★★★★☆

DIE POST-CORONA-WIRTSCHAFT von Alexander Börsch* ist ein spannendes Buch über aktuelle Trends und Zukunftsprognosen. Ich persönlich mag es, nach vorn zu schauen. Nicht um dadurch höhere Renditen an den Aktienmärkten einzufahren, denn das wäre nichts anderes als Glaskugeldenken, sondern um unternehmerische Potenziale für mich selbst zu entdecken. Mit diesem Werk hat man dazu eine fundierte Lektüre. Denn der Autor steht nicht nur mit seinem, sondern auch mit dem Namen seines Unternehmens dafür. Entsprechend gut aufbereitet sind die Inhalte.

Natürlich gibt es bei einem Ausblick auf die 2020er-Jahre oder generell in Richtung Zukunft stets unglaublich viele Unsicherheiten. Der Ausblick auf langfristige Trends wird niemals bedeuten, dass es dabei keine Überraschungen oder unerwartete Ereignisse geben wird. Der Autor bewegt sich in seinen Überlegungen allerdings stets auf Makroebene. Es geht demnach um die Trends, die die Volkswirtschaft und die Unternehmen beeinflussen und das in einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren.

„Eine neue Phase der Globalisierung bricht an, die Dienstleistungs-Ökonomie transformiert sich und die Erfolgsfaktoren von Standorten wandeln sich. Gleichzeitig verändern sich Arbeits- und Konsumentenmärkte, ebenso wie Unternehmen, die neue Erwartungen in Sachen Nachhaltigkeit und Transparenz erfüllen müssen.“
Alexander Börsch

Sein Fokus liegt auf den Trends aus dem technologischen, demographischen und politischen Bereich, die die Gesamtwirtschaft und das Unternehmensumfeld prägen werden.

Im Untertitel des Buches werden bereits die sechs für den Autor entscheidenden ökonomischen Trends des Jahrzehnts geteasert. Sowas sollte man jedoch stets mit Vorsicht lesen. So maßt sich der Autor selbst ebenfalls nicht an, die Zukunft vorhersagen zu können. 

Niemand weiß im Vorfeld, welche die sechs entscheidenden Trends schlussendlich sein werden. Es sind schließlich nicht einmal alle Trends bekannt, die die nächste Dekade prägen werden. Denn Disruptionen können weitaus schneller entstehen und kündigen sich nicht immer Jahre vorher an. Auch die Corona-Pandemie ist hier eher als zeitliche Einordnung zu verstehen und wird nicht thematisch im Buch aufgearbeitet. Offen gestanden finde ich es vom Verlag etwas schade, dass dies beides hier in gewisser Weise als Clickbait genutzt wird.

„Ohne Herrmann Hesse zu nahe treten zu wollen, nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Letzteres trifft eindeutig auf den Beginn der 2020er-Jahre zu! Noch während rund um den Globus das neue Jahrzehnt begrüßt wurde, breitete sich erst schleichend, dann explosionsartig SARS-COV-2 aus; die Pandemie veränderte unser Leben schlagartig und einschneidend. Der Wandel, der durch Corona ausgelöst wurde, ist weitreichend, aber er ist weit davon entfernt, der einzige Treiber der Veränderung in dem vor uns liegenden Jahrzehnt zu sein. Die neue Dekade hält noch ganz andere Veränderungen für uns bereit – als Konsumenten, als Arbeitnehmer, als Unternehmer und als Investoren.“
Alexander Börsch

Diese Veränderungen sind das zentrale Thema des Werkes:

  • Was treibt sie an?
  • Was verändert sich?
  • Was wissen wir über den kommenden Wandel?

Somit geht es um die langfristigen ökonomischen Trends, die die Wirtschaft und ihre Rahmenbedingungen im neuen Jahrzehnt prägen werden. Für den Autor treiben vor allem drei Kräfte den Wandel an:

  1. Der demografische Wandel:

Dem Autor nach wird dieser im neuen Jahrzehnt unmittelbar spürbar. Wir dürften die Auswirkungen nicht unterschätzen: „Damit bewegen wir uns in weiten Teilen der Welt unaufhaltsam auf einen nie dagewesenen Generationen-Mix zu. Dieser Mix bestimmt maßgeblich, welche Jobs, welche Produkte und welche Dienstleistungen gefragt sein werden.“

  • Die Technologie:

Selbstverständlich spielt der technologische Fortschritt ebenfalls eine tragende Rolle und darf in einem solchen Buch nicht fehlen: „Kunden kaufen per Sprachbefehl im Internet ein, Unternehmen optimieren computergestützt die Wartung ihrer Maschinen, Städte den Lebensraum ihrer Bürger – alles mit Hilfe von Algorithmen. Neue digitale Technologien wie die Künstliche Intelligenz treiben die Transformation der Wirtschaft voran.“ Dabei profitieren sicherlich nicht alle von den Entwicklungen. Der Wohlstand wird laut Autor auf persönlicher, unternehmerischer und internationaler Ebene neu verteilt werden.

  • Die Politik:

Die wahrscheinlich unvorhersehbarste Komponente stellt die Politik dar. Denn politische Entscheidungen können wir uns in die eine oder andere Richtung vorstellen. In jedem Fall aber werden der Klimawandel und damit auch die Nachhaltigkeit immer tieferen Einzug finden und das hat Einfluss auf die Art wie wir leben, wie wir uns fortbewegen, ernähren, unser Geld investieren und Handel betreiben.

„All diese Entwicklungen werden uns persönlich betreffen und unser Leben im neuen Jahrzehnt prägen. Ist mein Job sicher? Oder kann ihn auch die Künstliche Intelligenz erledigen? Ist mein Unternehmen bereit dafür, sich auch unter neuen Bedingungen im Wettbewerb zu behaupten? Oder hat es seine besten Jahre hinter sich? Ist mein Land zukunftsfähig? Oder wird es in der Liga der führenden Wirtschaftsnationen nach unten durchgereicht? Bei genauerem Hinschauen ist das Bild nicht schwarz-weiß. Weder blinder Optimismus noch Untergangsstimmung sind angebracht. Die 2020er-Jahre sind das, was wir daraus machen. Wir haben es selbst in der Hand, die Entwicklung zu formen und dafür müssen wir sie zuerst einmal genauer verstehen. Dabei gibt es eine gute Nachricht: Wir können mehr über die Zukunft wissen, als wir vielleicht glauben.“
Alexander Börsch

Das Ziel des Autors ist es demnach mit diesem Buch einen kompakten und gut verständlichen Überblick über die wichtigsten ökonomischen Entwicklungen zu geben, die auf den politischen und unternehmerischen Radar gehören.

Die Zielgruppe sind also nicht nur Zukunftsinteressierte, sondern vor allem auch Unternehmenslenker:innen und Entscheider:innen sowie Politiker:innen und Gründer:innen.

Was man allerdings noch weiter hätte verbessern können, ist das Innere des Werkes. Das Cover finde ich persönlich recht ansprechend, aber im Inneren ist das Buch leider durchweg grau in grau. Gerade im Themenbereich der Zukunfts- und Trendthemen könnte man sehr leicht mit grafischer Finesse arbeiten, wie es beispielsweise ein Frank Thelen bei seinen beiden Publikationen getan hat.

Hier kommst du zu meiner Rezension von 10xDNA* und hier zur Rezension von StartUpDNA*.

Solche Bücher sind für mich besonders spannend, weil Veränderungen kommen und gehen und auf ganz unterschiedliche Bereiche auf ganz unterschiedliche Weise Einfluss nehmen. Vieles ist dabei zwar Spekulation und Mutmaßung. Ab und an hilft es mir allerdings, andere Blickwinkel einzunehmen, die Dinge ganzheitlicher zu betrachten und meine eigenen Gedankengänge herauszufordern. Der Autor analysiert die ökonomischen Trends, die sich bereits heute entfalten und schaut, wie sich deren Dynamik in den kommenden Jahren weiterentwickeln könnte.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, wer dieses Buch überhaupt geschrieben hat:

Dr. Alexander Börsch ist Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte Deutschland. Davor war er als Economist und Senior Economist bei führenden Unternehmen in der strategischen Unternehmensberatung und der Vermögensverwaltung tätig. Für mich sind solche Informationen stets interessant zur Einordnung. Denn dadurch wissen wir, dass er sich schon lange und professionell mit diesen Themen auseinandersetzt und auch qualitativ aufgrund seiner eigenen, aber auch der Reputation seines Arbeitgebers, einen gewissen Anspruch hat.

Umso kritischer geht er selbst mit seinen Inhalten im Buch um:

„Erzählen diese Trends die ganze Geschichte der nächsten Jahre? Mit Sicherheit nicht. Zum einen legt das Buch einen Fokus auf ökonomische Trends, was notwendigerweise kulturelle oder soziale Entwicklungen außer Acht lässt. Zum anderen werden viele Unsicherheiten auftreten. Das können Ereignisse wie die berühmten schwarzen Schwäne sein, die unwahrscheinlich sind, aber große Auswirkungen haben können –genauso wie Ereignisse und politische Entscheidungen, die völlig unabsehbar sind.“
Alexander Börsch

Was Börsch mit schwarzen Schwänen meint? Hier kommst du zu meiner Rezension zu DER SCHWARZE SCHWAN von Nassim Taleb*.

„Trotzdem: Das Verständnis von Trends gibt uns Orientierung in der Unsicherheit. In diesem Sinne können Trends wie ein Kompass verstanden werden, der die grobe Richtung angibt, aber nicht den Blick auf den Weg vor unseren Füßen ersetzt.“
Alexander Börsch

Vier Sterne für ein sehr spannendes und inhaltlich gut aufbereitetes Buch, das mir mal wieder sehr viele Gedanken beschert hat und mich dazu inspirierte,  von der Zukunft zu träumen.


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