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DER JUNGE, DER KAISER WERDEN SOLLTE von Ryan Holiday* ist für mich eines der besten Kinderbücher im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, das ich jemals lesen durfte. Es ist wirklich beeindruckend, wie wunderschön erzählerisch verpackt der Autor die Lehren der alten Stoiker auch für das gemeinsame Lesen mit Kindern aufbereitet hat. Er ist für mich ohnehin einer der eindrucksvollsten Autoren der Neuzeit und setzt mit seinen Büchern Maßstäbe. Dazu wurde die ganze Geschichte auch noch mit Blick fürs Detail von einem renommierten Illustrator bebildert und bietet damit Kinderaugen noch mehr zum Entdecken.

Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Jungen namens Marcus Aurelius. Einer Persönlichkeit, die meiner Meinung nach eigentlich allen Menschen ein Begriff sein sollte, die sich jemals mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt haben. Manchen ist die Person vielleicht auch unter dem Namen Marc Aurel bekannt. So oder so sind seine Werke sehr lesenswert. Unter anderem seine Publikation „Selbstbetrachtungen“ hat mich wirklich begeistert. Und exakt von diesem Werk ist das Kinderbuch von Ryan Holiday inspiriert worden.

Marcus Aurelius wurde aus dem Nichts zum Herrscher über einen Großteil der damals bekannten Welt auserkoren.

Seine Geschichte ist zweifelsohne zeitlos. Und in der Aufbereitung von Ryan Holiday werden die Weisheiten des Stoizismus für alle zugänglich – eben auch für die Kleinsten unter uns.

„Die Geschichte von Marcus Aurelius ist die Geschichte von uns allen. Jeder Mensch wird vom Schicksal zu etwas berufen. Werden wir uns entscheiden, es zu akzeptieren? Werden wir die Person werden, die wir sein sollen? Das ist die Frage.“
Ryan Holiday

Die Hoffnung des Autors ist es, „dass dieses Buch für dich, wer immer du bist, wie alt du auch bist, der Beginn einer Reise ist, die der von Marcus ähnelt.“

Den folgenden Abschnitt kann ich einfach nicht besser wiedergeben als Ryan Holiday und übertrage ihn deswegen eins zu eins. Ich hatte selbst Gänsehaut als ich ihn gelesen habe und fast Tränen in den Augen. Denn irgendwie macht die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens, mit dem Stoizismus und generell mit der Frage, was wir in unserem Leben bewegen und erreichen möchten, mich immer emotional.

Auf der einen Seite habe ich stets das Gefühl, noch nicht genug aus mir selbst herauszuholen, Zeit zu verschwenden und nicht gut genug zu sein. Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich – vor allem für mein junges Alter – bereits sehr weit bin und meinen Weg zumindest kenne. Zu guter Letzt empfinde ich aber auch Wehmut und fast schon Trauer für all die Menschen, die ihre kostbare Zeit auf Erden vergeuden, das Leben und den Zielen anderer nachlaufen und der Bildung den Rücken kehren.

Konstantes Lernen und Wachsen sollte eigentlich zentraler Bestandteil unser aller Leben sein. Trotzdem spüre ich so häufig, wie sehr ich – die ich mich augenscheinlich diesem Weg der permanenten Reflektion hingegeben habe – dafür Spott und Häme ernte.

Weil die Leute schlicht nicht wissen, was sie alles noch nicht wissen. Weil sie nicht schätzen, was andere vor ihnen bereits erkannt und entdeckt haben. Weil sie so naiv sind, dass sie meinen, bereits alles Relevante zu wissen oder so engstirnig sind, jeden Fehler selbst begehen zu wollen.

Lest einfach kurz den folgenden Abschnitt und ihr versteht, was ich meine:

„Eine Reise, die das Beste in dir wachsen lässt, die dich herausfordert, die markante Spuren in der Welt hinterlässt. Es ist bemerkenswert, dass Marcus Aurelius seine Studien fortsetzte, lange nachdem er Kaiser geworden war. Er suchte weiterhin die Gesellschaft des Rusticus, begrüßte ihn jedes Mal wenn er ihn sah, mit einem Kuss und fragte ihn immer um Rat; und vor allem hörte er sein Leben lang nie auf zu lesen und Fragen zu stellen.

Es gibt eine Geschichte über Marcus aus der Zeit gegen Ende seines Lebens:

Der Kaiser wurde von einem Freund beobachtet, wie er den Palast verließ. »Wohin geht Ihr, Hoheit?«, fragte er. »Zu Sextus, dem Philosophen«, antwortete Marcus, »um das zu lernen, was ich noch nicht weiß.«

Selbst als alter Mann hatte Marcus noch das Bedürfnis, seine Schreibtafeln zu füllen und zur Schule zu gehen.

Das ist das Vorbild, dem wir folgen sollten – ob wir nun Kind sind oder Kaiser. Das ist es, wozu uns das Schicksal auffordert. Lies weiter. Lern weiter. Mut. Mäßigung. Gerechtigkeit. Weisheit. In der Tat eine außergewöhnliche Geschichte.“
Ryan Holiday

In dieser Geschichte hat Ryan Holiday historische Persönlichkeiten und Zitate miteinander kombiniert, um zu veranschaulichen, welchen moralischen Einfluss die Philosophie auf einen Menschen hat: „Sie soll ihn besser machen. Sie soll ihn gütiger, klüger, stärker, fairer und gerechter machen.“

Viele Menschen werden leider durch Macht korrumpiert. Marcus Aurelius hingegen wurde durch sie zu einem besseren Menschen. „Und warum war das so? Die einzige Antwort ist: dank dem Stoizismus.“

„‚Es ist offensichtlich‘, so schreibt er in seinen Selbstbetrachtungen, ‚keine Lebenslage ist dem Studium der Philosophie so angemessen wie die, in der du dich gerade befindest.‘ Die Philosophie des Stoizismus basiert auf den vier Tugenden, die hier im Buch genannt werden: Mut, Mäßigung, Gerechtigkeit, Weisheit. Das waren die Tugenden, nach denen Marcus lebte.“
Ryan Holiday

Aber lassen wir vielleicht Marcus Aurelius nochmal selbst zu Wort kommen aus seinem Buch Selbstbetrachtungen:

„Wenn du irgendwann im Leben auf etwas Besseres stößt als Gerechtigkeit, Wahrheit, Selbstbeherrschung, Mut – dann muss es in der Tat etwas Außergewöhnliches sein.“
Marcus Aurelius

Auch sein Buch WEGE ZU SICH SELBST* kann ich nur empfehlen. Hier kommst du zu meiner Rezension dazu.

„Man sollte meinen, dass jeder kleine Junge gern Kaiser sein möchte. Aber Marcus Aurelius wollte das nicht. ‚Warum ausgerechnet ich?‘, war alles, was er denken konnte.”
Ryan Holiday

So beginnt die Geschichte „und alles was er lernte, was er tat, wer er war, würde in der Ewigkeit nachhallen …“

Ein wirklich wunderbares Werk und ich würde mich so sehr freuen, wenn der Stoizismus in unser aller Leben einen größeren Platz einnehmen würde.

Wenn wir vielleicht im Bildungsministerium erkennen würden, dass Macht nicht per se schlecht ist. Und dass wir die Welt von innen heraus ein Stückchen besser machen können, wenn wir den Menschen nur mehr Raum zur Entfaltung und Impulse zur Achtsamkeit und Selbstreflektion mitgeben würden. Bitte bereits in jungen Jahren. Das Rad dazu müssen wir nicht einmal selbst erfinden. So möchte ich die Rezension mit einem weiteren Ausschnitt aus dem Buch beenden:

„Der echte Marcus Aurelius war noch ein kleiner Junge, als Kaiser Hadrian etwas Besonderes in ihm erkannte. Da er keinen Thronfolger hatte, traf Hadrian die unglaubliche Entscheidung, Marcus zum Herrscher eines Weltreichs auszubilden. Nach allem, was wir wissen, war Marcus Aurelius bereits in diesem Alter klug und strebsam sowie aufrecht und ehrlich. Aber es war der Einfluss seiner Adoptivväter Hadrian und Antoninus, sowie der seiner Philosophielehrer – zu denen nicht nur Rusticus, sondern auch Diognetus gehörte –, die seinen Charakter wirklich geformt haben. Ein Kaiser zu sein ist keine Aufgabe, auf die jemand sich wirklich vorbereiten kann, aber Marcus hatte die besten Lehrer und Vorbilder, die man sich wünschen kann.“
Ryan Holiday

Auf dass auch ihr die besten Lehrer und Vorbilder für euch entdecken werdet und durch und an ihnen wachst und reflektiert euren eigenen Weg im Leben finden werdet.


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