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STARTUP-DNA von Frank Thelen* ist eine der spannendsten Biografien, die ich bislang über eine deutsche Persönlichkeit lesen durfte. Schon in der Höhle der Löwen ist er mir durch seinen Pragmatismus, seine ehrliche und manchmal eben auch direkte Art aufgefallen. Aber dieses Buch hat ihn mir nochmals sympathischer gemacht. Denn was erfahren wir schon wirklich durch die Medien über eine Person? Es ist doch stets nur das in alle Richtungen verzerrte Bild eines kleinen Ausschnittes ihres Lebens. Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, unter was für einem medialen Druck man in einem solchen TV-Format stehen muss.

Frank Thelen selbst schreibt in seiner wirklich gelungenen Einleitung davon, wie etliche Kameras auf ihn gerichtet sind, um möglichst alle Regungen einzufangen. Wie er gepudert und seine Haare gerichtet und fixiert werden. Wie er dann im Zentrum des Bildes auf einem bequemen Stuhl sitzt und tausende Erwartungen an ihn gerichtet sind.

„Hinfallen, aufstehen, die Welt verändern.“ So klingt das Lebensmotto eines passionierten Skaters. Und wer sich intensiver mit seinem Leben beschäftigt, dem bleiben die Tiefen und die Höhen nicht unentdeckt. Viel zu häufig wird uns in den Medien schlicht der gradlinige Weg zu Erfolg und Reichtum verkauft. Frank Thelen ist das beste Beispiel dafür, dass es vielmehr mit Risiko, Wagnis, Kreativität und harter Arbeit zu tun hat.

„Scheitern ist bekanntlich in Deutschland nicht gerne gesehen.“
Frank Thelen

Es ist die etwas andere Biografie eines Mannes, den wir heute im Wesentlichen als Investor bei der Höhle der Löwen kennen.

Aber das ist eben nur ein Schlaglicht aus seinem Leben. Heute gehört er zu den erfolgreichsten Startup-Unternehmer:innen und Investor:innen in ganz Europa. So gestaltet er mit seinen Investments aktiver und nachhaltiger unsere Zukunft als die Menge seiner Kritiker:innen zusammengenommen.

Für mich eine lesenswerte Lebensgeschichte mit einer Vielzahl von mir bislang unbekannten Szenen, Gedanken und Engagements. Mit privaten Einblicken, einer Reihe lustiger Fotos und vor allem einer klaren Message zum Ende des Buches. Es ist keine reine Autobiografie mit medial aufgeladenen Bildern, die das Geschehen hinter den Kulissen abbilden, und keine Abrechnung mit alten Weggefährt:innen. Vielmehr ist es eine Motivationsspritze für all die Menschen, die mehr aus sich machen wollen. Für all jene, die unsere Welt ein Stück verändern möchten oder sich Fragen über die Zukunft stellen und Orientierung suchen.

Denn wir erfahren eben nicht nur von all seinen erfolgreichen Projekten. Stattdessen bekommen wir ein persönliches und schonungslos ehrliches Bild seiner Lebensgeschichte. Er erzählt von mittelmäßigen und schlechten Noten in der Schule, einem Informatik-Lehrer, der ihm eine Zukunft in dem Bereich absprach und damit auf seine Eltern einwirken wollte. Von Klassenfahrten, auf denen er zu den uncoolen Außenseiter:innen gehörte. Und davon, wie er nachts das teure Familiengeschenk seines Opas – einen PC – zunächst kaputtgemacht, nach Wochen wieder gerichtet hatte und darin schließlich Wertschätzung, Anerkennung und eine Aufgabe fand.

Damals war er ein junger, passionierter Programmierer, dem aber noch das richtige Gespür für funktionierende Geschäftsmodelle fehlte.

Wenn wir aber etwas besonders gut können, werden wir früher oder später in den Blick von Menschen geraten, denen wir helfen können und die größeres vorhaben.

„Immer, wenn ich mich irgendwo nicht auskenne, frage ich Menschen, die in dem jeweiligen Bereich Erfahrung und Expertise haben.“
Frank Thelen

Und so wurde aus dem vielbeschäftigten, aber finanziell wenig erfolgreichen Frank Thelen ein Gründer in einem Markt, der damals nur eine Richtung kannte – nach oben.

Aber auch über diese Zeit berichtet er ohne Blatt vorm Mund: Er gesteht eigene, fatale Fehler ein und lernte daraus so viel, dass er nicht nur mit dem nächsten Projekt erfolgreich wurde, sondern anschließend zu einem Know-how-Träger für Gründer:innen wurde. Er beschreibt selbst sehr anschaulich, dass es von Beginn an nicht nur das Geld war, das er in junge Unternehmen einbrachte. Es waren auch all die Erfahrungen aus seinen erfolgreichen und nicht so erfolgreichen Jahren zuvor.

Dennoch schlugen immer wieder zwei Herzen in seiner Brust. Das des Investors ebenso wie das des Gründers:

„Trotz unseres überraschenden Erfolgs als Investoren wollte ich wieder gründen. Denn das sind wirklich zwei verschiedene Jobs: als Investor begleite ich Gründer oftmals in einer sehr frühen Phase des Aufbaus und packe auch im Tagesgeschäft einmal mit an, aber letztendlich entscheidet und verantwortet der Gründer. Ich wollte wieder selbst ans Steuer und mich auf ein Produkt konzentrieren.“
Frank Thelen

Heute kennen die meisten ihn aus dem TV-Format „Die Höhle der Löwen“, aber Frank Thelen ist eben deutlich mehr als diese paar Auftritte widerspiegeln können.

„doo und Scanbot waren – vermutlich – meine letzten Abenteuer als Kapitän auf der Kommandobrücke. Aber man soll ja niemals nie sagen, vielleicht wird mein Gründer-Gen ja doch noch mal aktiviert.“
Frank Thelen

Und so kommt es auch, dass seine Autobiografie keine so typische Biografie sein möchte.

„Wenn man einmal eingesehen hat, dass die Welt nicht so bleibt, wie sie ist, und dass es keinen Sinn ergibt, sich dagegen zu wehren, wächst die Bereitschaft, das alles nicht passiv über sich ergehen zu lassen, sondern diesen Wandel aktiv zu gestalten. Das heißt nicht, dass man mit Hurra jede Innovation bejubelt und hoch jazzt, sondern ganz genau hinschaut: erfahrungsgemäß werden kurzfristige Veränderungen überschätzt und langfristige Veränderungen unterschätzt.“
Frank Thelen

Neben privaten Einblicken sind es seine motivierenden und werthaltigen Analysen und Anregungen zum Schluss des Buches, die es erst zu einem typischen Buch von Frank Thelen machen. Kritisch, aber eben auch realistisch und progressiv widmet er sich all den wichtigen und spannenden Themen unserer kurz- und mittelfristigen Zukunft. Wobei man förmlich spürt, dass es Themen sind, für die er brennt und deren Impact er deutlich gravierender einschätzt als die breite Masse.

„Aber: es kommen einschneidenden Veränderung auf uns zu. Dieser Wandel bietet ungeahnte Risiken und Chancen sowohl für Gründer als auch für etablierte Giganten ihrer Branche. Für eine etablierte Firma ist das gar nicht so einfach: sie treibt vor allem die Angst vor dem Machtverlust.“
Frank Thelen

Auch zu aktuellen politischen Debatten sammelt er seine Gedanken und beweist dort wieder eine pragmatische und lösungsorientierte Denkweise.

Für mich eine wirklich inspirierende Biografie, die vielleicht nicht mit den großen Namen auf der Startup-Liste eines Steve Jobs oder Elon Musk mithalten kann, aber nicht minder interessant ist. Denn Visionär:innen und Innovator:innen schlummern eben nicht nur im Silicon Valley und die Startup-DNA steht uns allen offen. Frank Thelen teilt sie in diesem Buch mit uns. Und was am Ende bleibt ist sein Appell: Leg endlich los!


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