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VON TULPEN ZU BITCOINS von Torsten Dennin* war eines der Bücher, die ich für meine Studienarbeit zur Tulpenmanie gekauft habe. Denn auch bei wissenschaftlichen Ausarbeitungen macht es in der Regel Sinn, einen Blick in eher populärwissenschaftliche Quellen zu werfen. Dieses Buch machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck und ich war sehr über den Inhalt gespannt.

Was ich mir von diesem Buch erhofft habe

Meine Erwartungshaltung war es, etwas mehr über die Historie der Spekulationen zu erfahren und daraus eventuell irgendetwas ableiten zu können. Ob nun für meine Studienarbeit oder auch meine eigene Investitionsstrategie. Denn auch Rohstoffe können eine sinnvolle Ergänzung des eigenen Portfolios sein. Heutzutage ist deren Beimischung sogar deutlich leichter zu bewerkstelligen als noch vor ein paar Jahren. Aber auch Kryptowährungen interessieren mich schon seit einigen Jahren und so dachte ich, vielleicht auch was Interessantes über Bitcoin zu erfahren.

„Der Handel mit Rohstoffen und der Terminmarkt haben eine lange Geschichte und reichen in eine Zeit vor der Erfindung von organisierten Börsen zurück, als Landwirte und Produzenten sich gegen unerwartete Marktpreisschwankungen abzusichern versuchten.“
Torsten Dennin

Aber ich wurde enttäuscht

Am Ende war dieses Buch aber wieder ein trauriger Beleg dafür, dass nicht jedes Buch, was aus einem der großen namhaften Verlage herausgebracht wird, auch wirklich lesenswert ist. Ehrlich gesagt bin ich bei diesem Exemplar sogar ein wenig verärgert bis hin zu sauer. Denn nachdem ich das Buch nach einigen Stunden ausgelesen hatte, muss ich gestehen, dass es das Geld keineswegs wert ist.

Das ist natürlich immer eine sehr subjektive Meinung und deswegen möchte es das an dieser Stelle ein wenig ausführlicher begründen.

Zunächst einmal hatte ich schlichtweg etwas komplett anderes bei dem Buch erwarten. Du findest keinerlei Analysen, Prognosen, Ableitungen oder dergleichen für die einzelnen Spekulationsblasen, die im Buch beschrieben werden. Vielmehr ist dieses Buch eine zeitlich stringente Aneinanderreihung von Wikipedia ähnlich geschriebenen Kurzberichten über 42 Rohstoffblasen. Wir erfahren kurz und knapp auf wenigen Seiten von den betroffenen Gütern und den großen Akteuren in diesen Zeiten. Bei knapp 300 Seiten insgesamt kannst Du sicher abschätzen, wie viele Seiten da pro Blase überbleiben. Abzüglich Einleitung, Schluss und etlicher halbleerer Seiten.

Die Flughöhe, mit der sich den Themen gewidmet wird ist enorm hoch. Die meisten Spekulationsblasen wirst du wirklich mit ein paar Klicks deutlich ausführlicher beschrieben im Netz finden. Dennoch möchte ich natürlich nicht bestreiten, dass der Rechercheaufwand nicht mit Sicherheit intensiv war. Nur wo ist der Mehrwert dieser Publikation. Was ist es, dass ich vom Autor geboten bekomme? Für mich ist es lediglich eine chronologische Auflistung der Spekulationsblasen, die wir bereits hinter uns gebracht haben.

Statt diesem Buch kann ich Dir vielmehr SPEKULATIONSBLASEN von Rolf J. Daxhammer und Máté Facsar* empfehlen. Über dieses Buch habe ich hier geschrieben.

Der Mehrwert ist nicht wirklich gegeben

Etliche dieser Spekulationsblasen kennt der erfahrene Börsianer sowieso bereits und die paar mehr, von denen man erfährt, sind anschließend auch nicht sonderlich spannend dokumentiert.

Ich habe lange Zeit überlegt, für wen dieses Buch dennoch Sinn machen könnte. Wer könnte dennoch einen signifikanten Mehrwert aus diesem Buch ziehen. Mir ist bis heute leider kein potenzieller Leser eingefallen, der das Wissen nicht anderswo deutlich besser aufbereitet finden könnte. Inhaltlich tiefer analysiert, schneller und günstiger erhältlich und mit klaren Ideen und Handlungsempfehlungen zum Mitnehmen.

So bleibt bei mir am Ende der Eindruck hängen, dass dieses Buch nur aufgrund der zeitlichen Aktualität kurz nach dem Bitcoin-Crash veröffentlicht wurde und den Nerv der Zeit treffen sollte. Das ist aber nicht mein Verständnis von guter, wertvoller Literatur. Kein gutes Buch für mich.


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