Die Kunst über Geld nachzudenken

★★★☆☆

DIE KUNST ÜBER GELD NACHZUDENKEN von André Kostolany ist mal wieder ein absoluter Klassiker, der den Weg in mein Bücherregal gefunden hat. Dieses Buch wird von sehr vielen Bloggern beworben, ich muss allerdings gestehen, dass dieses Buch sich sehr zäh liest und um viele lange Passagen verschlankt werden könnte. Der Autor ist als Spekulant eine interessante Persönlichkeit mit geballter Lebenserfahrung und genau diese versucht er in Geschichten zu Papier zu bringen. Bei einigen verläuft er sich dabei – ganz persönliche Meinung. Sein wertvolles Wissen wird dann aber mit einfachen Konzepten wie dem „Ei des Kostolany“, einem breiten Abriss quer durch die Finanzbranche und einer handlichen Do’s and Dont’s Liste angereichert. Einzig der zähe Mittelteil trübt für mich ein wenig das Bild und nagt an der Bewertung. Dennoch lesenswert und ein Stück Finanzliteratur-Geschichte.

Ich habe sehr lange überlegen müssen, ob ich dem lieben Kostolany nun 3 Sterne (gutes Buch) oder 4 Sterne (sehr gutes Buch) geben sollte. Diese Entscheidung viel mir besonders schwer, weil ich wusste, dass dieses Buch von so vielen über den Klee gelobt wird. Ich bin dann aber meiner Linie treu geblieben und trenne den Autor vom Inhalt und Stil.

André Kostolany ist mit Sicherheit eine der beeindruckenden Börsen-Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum und etliche bekannte Zitate und Gleichnisse stammen von ihm. Dennoch ist es für Dich mein Anspruch sein Buch und nicht ihn zu beurteilen. Ich schätze André Kostolany für das, was er erlebt hat und lese mich auch sehr gerne seine Geschichten durch. Seine Zitate, die man in beinahe jedem guten Finanzbuch eines deutschen Autoren findet sind legendär, aber er gehört mit Sicherheit nicht zu besten Schriftstellern im Finanzbereich. Und deswegen hat dieses Buch auch – losgelöst von seiner Persönlichkeit – keine 4 Sterne verdient, denn man könnte den Inhalt auf ein Drittel kürzen ohne dabei einen nennenswerten inhaltlichen Verlust zu erleiden.

Insbesondere den Mittelteil empfand ich als arg zäh und das macht dann eben den Unterschied zwischen 3 und 4 Sternen aus, wobei eine 3 Sterne Bewertung immer noch ein gutes Buch suggeriert, was man durchaus lesen und genießen kann, aber eben kein Buch, dass in die Kategorie „Muss“ fällt.

Wenn ich Dir ein Finanzbuch mit ähnlicher Intention, aber besserem Inhalt empfehlen darf, dann ist das INTELLIGENT INVESTIEREN von Benjamin Graham*. Auch dieses Buch bietet dir eine absolute Börsen-Persönlichkeit, aber der Schreibstil und der Inhalt sind nochmals eine Stufe oberhalb von DIE KUNST ÜBER GELD NACHZUDENKEN* anzusiedeln. Mein Artikel zum Buch von Benjamin Graham folgt noch.


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