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ANLAGEZYKLEN I von Thomas Müller und Alexander Coels ist ein trockenes Nachschlagewerk, in dem es einzig und allein um Anlagezyklen geht, um die aus zyklischer Sicht besten bzw. schlechtesten Anlagezeiträume innerhalb eines Jahres. Dabei wirkt es eher wie ein Lexikon als ein Fachbuch. Die Thematik an sich ist nicht gänzlich uninteressant und dennoch schwingt mir zu sehr der Day Trading Gedanke vom Erkennen von technischen Mustern mit. Darüber hinaus hinken die historischen Daten, da einige Ereignisse, die zu Börsencrashs führten mit Sicherheit nicht mit Blick auf die Börse extra im August und September getimt waren. Ich werde mich weiter in dieses Thema einlesen, aber dieses Buch kann ich nicht empfehlen, da es zu 95% nur aus denselben Statistiken zu unterschiedlichen Einzelaktien ohne inhaltlichen Mehrwert besteht und diese Daten auch im Netz abgreifbar sind.

Ich mache wirklich keinen Spaß, dieses Buch brauchst Du mit Sicherheit nicht. Du kannst es dir gerne kaufen und natürlich würde ich dafür auch ein paar Cent Provision erhalten, aber darum geht es mir nicht. Ganz im Gegenteil, ich möchte Dich davor bewahren, Geld für solch unnötige Bücher auszugeben. Zunächst einmal ist mir dieses Buch deutlich zu reißerisch. Der Autor suggeriert an etlichen Stellen, dass man in wenigen Jahren ein Vermögen aufbauen kann und verkauft an jeder nur erdenklichen Stelle seinen Börsenbrief als Newsletter. Spätestens nun sollte jeder verstehen, wozu dieses Buch eigentlich gedacht ist, nämlich als Vertriebskanal für den Newsletter. Darüber hinaus war ich zu lange an Finanzinstituten und Universitäten mit Leuten beschäftigt, die Untersuchungen über eben solche Anomalien erstellt haben, als das ich dieser Strategie langfristig folgen könnte. An den Hochschulen sind diese Anomalien nämlich sehr beliebte Themen für Haus- und Bachelor-Arbeiten, denn sie zeigen die Grenzen des effizienten Marktes und bietet viel Stoff für ausgiebige Theorie-Teile und kritische Würdigungen. Solltest du über eine solche Anomalie eine Haus- oder Abschlussarbeit verfassen wollen, dann empfehle ich dir bei GRIN eine gute Arbeit zu kaufen (tatsächlich kann ich Dir guten Gewissens eine empfehlen) und du hast die perfekte Grundlage für deine Ausarbeitung. Fakt ist allerdings, dass jede dieser Ausarbeitungen, sofern der Autor sauber gearbeitet hat, immer wieder zu der Erkenntnis kommen wird, dass Zyklen jeglicher Art zeitlich und auch in der Intensität inkonsistent sind. Wären sie es nicht würden sie durch andere Anleger ausgenutzt und somit nicht mehr existent. Es ist schier unmöglich, dass sich solche Effekte (vor allem öffentlich in Fachbüchern bekannt) über Jahrzehnte am Markt durchgängig präsentieren, ohne dass diese von erfahrenen Investoren bereits ausgenutzt wurden.

Um nun einen nützlichen Abschluss für Dich zu kriegen empfehle ich Dir stattdessen einfach ein gutes Buch und das wäre beispielsweise INTELLIGENT INVESTIEREN von Benjamin Graham* (mein Artikel zum Buch folgt noch). Ansonsten findest Du auf meinem Blog eine Vielzahl von Büchern im Bereich Investieren mit 4 und 5 Sterne Bewertungen. Diese kann ich Dir alle empfehlen.


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