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DIE KUNST OHNE ÜBERFLUSS GLÜCKLICH ZU LEBEN von Josef Kirschner* ist ein Buch, das den Zahn der Zeit einfach perfekt trifft. Die Kunst ohne Überfluss glücklich zu leben ist ein Ideal, das vielleicht Anhänger der Minimalismus und Frugalismus Bewegung tief verinnerlicht haben. Aber auch gesellschaftskritische Konsumgegner und Umweltschützer würden diese Idee unterstützen. Auf der anderen Seite beobachte ich tagtäglich auf Influencer und Möchtegern-Investoren/Unternehmer das stetige Bild des Prunkes, Protz und der arroganten Dekadenz. Da ich mich davon schon vor Jahren abgewendet habe, versprach ich mir von diesem Buch Impulse in bewusster Dankbarkeit noch glücklicher zu leben.

„Es ist das größte Abenteuer unserer Zeit: Die Kunst, in einer Welt des Überflusses zufrieden zu sein. Meist heißt es: Mehr kaufen. Aber kaum ist das Neuste ergattert, schon ist es veraltet. Die Jagd nach dem Schönsten, Neusten, Besten geht weiter. Ein Teufelskreis.“
Josef Kirschner

Josef Kirschner hat sich seit Jahrzehnten mit dem richtigen Umgang mit unserem Konsumüberfluss beschäftigt. Er hat sich dafür sogar auf einer einsamen Insel aussetzen lassen, um selbst zu ergründen, was das mit einem Menschen macht. In diesem Buch hat er seine Erfahrungen zusammengetragen und konkrete Tipps und Tricks für den Leser zusammengefasst, wie wir selbst unseren Weg finden können, uns von übermäßigem Konsum zu befreien.

Dabei widmet er sich dem Thema vielleicht nicht vollumfänglich, aber über viele Nuancen hinweg

Denn der Überfluss begegnet uns nicht nur in unserem Shopping-Rausch. Vielmehr ist er allgegenwärtig in unterschiedlichen Bereichen unseres täglichen Lebens. Mal ist er offensichtlich, mal doch eher versteckt. Nach diesem Buch wirst Du Deinen Lebensstil auf jeden Fall mit anderen, offeneren Augen sehen. So viel kann ich Dir versprechen.

„Wir haben guten Glaubens so lange auf den Fortschritt und seine Gesetze vertraut, bis wir selbst nicht mehr wussten, was für uns richtig ist. Wir haben zu viel gekauft und uns von anderen abhängig gemacht. Statt uns die Technik zu unterwerfen, haben wir durch sie verlernt, unsere eigenen Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen. Dabei sind es gerade diese Fähigkeiten, die unsere Freude an der Arbeit und der Bewältigung des Lebens bestimmen. Worauf sollen wir noch stolz sein, wenn uns die Technik alles abnimmt, was unseren Selbstwert ausmacht?“
Josef Kirschner

Bei ersten Lesen kann Dir die ein oder andere These ein wenig hart vorkommen und bei manch einer bleibt dieser Eindruck auch voll ein ganzes Stückchen länger

Lass Dich davon bitte nicht unterkriegen und schenke dem Autor und seinen Ausführungen bis zum Schluss Deine Aufmerksamkeit. Es lohnt sich, auch mal konträre Perspektiven zu betrachten. Auch ich bin nicht mit allen Thesen einverstanden und sehe die ein oder andere Sache anders als der Autor. Mir fehlen sogar ein paar Perspektiven gänzlich, aber das tut keinen Abriss daran, dass ich doch einiges aus diesem Buch mitnehmen konnte.

Dies ist aber vielleicht auch einer meiner ersten Kritikpunkte an diesem Buch

Denn meiner Meinung nach ist das Thema zu wichtig und zu verwoben. Man müsste es noch besser aufbereiten, sodass es auch der letzte Leser greifbar verinnerlicht. Selbstverständlich beschreibt der Autor anhand von Schrittmodellen, wie man vorgehen sollte. Diese sind aber beileibe nicht perfekt formatiert und somit für jeden praktikabel.

Hier hätte der zweifellos sehr gute Inhalt vielleicht ein paar Diagramme und Grafiken verdient. Auch das ein oder andere lesenswerte Zitat hätte durch Fettdruck hervorgehoben werden können. So muss ich die Häppchen von Abschnitten zwar lobend erwähnen, aber hier hätte man dennoch mehr draus machen können.

„Aber wie sehr entfernt uns eigentlich unser Drang nach scheinbarem materiellen Wohnstand von unserem wahren Glück?“
Josef Kirschner

Ein Gedanke des Autors war, dass uns die Gesellschaft, die Werbung und der Drang nach Geltung zum Überfluss treiben

Zu einem Überfluss, den wir oft gar nicht als solchen wahrnehmen. Doch wenn ich in meinem Umfeld sehe, wie viele Menschen selbst bei niedrigem oder durchschnittlichem Einkommen das neuste Smartphone besitzen, bereits in jungen Jahren ihren Hausbau planen und ihre Kinder am besten im dicken Geländewagen die 500 Meter zur Schule fahren, dann wird nicht nur der Überfluss sichtbar, sondern auch die Tatsache, dass wir bereits die nächste Generation zu selbigen erziehen.

„Dieser Überfluss hat uns bequem und hilflos gemacht. Weil wir den Versprechen glauben, wir könnten alles kaufen, was uns glücklich macht, ließen wir jene Eigenschaften verkümmern, mit denen wir uns aus dem verhängnisvollen Kreislauf des Überflusses selbst befreien könnten.“
Josef Kirschner

In diesem Punkt kann ich dem Autor leider nicht zustimmen. Ich denke, es liegt in jedem selbst, gegen den inneren Schweinehund und die gesellschaftliche Meinung anzukämpfen. Am Ende ist es sowieso in 9 von 10 Fällen unser Selbstwertgefühl, dass uns ein Leben in Überfluss aufbauen lässt. Überfluss als Schutzschild gegen äußere Beurteilung. Doch wenn wir an uns und unserem Selbstbild konsequent arbeiten, dann können wir es uns leisten, Stück für Stück diese Mauern wieder abzureißen und zu dem zurückzukehren, was uns wirklich ausmacht und was wir wirklich brauchen. Das Schöne dabei ist, dass bereits der Weg dorthin wundervoll befreiend ist. Ich selbst befinde mich noch auf meinem Weg und lade Dich ein, mich zu begleiten.

Stell Dir einfach folgende Frage des Autors:

„Hat mir das, was ich besitze und bin, im vergangenen Jahr mehr Freude oder mehr Sorgen gebracht?“
Josef Kirschner

Du hast schon richtig gelesen: Es geht auch darum, was und wie du bist. Denn nicht nur in materiellen Dingen liegt unser Überfluss begraben.

Der Autor hat eine kleine goldene Regel für alle Menschen, die nun aktiv werden wollen:

„Wer sich täglich einmal selbst besiegt, gewinnt die erste Schlacht gegen den Überfluss.“
Josef Kirschner

Die Idee hierhinter liegt in der Überwindung des inneren Schweinehundes. Denn damit kräftigen wir den entscheidenden Muskel: Unsere Disziplin, unsere Willenskraft.

Und auch in Richtung Männerwelt hat der Autor eine ziemlich klare Meinung:

„Wir fahren einen größeren Wagen, schaffen uns eine schönere Wohnung an und glauben tatsächlich, damit könnten wir uns Gemütlichkeit und Männlichkeit, Stärke und Erfolgsgefühle erkaufen.“
Josef Kirschner

Wahre Größe bemisst sich eben nicht an den materiellen Dingen, die einen Mann umgeben.

Die Folgen daraus sind frappierend:

Ich zitiere diese Passage aus dem Buch:

  1. Wir werden von so vielen echten und manipulierten Bedürfnissen überfallen, dass wir Schwierigkeiten haben, uns dafür zu entscheiden, welches Bedürfnis wir als Nächstes befriedigen wollen.
  2. Aus diesem Grunde bemühen wir uns um die Befriedigung eines Bedürfnisses nur mit halber Kraft und mit halbem Herzen. Denn gleichzeitig schielen wir schon auf ein anderes, in der Befürchtung, wir könnten etwas versäumen.
  3. Weil die maximale Befriedigung und das schönste Erfolgserlebnis jedoch nur zu erwarten sind, wenn wir uns mit maximalem Einsatz und ganzer Konzentration und mit der erforderlichen Geduld darum bemühen, wird aus unserem halben Bemühen nur die Frustration einer halben Befriedigung.
  4. Menschen ohne wirkliche Erfolgserlebnisse und Glücksempfindungen suchen nach Ersatz. Jede Bemühung um Ersatz muss im Überfluss enden. Sehen Sie sich um, und Sie können täglich davon hören und es selbst beobachten: Kein noch so großer Luxus, kein noch so aufwendiges Leben kann das einfache Glück ersetzen.
  5. Jeder Versuch mit Ersatzbefriedigungen muss naturgemäß in der Enttäuschung enden. Er führt zu dem Bemühen, es mit noch mehr Aufwand noch einmal zu versuchen, und so weiter, uns so weiter.

„Wer immer nur in Eile ist, läuft nicht selten ein ganzes Leben lang vor sich selbst davon.“
Josef Kirschner

Hierbei handelt es sich zweifelsohne um ein wirklich gutes Buch mit vielen wertvollen Facetten, die allesamt lesenswert sind

An der einen oder anderen Stelle mag es vielleicht ein bisschen zäh wirken, aber die kleinen Abschnitte, viele praktische Tipps und die Tiefe der Inhalte erhielten stets den Lesefluss. Wenn Verlag und Autor in einer nächsten Auflage noch ein bisschen an der Formatierung im Sinne von Grafiken und Diagrammen feilen würden, dann haben wir hier ein unglaublich gutes Buch.

Denn es beinhaltet so viele unausgesprochene, aber auch allseits bekannte Wahrheiten, die jedem von uns helfen werden.


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