Einen tiefer Einblick in bürokratische Irrwege und die schmutzigen Tricks eines Immobilienkonzerns mit persönlichen Erfahrungsberichten.
Politik

Immobilienpoker

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★★★☆☆

IMMOBILIENPOKER von André Gaufer* gewährt den Lesern einen tiefen Einblick in bürokratische Irrwege und die schmutzigen Tricks eines Immobilienkonzerns. Das Buch ist dabei eine Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht und investigativem Journalismus. Es nimmt die Leser mit auf eine Reise durch die undurchsichtigen Machenschaften großer Immobilienunternehmen. / Anzeige

Die Geschichte beginnt mit André Gaufer, der sich über seine PROfinance GmbH als Käufer einer Wohnung im Berliner Bauprojekt Steglitzer Kreisel wiederfindet.

Doch die Wohnung, die er erworben hat, wird nie gebaut. Seit Jahrzehnten umranken unzählige haarsträubende Geschichten dieses gigantische Bauprojekt. Etliche davon erzählt der Autor in seinem Buch auch nach. Es sind Erzählungen von unglaublichem Irrsinn, bei denen man sich am liebsten gleich mehrfach die Haare ausreißen würde.

Wer bei bürokratischen Hürden und betrügerischen Machenschaften, die die Schlupflöcher der Justiz und Steuerpolitik ausnutzen, geschwollene Halsschlagadern bekommt, sollte dieses Buch meiden. Denn über unzählige Seite bekommen wir genau das in Perfektion vorgeführt. Ellenlange Schriftwechsel, absolut verrückte Regelungen und unglaublich dreiste Täuschungsversuche.

Denn André Gaufer hat sich entschlossen, gegenüber dem Immobilienkonzern nicht kleinbeizugeben, sondern auf seinem Recht zu beharren.

Und so nimmt er den Kampf auf. Er beginnt sich zu wehren. So deckt er nach und nach die Manipulationen und Tricks des Immobilienriesen auf. Denn dieser versuchte schamlos, sich an ihm und den anderen Käufern zu bereichern. Dabei wird deutlich, dass Gaufer nur eines von vielen Opfern einer raffinierten Investitionsstrategie ist.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Diese führen die Leser durch Gaufers persönliche Geschichte, seine Recherchen und Enthüllungen über die dubiosen Geschäfte des Immobilienkonzerns.  Und schließlich zu seiner Kampagne für Gerechtigkeit. Dabei werden alle Aspekte gründlich behandelt: Von der Gründung seiner Firma PROfinance über die Untersuchungen zu den Praktiken der Adler Group. Bis hin zu den politischen und rechtlichen Aspekten, in die der Fall verwickelt ist. Dabei folgt das Buch prinzipiell einer chronologischen Reihenfolge. Nur die private Geschichte von Gaufer wird immer wieder in Rückschauen eingeblendet.

Inhaltlich empfinde ich diese Struktur allerdings als nicht sonderlich gelungen.

Zum einen ergeben sich dadurch immer wieder enorme Brüche. Denn sowohl die thematische als auch die zeitliche Distanz zwischen diesen Erzählsträngen ist mitunter enorm. Zum anderen hatte ich den ausführlichen Bericht über die Lebensgeschichte des Autors gar nicht erwartet. Das führt mich auch direkt zum zweiten großen Kritikpunkt. Das Cover und der Titel passen meiner Meinung nach nicht ideal zum Buch. Ich persönlich hätte dabei etwas völlig anderes erwartet. Und erst nachdem man Cover, Backcover und die vollständige Einleitung durchgearbeitet hat, weiß man in etwa, worum es geht.

Der Titel ist wohl abgeleitet von einer gleichnamigen Dokumentation, die die Thematik bereits einmal aufgegriffen hat.

Aber er deckt selbstverständlich überhaupt nicht die dann im Buch doch sehr präsente Privatgeschichte des Autors ab.

Beide Erzählstränge an sich könnten meiner Meinung nach ein Buch füllen. Sie haben aber nur minimale Parallelen, die mitunter wie krampfhaft gesucht wirken. Mir hätte die Konzentration auf einen der beiden Schwerpunkte deutlich besser gefallen.

Besonders in den privaten Anteilen des Buches ist der Erzählstil des Autors sehr blumig und emotional.

Seine persönlichen Einblicke in seine Gefühle, Ängste und Motivationen verleihen dem Buch eine persönliche Note, die den Leser mitfiebern lässt. Die von ihm geschilderten Erlebnisse an sich haben bereits eine solche emotionale Tiefe, dass ich mehrfach weinen musste.

Sobald dann allerdings wieder in die Immobilienwelt umgeschwenkt wird, dreht sich das Bild vollständig. Hier empfand ich beim Lesen vielmehr Unverständnis über die haarsträubenden Strukturen und Verstrickungen. Man kann behaupten: Es ist keine besonders große Freude, von Dingen zu lesen, die man selbst lieber niemals erleben möchte. Jede Seite fühlt sich ab da an wie der Moment, in dem man im Briefkasten einen Brief vom Finanzamt entdeckt.

„Das siebte Schreiben des Rechtsanwalts folgt dann Ende August: Darin lese ich Sätze wie: ‚Dass wir über die Frage der Wirksamkeit des Rücktritts streiten, ist der einzige Punkt, in dem Sie Recht haben‘, und: ‚Unsere Mandantschaft bezahlt uns nicht für Brieffreundschaften‘. Angeblich sei die Adler Group in der Verwertung des Objekts in keiner Weise behindert, was eine gerichtliche Feststellung überflüssig mache.“
André Gaufer

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Die beschriebenen Machenschaften und Tricks der Immobilienunternehmen sind schockierend. Und sie enthüllen eine düstere Seite der Branche, die oft im Verborgenen bleibt. André Gaufer verdient meinen Respekt dafür, dass er sich gegen einen mächtigen Konzern stellt. Das ist inspirierend und ermutigt die Leser, sich ebenfalls für Gerechtigkeit einzusetzen. Dennoch haben die Passagen über die unfassbare Bürokratie, Schlupflöcher und Unfähigkeiten von Politik und Rechtsapparat mir beim Lesen Kopfschmerzen bereitet.

„Betongold. Ein Wort, das Immobilien-Giganten zu undurchsichtigen Geschäften verleitet. Sitzen diese Konzerne am Pokertisch, verlieren fast immer die Kleinen.“
André Gaufer

An dieser Stelle ein paar Worte zum Autor:

André Gaufer ist als Käufer einer Wohnung im Berliner Bauprojekt Steglitzer Kreisel Opfer dubioser Machenschaften eines Immobilienkonzerns geworden. Seine erworbene Wohnung wurde nie gebaut, doch anstatt sich seinem Schicksal zu ergeben, entschloss er sich, Widerstand zu leisten.

Er wurde in Kolumbien geboren, hat einen Großteil seines Lebens auf Gran Canaria verbracht und durchlebte eine beeindruckende Lebensgeschichte. Von Armut bis hin zum erfolgreichen Unternehmertum mit seiner Firma PROfinance.

„Ich habe als Kind gelernt zu überleben. Ich habe gelernt zu kämpfen. Und für meine Rechte einzu-stehen. Egal, wie groß der Gegner ist. Als Kind waren meine Gegner die Armut, die Einsamkeit, der Hunger.

Heute ist es die Adler Group, die als multinationaler Immobilienriese in diesem Buch sinnbildlich für die Machenschaften und das rücksichtslose Vorgehen großer Konzerne steht, die sich auf Kosten der Anleger bereichern.“
André Gaufer

Das Buch hat, neben den bereits angesprochenen strukturellen Schwächen, aber auch deutliche optische Makel.

Die Gestaltung des Buches wirkt insgesamt wenig professionell. Es handelt sich hierbei in Sachen Layout und Bindung sicherlich um kein Meisterstück. Das Cover wirkt wie ein minderwertiges Stockfoto und passt, wie bereits oben angesprochen, meiner Meinung nach nur bedingt zum Inhalt. Das Buch könnte, danach beurteilt, über alles und nichts handeln. Selbst der Untertitel wird da nicht sonderlich konkreter. Und hätte ich das Buch nicht gelesen, ich wüsste nicht wirklich, was mich erwarten würde. Deshalb würde ich es höchstwahrscheinlich auch nicht in die Hand nehmen.

Auch das Backcover ist keine optische Freude. Die ganze Bindung wirkt von minderer Qualität. Entsprechend sah das Buch nach ein paar Wochen auf Reisen dann auch aus. So etwas kenne ich von renommierten Verlagen anders. Man spürt einfach direkt, dass es sich um ein Self-Publishing-Buch handelt. Das ist per se auch nicht schlimm. Ich selbst habe im Self-Publishing ein gemeinnütziges Buchprojekt veröffentlich (hier* kommst du zum Buch). Aber dessen Qualität übersteigt diese hier bei weitem. Auch im Inneren geht es mit optischen Mängeln weiter.

Ich möchte mich aber nicht nur darauf beschränken. Auch inhaltlich hätte man etwas mehr rausholen können. Sprachlich wie konzeptionell.

„Ich habe schon früh gelernt, mich Ungerechtigkeiten zu widersetzen. Ich sehnte mich als kleiner Junge nicht nur nach einem Zuhause, sondern auch nach Gerechtigkeit.“
André Gaufer

Trotz dieser Schwächen bietet „Immobilienpoker“ eine packende Geschichte, die die Schattenseiten der Immobilienbranche beleuchtet und die Leser anregt, genauer hinzusehen.

André Gaufers Kampf für Gerechtigkeit ist inspirierend. Und er verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich nicht von scheinbar übermächtigen Gegnern einschüchtern zu lassen. Dieses Buch ist eine eindringliche Warnung vor den Fallstricken der Immobilienbranche und eine Aufforderung, für Fairness und Gerechtigkeit einzustehen.

Man durchlebt mit dem Autor die emotionale Achterbahnfahrt von persönlichen Ängsten und Zweifeln. Ebenso wie den Druck, den er verspürt, während er gegen die Machenschaften der Adler Group vorgeht. So fühlt man beim Lesen mit ihm, während er auf seiner Mission für Gerechtigkeit voranschreitet.

Wenn du auf der Suche nach weiteren guten Büchern bist, dann findest du unter Buchtipps eine interessante Auswahl aus über 400 ausführlichen Rezensionen. Diese kannst du individuell nach Preis, Seitenanzahl, Themenbereich, Bewertung und Zielgruppe filtern. Solltest du eine vergleichbare Buchempfehlung für mich haben, dann schreib mir doch gerne über meine Social-Media-Kanäle.

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