★★★★☆

TULPENWAHN von Mike Dash* ist ein wirklich umfangreiches und sehr gut recherchiertes Werk zur Tulpenmanie. Einer der ersten dokumentierten Spekulationsblasen, die im 17. Jahrhundert in den Niederlanden stattfand. Gemessen an der Geschwindigkeit, mit der diese Blase damals platzte und den damit einhergehenden Kursverlusten von bis zu 95 Prozent, war es eine der schwersten Spekulationen jemals.

Wie ich zu diesem Buch kam und was Du erwarten darfst:

Dieses Buch gelang aufgrund meiner letzten wissenschaftlichen Studienarbeit* in meine Hände und es stellte sich als wirklich angenehme Lektüre heraus. Der Autor hat mit Hilfe von Historikern und Nachkommen ehemaliger Tulpen-Spekulanten die Archive in Haarlem und Amsterdam durchforsten lassen. Dabei ist dieses knapp 300 Seiten starke Buch entstanden.

Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass es dadurch deutlich wissenschaftlicher als so manch eine andere populärwissenschaftliche Veröffentlichung zur Tulpenblase ist. Viele davon habe ich bereits gelesen und werde sie auch hier noch rezensieren. Denn diese Hysterie an den Börsen erregt bis heute immer noch so viel Aufmerksamkeit. Das führt dazu, dass sich viele Trittbrettfahrer auf das Thema stürzen und Halbwissen und Unwahrheiten publizieren. Auch Mike Dash geht darauf in seinem Buch ein. Mit die bekanntesten Publikationen zur Tulpenmanie sind danach reine Märchen. Dessen muss man sich bewusst sein.

Für wen ist dieses Buch etwas?

Wer von Euch wirklich tief eintauchen möchte in den Verlauf, die Gründe und die Auswirkungen der Tulpenblase, der kommt mit Sicherheit auf seine Kosten. Auch Freunde von historischen Büchern werden sich an diesem Buch erfreuen. Denn es wird lebhaft aus dem Leben der Beteiligten Tulpenhändler, aber auch dem Rest der Bevölkerung der damaligen vereinigten Provinzen der Niederlande berichtet. Aber auch die Entstehungsgeschichte der Tulpenmanie wird ausgiebig dokumentiert. Von den ersten wildwachsenden Tulpenblumen im Kaukasus, über den Österreichisch-Osmanischen Krieg, bis hin zur Kultivierung der Zwiebeln am Wiener Hof und später an der Universität Leiden.

„Man schrieb den 5. Februar 1637, und an diesem Tag steigerte sich das Blumenfieber zu einer solchen Raserei, dass selbst einstmals wertlose Zwiebeln kostbare Metalle als Objekte der Begierde zu übertrumpfen drohten.“
Mike Dash

Für wen das Buch eher weniger etwas ist:

Wer allerdings nur recht oberflächliches Interesse an der Manie hat, um beispielsweise künftige Blasen früher und besser erkennen bzw. erahnen zu können, für den mag dieses Buch ein wenig zu viel historisches Hintergrundwissen vermitteln. Diesen Leuten empfehle ich dann ein wenig uneigennützig meine Studienarbeit zu diesem Thema SPEKULATIONSBLASEN*. Oder aber die ebenfalls sehr wissenschaftliche Publikation von Rolf Daxhammer SPEKULATIONSBLASEN* über die ich hier bereits berichtet habe.

Wenn Du übrigens mal Lust hast, etwas von mir persönlich zu lesen, dann schau doch mal unter MEINE BÜCHER vorbei. Dort werde ich sukzessive all meine wissenschaftlichen Studienarbeiten und zukünftigen Buchprojekte sammeln. Es steht auch stets die Note dabei, damit Du die Qualität einzuordnen weißt.

Ansonsten lohnt sich natürlich auch immer ein Blick in MEINE BIBLIOTHEK. Dort biete ich Dir eine Übersicht all meiner bereits rezensierten Bücher.

Dieses Buch beleuchtet sehr viele Aspekte der Tulpenmanie:

Denn neben den finanziellen Aspekten rund um die Tulpenbörsen und Märkte in den Niederlanden wird auch ausführlich auf weitere Dinge eingegangen. Zum Beispiel auf botanische Hintergründe, die der Tulpe ihren Weg ebneten. Aber auch auf zwischenmenschliche Verstrickungen rund um die Beteiligten und gesetzliche Inventionen der Regierung wird Bezug genommen.

Das psychologische und finanzwirtschaftliche rund um die Spekulationsblase kommt demnach in dem Buch für Investoren vielleicht ein wenig zu kurz. Hier wird nur recht deskriptiv auf den Handel, die Preise, die Gewinnspannen und Wertsteigerungen eingegangen. Genauso wird auch der psychologische Trichter der Sucht nur in kurzen, aber wertvollen Abschnitten beschrieben.

Diese Erkenntnisse werden aber eben nicht gebündelt zusammengefasst. Ich denke, das war auch nicht die Intention des Autors. Ihm ging es vielmehr darum, wissenschaftliche korrekte Inhalte und Hintergründe rund um den Tulpenwahn wiederzugeben. Und das ist ihm mehr als gut gelungen.


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