vertrauen in die etablierten Parteien und die Medien brüchig geworden ist.

Mit seinem Roman versucht er Antworten auf diese Fragen zu liefern.

Und er zeigt den schwerwiegenden Konflikt auf, mit dem sich Wähler bei der Wahl einer Partei konfrontiert sehen. Dabei betont er, dass ein höflicher und konstruktiver Diskurs notwendig ist, um die Demokratie zu stärken und nachhaltig zu wahren.

Als Experte im Nachdenken und Überlegen kämpft Max Grund im Buch immer wieder mit seinen Gedanken. Er versucht, seine Bedenken zu formulieren, findet jedoch keine geeigneten Plattformen für eine umfassende Diskussion.

Der Autor vermeidet über das gesamte Werk hinweg eine einfache Kategorisierung in politische Lager. Stattdessen betont er die Vielfalt der Argumente und Impulse, die in Max‘ Überzeugungen Platz finden. Er plädiert dabei für mehr Eigenverantwortung des Einzelnen und gleichzeitig für mehr soziale Gerechtigkeit. Diese Mischung aus verschiedenen politischen Ansichten macht es schwierig, Max Grund in herkömmliche politische Kategorien einzuordnen. Doch das macht seine Überzeugungen umso interessanter und facettenreicher.

„Ein großer Teil der Menschen zieht sich ins Private zurück. Man schottet sich ab vom politischen Agieren unserer Regierungen und Parlamente. Vielfach setzt man sich mit den gesellschaftspolitischen Berichterstattungen der Medien nur noch wenig auseinander. ‚Die machen doch eh, was sie wollen.‘ ‚Man weiß nicht mehr, wen man wählen soll.‘ ‚Die da oben ruinieren unseren Staat. Ich war ein Leben lang fleißig. Jetzt geht unser Wohlstand den Bach runter.‘“
Ralf M. Ruthardt

An dieser Stelle ein paar Worte zum Autor:

Ralf M. Ruthardt ist ein erfahrener Unternehmer, Vorstand und Geschäftsführer mit einer Karriere, die über 25 Jahre umfasst. Während seiner beruflichen Laufbahn hat er sich intensiv mit der Soziologie der Arbeit auseinandergesetzt. Insbesondere hat er sich auf die Automatisierung von Geschäftsprozessen, einschließlich künstlicher Intelligenz, spezialisiert. Seine Expertise erstreckt sich über verschiedene Branchen und Unternehmen.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Ralf M. Ruthardt seit vielen Jahren auch ehrenamtlich engagiert. Sein erstes Werk, der Roman Das laute Schweigen des Max Grund*, reflektiert nicht nur seine vielfältigen beruflichen Erfahrungen. Sondern es gibt auch seine persönlichen Überzeugungen und Beobachtungen zur aktuellen gesellschaftlichen Situation wieder. Es markiert den Beginn seiner literarischen Karriere, denn weitere Bücher sind bereits geplant.

Hier findet ihr weitere Infos zum Autor und Buch.

„Wortlos steht er am Fenster seines Büros und schaut in die Ferne. Der Blick ins Grüne tut ihm gut. Das Umland ist von Feldern und Ackern durchzogen, am Horizont sieht man die Ausläufer einer bewaldeten Hügelkette. Max Grund sinniert. Seine Gedanken kommen in Wellen. Erst plätschern sie sanft daher, dann branden sie an der Steilküste seiner Vorstellung auf. So geht es ihm oft in letzter Zeit. Nicht immer ist er dabei entspannt. Vielmehr bauen sich Emotionen auf, die sich nicht gut anfühlen. Eine Besserung seiner Verfasstheit ist nicht in Sicht. Daran hat nicht nur er Schuld. Max Grund hat einen Satz gehört. In jedem klaren Gedanken steckt Kunst. Seine grauen Zellen schreien nach Klarheit, nach Kunst, sogar nach einer Ausstellung. Die Botschaft ist simpel: Er will nicht, dass seine drei Kinder in einem abgewirtschafteten Land leben müssen. Er will auf keinen Fall, dass seine Kinder ihre Meinung nicht frei äußern dürfen. Er will es sich nicht vorstellen, dass sein Wohlstand, hart erarbeitet und mit viel Fleiß erwirtschaftet, einen Bach runter geht, der das traurige Preisschild Inflation oder Deindustrialisierung trägt.“
Ralf M. Ruthardt

Mein erster Eindruck vom Buch war erst einmal positiv aufgrund der hochwertigen Bindung und einer guten Papierqualität.

Auch das Cover gefällt mir gut mit der leicht geprägten Schrift und ebenso das Backcover. Es ist zwar alles nicht sonderlich spektakulär, aber dennoch passend. Die 23,00 EUR sind mir dann für die Qualität allerdings etwas zu hoch angesetzt für einen Roman. 18,00 EUR oder weniger wären aus meiner Sicht definitiv passender gewesen, zumal das Buch im Inneren kein besonders ausgefallenes Layout oder dergleichen aufweist.

Etwas ungewöhnlich war für mich, dass die Klappen des Hardcovers von innen beschrieben wurden. Das habe ich so noch nicht erlebt und es machte auf mich offen gestanden nicht den besten Eindruck.

Inhaltlich bin ich sicherlich nicht bei allen angesprochenen Themen eins zu eines der Meinung des Protagonisten Max Grund.

Aber darauf kommt es für mich auch nicht an. Hier geht es ja bekanntlich an vielen Stellen nicht um Fakten, sondern vielmehr Wahrnehmungen und Gefühle. Außerdem empfinde ich es vor allem im politischen Diskurs wichtig, Meinungen erst einmal anzuhören, bevor man sie direkt vorverurteilt.

Der Autor bringt über die Geschichte des Protagonisten Max Grund sicherlich viele Gedanken zum Ausdruck, die etlichen Menschen im Kopf herumschwirren. Sie schweigen aber ebenso eher laut und trauen sich – aus ganz unterschiedlichen Gründen – nicht, diese auszusprechen, insbesondere öffentlich. Und obgleich das nun nicht immer meine Meinung sein muss, finde ich es doch interessant und wichtig, sie anzuhören.

Ausdrücke wie „Das Moderierende“ gingen mir dann allerdings etwas zu weit. Das hat mich sachlichem Meinungsaustausch nicht mehr viel gemein. Ich weiß sehr wohl, wie es gemeint ist, aber die Kritik hätte man auch anders platzieren können. Obgleich ich mir darüber bewusst bin, dass das sicherlich auch viele Leute amüsant finden.

An sich ist es inhaltlich wie strukturell ein gutes Buch. Aber irgendwie passiert mir zu wenig und die Charaktere bzw. die Szenerie sind nicht sonderlich tiefgreifend.

Alles spielt sich gefühlt nur in Selbstgesprächen im Kopf des Hauptakteurs ab. Ich hätte mir da einfach mehr Tiefe, mehr Aktivität gewünscht, mehr Wechsel oder Bewegungen, andere und ausgefeiltere Charaktere etc. Ab und an passiert dann doch etwas, aber in der Breite fehlt mir im Buch die Handlung. Vor allem, wenn ich es mit anderen Romanen vergleiche. Am Ende sind die Gedankengänge des Max Grund die eigentliche Handlung des Romans.

Sprachlich bewegt es sich auf einem entspannten und einfachen Niveau. Nichts Ausgefeiltes, nichts sonderlich Tiefgreifendes oder Hochtrabendes.

Insgesamt ist Das laute Schweigen des Max Grund* ein interessanter politischer Roman, der wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft und immer wieder zum Nachdenken anregt.

Er kann durchaus dazu beitragen, die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation in Deutschland zu verstehen und zu reflektieren. Dieses Buch sollte man mit offenen Ohren und ohne ausgeprägtes Schubladendenken lesen. Dann wird man zu einem respektvollen und konstruktiven Diskurs für eine stärkere Demokratie ermutigt.

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