Warum Sozialismus nicht funktionieren kann erklärt George Orwell sehr anschaulich. Sozialismuskritik im Stile eines Wissenschaftlers. Rational analysiert.
Politik

Farm der Tiere (Taschenbuch)

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★★★★☆

FARM DER TIERE von George Orwell (Taschenbuch)* ist eines der beiden weltberühmten Märchen des Autors und wirkt auch Jahrzehnte später immer noch beängstigend aktuell. Das ist vielleicht nicht jedem gleich bewusst, aber es lohnt sich sehr, sich mit diesem Buch zu beschäftigen, denn es ist höchst lesenswert. Gut möglich, dass es mir auch vor allem deshalb so präsent ist, weil ich 2019 Kuba bereist habe und dort vieles wiedererkannt habe, was Orwell beschreibt. / Anzeige

Falls du politisch interessiert bist, empfehle ich dir schon allein aus diesem Grunde mal eine Reise nach Kuba oder Venezuela. Versuche dort, dich mal mit anderen Leuten als Parteifunktionären und -freunden zu unterhalten. Vielleicht kannst du heraushören, wie es ihnen wirklich geht, was sie sich wünschen und vielleicht auch, wie es früher einmal dort war, z. B. vor der kubanischen Revolution durch Fidel Castro und Che Guevara.

„Man beraubt sie der Früchte ihrer Arbeit, sperrt sie ein, beutet sie aus. Die Tiere auf dem Gutshof haben genug und proben den Aufstand – für eine bessere Welt, in der alle Tiere gleich und frei sind. Doch bald zeigt sich: Gleich heißt nicht gleich, und Freiheit ist ein kurzer Traum …“ 
(vom Backcover)

George Orwells Farm der Tiere ist wahrscheinlich bis heute der klarste literarische Weckruf vor dem korrumpierenden Effekt der Macht.

Es ist die Geschichte von Tieren, die sich gegen ihre Farmbesitzer auflehnen und einen revolutionären tierischen Genossenschaftsbetrieb mit dem Namen „Farm der Tiere“ gründen. Dabei gelingt es dem Autor, mit einer wundervoll ausgeschmückten Geschichte ein höchst sensibles Thema zu analysieren. Die Rebellion der Tiere gegen ihre Farmbesitzer bildet dabei eine sozialistische Revolution par excellence.

Wie schnell sich unsere Visionen von einer besseren Welt aber in einen totalitären Albtraum verwandeln können, das ist die zeitlose Warnung dieser Fabel.

„Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als andere.“
George Orwell

Wie von Zauberhand verändern sich die sieben Vorschriften auf der Scheunenwand. Eigentlich sollen sie das friedliche Zusammenleben auf der Farm der Tiere regeln. Doch mit jeder Vorschrift, die sich ändert, verändert sich auch das Leben der Tiere auf der Farm, und ihr Traum von Gleichheit und Freiheit schwindet. Bis am Ende nur noch eine Vorschrift bleibt.

Über die Zeit verschlechtert sich die Lage auf der Farm. Zwar sind die Tiere nun vermeintlich frei, doch das Glück, das ihnen die Rädelsführer versprochen haben, bleibt aus. Stattdessen kommt Leid über sie und die Hiobsbotschaften häufen sich. George Orwell skizziert auf amüsante und spannende Art und Weise die unmögliche Umsetzbarkeit des Sozialismus und die Entstehung einer sozialistischen Diktatur.

Dabei spürt man beim Lesen gleichzeitig, dass zentralisierte Macht selbst die tollsten Vorsätze zunichte macht.

Fazit zum Buch:

Man könnte meinen, der Autor nehme mit seiner Geschichte Bezug auf Kuba, Venezuela, Nordkorea, China oder Enteignungsdebatten in Berlin. Aber nein, dieses Buch entstand im Jahr 1943. Absolut lesenswert! Vor allem für politisch interessierte und junge Menschen, die den unwiderstehlich wirkenden Sog des Sozialismus hinterfragen wollen.

Klare Empfehlung für alle Sozialwissenschaftskurse in der Oberstufe.

Ein paar Worte zum Autor:

George Orwell wurde 1903 in Bengalen geboren. Er besuchte Privatschulen in England, diente in der burmesischen Imperial Police, arbeitete als Lehrer und Buchhandelsgehilfe und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Seine Romane 1984* und Farm der Tiere* machten ihn weltberühmt.

Warum ist es so schwierig, offen über den Sozialismus zu sprechen?

Ich habe wirklich lange darüber gegrübelt, ob ich ein solches Buch überhaupt auf meinem Blog aufnehmen soll. Denn politische Themen sind immer heikel. Und Sozialismuskritik in weiten Teilen der westlichen Welt erst recht. Über den Kapitalismus kann man sich jederzeit lauthals öffentlich auslassen und erhält dafür noch Beifall. Dagegen wird man bei Kritik an sozialistischen Systemen in die hinteren Reihen verwiesen. Aber woran liegt das? Auf diese Frage habe ich leider noch keine Antwort gefunden. Wenn du eine hast, lass es mich wissen.

Warum ein solches Buch dennoch extrem wichtig ist:

George Orwell wurde mir von etlichen Leuten empfohlen – interessanterweise vor allem von Menschen, die in sozialistischen Ländern gelebt haben und keine Anhänger des Systems waren. Dort konnten sie den Sozialismus am eigenen Leibe spüren. Und was mit Abtrünnigen passiert, wissen wir ja zur Genüge.

Das Schöne an diesem Buch ist der simple und verständliche Aufbau der Geschichte. Der Autor versteht es, vermeintlich komplexe Sachverhalte in ihre kleinen, trivialen Bestandteile zu zerlegen. Nach den knapp 250 Seiten sollte den Lesern bewusst geworden sein, warum der Sozialismus nicht nur 1943, sondern auch heute in vielen Teilen der Welt zu einem ernst zu nehmenden Problem werden kann.

Wer weiter recherchieren möchte:

Wenn sich dir die psychologischen Zusammenhänge der Geschichte noch nicht so recht erschließen, empfehle ich dir noch einen Klassiker, der sogar noch etwas älter ist: Psychologie der Massen von Gustave Le Bon*. Meinen Artikel zu diesem Buch findest du hier. Ansonsten sind auch die deutlich neueren Bücher von Rainer Zitelmann sehr zu empfehlen. Zum einen Die 10 Irrtümer der Anti-Kapitalisten* (hier kommst du zu meiner Rezension) und Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung*.

Orwell und Le Bon sollten meiner Meinung nach absolutes Pflichtprogramm an unseren Schulen werden. Damit ermutigen wir unsere Kinder, zu mündigen und freiheitlich denkenden Menschen heranzuwachsen, Meinungsfreiheit wieder mehr Gewicht zu verleihen und Diktaturen und Unterdrückung einen Riegel vorzuschieben.

George Orwell hat noch weitere wertvolle Bücher geschrieben wie 1984*, die auf meinem Blog noch folgen werden.

Hinweis zu dieser Ausgabe:

Hierbei handelt es sich um die Taschenbuchausgabe dieses Werkes aus dem Diogenes Verlag. Sie liefert typische Diogenes-Qualität: schnörkellos, sauber und mit einprägsamem Cover, wie man es kennt. Ich habe auch eine gebundene Version aus dem Anaconda Verlag rezensiert. Der Inhalt ist vergleichbar und beide Werke sind im Inneren schmucklos. Welches Cover am Ende besser gefällt, ist wohl Geschmackssache. Mir persönlich sagt die gebundene Ausgabe von Anaconda etwas besser zu. Beide Ausgaben haben aber einen verdienten Platz in meiner Bibliothek. Hier kommst du zu meiner Rezension zur gebundenen Ausgabe.

Wenn du auf der Suche nach weiteren spannenden Werken wie diesem bist, dann findest du unter Buchtipps eine interessante Auswahl aus über 300 ausführlichen Rezensionen. Diese kannst du individuell nach Preis, Seitenanzahl, Themenbereich, Bewertung und Zielgruppe filtern. Solltest du eine vergleichbare Buchempfehlung für mich haben, dann schreib mir doch gerne über meine Social-Media-Kanäle.

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