★★★★☆

DER KLEINE ALLTAGSSTOIKER von Jörg Bernardy* ist ein wirklich schön aufgemachter und leicht zu lesender Ratgeber für zwischendurch. Der Autor hilft uns dabei, die in der Regel nicht immer so ganz leicht zu verstehenden Lehren der alten Stoiker von Seneca bis Marc Aurel nicht nur zu verstehen, sondern auch in Handlungen zu übersetzen. Denn dieses Buch leitet aus deren Jahrtausende alten Weisheiten zehn Gelassenheitsregeln fürs Lebensglück ab und widmet sich dabei spannenden Themenbereichen: Von der Selbsterkenntnis über die Veränderung, die Liebe bis hin zum Sinn des Lebens.

Bislang habe ich aus der Feder der Stoiker nur DIE WEGE ZU SICH SELBST von Marc Aurel* rezensiert und war davon schon total beeindruckt. Hier kommst du zu meiner Rezension. Nur haben die Philosophen von damals noch anders geschrieben als die moderne Literatur. Ihr Wissen und ihre Weisheit lagen zwischen den Zeilen und in der Tiefe ihrer Worte. Ein Buch von 400 Seiten wird dadurch zu einem Projekt für ein ganzes Jahr. Denn du wirst jeden Satz zunächst verarbeiten müssen, um deine Blicke weiterschweifen lassen zu können und alles aufzunehmen.

Unsere heutige Welt wandelt sich aber so rasend schnell, dass wir die Lehren von damals sehr gut gebrauchen können. Denn das Wissen ist universell und vieles von damals lässt sich fast eins zu eins auf heute übertragen.

„Vielleicht ist es ja genau das, was einen Klassiker ausmacht. Dass darin Gedanken, Gefühle und Erfahrungen ausgedrückt werden, in denen sich die Menschen auch heute noch wiederfinden. Dass darin ähnliche Fragen und Probleme vorkommen, wie sie uns auch heute umtreiben.“
Jörg Bernardy

Die Stoa war eine der einflussreichsten Philosophieschulen der Menschheitsgeschichte und ihr entstammen einige der weisesten und auch heute noch vielzitierten Persönlichkeiten.

Schon vor zweitausend Jahren haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, über die wesentlichen Dinge im Leben nachzudenken und Orientierung auf dem Weg zu einem glücklichen Leben zu bieten. Die Faszination für diese Philosophie lebt bis heute weiter und jede:r, der/die sich damit eingehender beschäftigt, wird schnell spüren weshalb: Selbstreflexion, Selbsterkenntnis, der Umgang mit Ängsten, Emotionen, ja sogar dem Tod. All das sind zentrale Säulen ihrer Werke.

Dieses Buch fasst zehn praktische Lebensregeln aus diesem schier unendlichen Sammelsurium zusammen und transferiert sie in unsere moderne Sprache und Literatur. Unterhaltsam, verständlich sowie mit praktischen Impulsen, um auch in die Umsetzung zu kommen. Denn wenn die Stoiker eines von vielen anderen Denker:innen unterschieden hat, dann war es ihr praktischer Bezug. Die Handlungen sollten die Gedanken ausdrücken. Die Menschen sollten sich nicht nur des Denkens wegen den Kopf zermartern.

Alle Tipps und Tricks sind leicht auf den eigenen Alltag anzuwenden, auch wenn einige von ihnen definitiv einen Schritt heraus aus der eigenen Komfortzone bedeuten dürften und einer gewissen körperlichen und geistigen Distanz zum Jubel und Trubel des Alltags bedürfen.

Ziel dabei ist ein gelassenerer Umgang mit dem Leben, um damit auch das Glück hereinzulassen. Aber Gelassenheit ist nichts, was wir einmal erreichen und dann für immer behalten können. Vielmehr ist es ein stetiger Prozess, den wir jeden Tag aufs Neue für uns gewinnen und manchmal auch neu entdecken müssen. „Kaum eine Philosophie hat sich so sehr damit beschäftigt wie der Stoizismus. Aber Vorsicht: Ziel ist nicht Gelassenheit um der Gelassenheit Willen. Vielmehr erwächst aus dem Streben nach einem guten und erfüllten Leben eine Haltung der Gelassenheit.“
Jörg Bernardy 

Die zehn Regeln oder Lehren, die in diesem Buch vermittelt werden, sollen uns dabei helfen, widerstandsfähiger und zufriedener zu werden.

Jedes Kapitel verleiht Halt und Orientierung in unserem Streben nach Glück und innerer Ruhe, ebenso Widerstandskraft für Rückschläge. Und zahlreiche Impulse fördern unsere Willenskraft.“ Jörg Bernardy. Denn Rückschläge werden kommen und das Leben ist einem stetigen Wandel unterzogen. Ein gutes Buch in diesem Zusammenhang ist auch HUSTLE HARDER HUSTLE SMARTER von Curtis Jackson*. Hier kommst du zu meiner Rezension.

„Sterben lernen bedeutet, dass wir uns auf die letzte Ungewissheit im Leben vorbereiten und den eigenen Tod lieben lernen. Damit üben wir uns gleichzeitig in einem dynamischen Umgang mit Ungewissheiten und Veränderungen im Leben. Sterben lernen heißt daher auch, liebgewonnene Vorstellungen und Erwartungen zu verabschieden.“
Jörg Bernardy

Nur ein gefestigtes Selbstbild und ein bewusster Geist helfen unter solchen Umständen und das ist auch der Grund, warum sich diese Ideen über Jahrtausende halten, auch wenn sie offensichtlich nur einer kleinen Schar von Menschen präsent sind.

„Unser ganzes Leben hängt sehr viel mehr von Zufällen und äußeren Faktoren ab, als wir glauben wollen. Diese Einsicht wirkt entlastend. Wenn wir denken, wir wären allein für alles verantwortlich, machen wir uns das Leben unnötig schwer – nehmen es zu ernst und uns selbst zu wichtig.“
Jörg Bernardy

Ursprünglich besteht die Lehre der Stoa aus drei Disziplinen:

  • Das richtige Verständnis der Welt (Naturphilosophie)
  • Wahre Urteile (Logik)
  • Richtiges Handeln (Ethik)

In der Selbsterkenntnis läuft am Ende alles zusammen: Das Wissen, wer wir sind, was das Universum ist, welchen Platz wir darin einnehmen und was der Zweck unseres Lebens ist. Die wahrscheinlich größten und entscheidendsten Fragen unseres Daseins.

Unterm Strich ist mir am Ende nur die persönliche Note des Autors ein wenig zwischen all den Zitaten verloren gegangen. Man spürt, dass er Stoiker durch und durch ist oder sich zumindest mit dieser Philosophie stark auseinandergesetzt hat. So hat er immer ein passendes Zitat von Seneca, Marc Aurel und Co. parat, aber seine eigene Sicht auf die Dinge hätte mich dann doch noch ein Stück weit mehr interessiert. Für ein herausragendes Buch wäre das zumindest wünschenswert gewesen.

Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch  – es handelt sich hierbei trotzdem um ein sehr gutes Werk.

Das Cover, das gesamte Layout, der generelle Aufbau des Buches gefallen mir und selbst beim Inhaltsverzeichnis hat man sich Mühe gegeben. Die Bindung ist hochwertig und auch die Aufarbeitung der Lehren ist vorbildlich! Hier hat der Autor zusammen mit dem Verlag wirklich großartige Arbeit geleistet.

Wunderbar, dass es Menschen wie Jörg Bernardy gibt, die heute noch versuchen, die schwierigen Texte und Weisheiten der Antike den Menschen von heute verständlich aufzubereiten. Denn nicht nur die Gelassenheit, sondern auch die Demut und viele weitere Tugenden der alten Dichter und Denker sind mir persönlich in unserer heutigen Welt zu rar geworden.


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